2012.9756.3

Anpassung an den Klimawandel durch nachhaltige Waldbewirtschaftung

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Forestry Agency under the Government of Tajikistan

Ausgangssituation

Tadschikistan zählt zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern. Eine Zunahme von Naturkatastrophen, wie Schlammlawinen, Überschwemmungen und Dürren, sowie ein genereller Rückgang der Wasserverfügbarkeit und -qualität wird offiziell prognostiziert. Diese Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel wird durch die Entwaldung und Walddegradierung in Wassereinzugsgebieten, Folgen von Übernutzung und Landnutzungskonflikten, noch weiter verschärft. In der Vergangenheit konnten die Interessenkonflikte zwischen den Forstämtern und der lokalen Bevölkerung nicht ausgeräumt werden.

Die Beteiligung der Bevölkerung an der Lösung von Landnutzungskonflikten und an einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in einigen Pilotgebieten hat gezeigt, dass Waldzerstörung gebremst oder gestoppt werden kann. Umfassende Maßnahmen zur Stärkung der Leitungsfähigkeit von Forstbehörden und Forstnutzern sowie zum Ausgleich von Landnutzungskonflikten führten zur Rehabilitierung degradierter Waldflächen und zur gesteigerten Verfügbarkeit von Brennholz und Einnahmen aus Waldbewirtschaftung.

Die beteiligten Akteure in vielen anderen Regionen Tadschikistans sind gegenwärtig aber noch nicht in der Lage, degradierte Wälder unter Anwendung von partizipativen Managementmodellen zu rehabilitieren, um Biodiversität zu erhalten und den Gefahren durch den Klimawandel vorzubeugen.

Ziel

Die nationale Forstbehörde, lokale Forstämter und ForstnutzerInnen rehabilitieren degradierte Wälder in den Projektgebieten, abgestimmt mit anderen Landnutzern und unter Berücksichtigung von Klimawandel und Erhalt der Biodiversität.

Vorgehensweise

Das Projekt basiert auf erfolgreichen Erfahrungen mit kooperativer Waldbewirtschaftung in der Pamir-Region Tadschikistans. Die zentrale Idee des „Joint Forest Management (JFM)" ist eine langfristige Vermietung von Waldböden an die lokale Bevölkerung. Auf der Grundlage von Managementplänen rehabilitiert und nutzt der Mieter das Waldgrundstück. Wälder werden so in ihrer natürlichen Zusammensetzung saniert und der Anteil lokaler, klimaresistenter Baumarten erhöht sich. Anwendbarkeit und Wirkung der kooperativen Waldbewirtschaftung sollen in verschiedenen Waldökosystemen im Land demonstriert werden. Dadurch werden die Weichen für eine weitere Verbreitung des Ansatzes in Tadschikistan gestellt.

Die lokale Bevölkerung wird mobilisiert und beim Abschluss von JFM-Verträgen unterstützt. Dazu gehört auch die Vermittlung von Abkommen über Landnutzungsänderungen, die in erster Linie den Ausschluss von Waldböden für die Weidewirtschaft vorsehen. Die Interessen und Bedürfnisse von Frauen werden in besonders berücksichtigt. Die Einrichtung von Waldnutzergruppen, die Aktivitäten von allgemeinem Interesse umsetzen, wird unterstützt. Hierzu gehört die Stärkung der Agentur für Forstwirtschaft, der Forstbetriebe und ihrer Mitarbeiter.

Berufsbildende Maßnahmen für Förster werden entwickelt und umgesetzt. Bewährte Verfahren der Klimawandelanpassung in der Land- und Forstwirtschaft werden in die Lehrpläne der Universitäten integriert. Absolventinnen und Absolventen werden ermutigt und unterstützt, in Forstbetrieben zu arbeiten. Arbeitsprozesse in Forstbetrieben und Forstbehörden werden gemeinsam analysiert, um Effizienz, Eigenverantwortung und Transparenz zu erhöhen. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben die Entwicklung und Einführung eines Monitoringsystems, mit dem lokale Forstbetriebe ihre Tätigkeiten, einschließlich kooperative Waldbewirtschaftung, planen und effektiver überwachen können. Die Einführung eines Saatgutmanagements und einer Setzlingsproduktion für klimaresistente Baumarten und Sorten wird ebenfalls unterstützt.

Wirkungen

Kooperative Waldbewirtschaftung (JFM) wurde erfolgreich eingeführt und für sechs Gemeinden mit verschiedenen Waldtypen angepasst. Im ersten Projektjahr wurden rund 60 JFM-Verträge unterzeichnet. JFM wird von der lokalen Bevölkerung als hilfreich bewertet. In Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der KfW Entwicklungsbank sind bis zum Projektende 2018 1.500 JFM-Verträge geplant.

Die Biodiversität bleibt erhalten und trägt zur langfristigen Stabilität der Wälder trotz Klimawandel bei. Forstamt, lokale Forstbetriebe und Waldnutzer haben ein umfassendes Verständnis des JFM entwickelt und können die Verbreitung des Ansatzes innerhalb und außerhalb der Zielgebiete fortführen. Mit der Entwicklung der Gemeindeordnungen ist die Rechtsgrundlage für die kooperative Waldbewirtschaftung abgeschlossen und zur weiteren Verbreitung und Einführung dokumentiert.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
31220

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Anpassung an den Klimawandel

Signifikante Nebenziele:

  • Desertifikationsbekämpfung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
2.779.528 €

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