Ausgangssituation
Marokko ist aufgrund seiner geografischen Lage dem Klimawandel stark ausgesetzt und engagiert sich seit der Unterzeichnung der Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (1992) aktiv gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels.
Ein erstes nationales Treibhausgas-Inventar wurde im Jahr 1994 durchgeführt, 2009 wurde in Kopenhagen der nationale Plan gegen die globale Erwärmung (PNRC) präsentiert. Er spiegelt den Wunsch des Königreichs, trotz des hohen Wirtschaftswachstums ein kleiner Treibhausgas-Produzent zu bleiben.
Derzeit gibt es keine formale Struktur auf nationaler oder regionaler Ebene zum Klimaschutz. Das Klimakompetenzzentrum soll hier Abhilfe schaffen.
Ziel
Durch den Aufbau eines Klimakompetenzzentrums kann Marokko seine nationale Klimapolitik besser umsetzen und weiterentwickeln.
Vorgehensweise
Das Vorhaben definiert die Rolle und die Aufgaben des Klimakompetenzzentrums auf regionaler und nationaler Ebene im Rahmen von Konsultationen zwischen den Partnern in den relevanten Branchen. Es analysiert den Bedarf, unterstützt die Ausbildung von Experten und stellt notwendige Ausrüstung bereit. Um bereits existierende erfolgreiche Maßnahmen systematisch zu bewerten, aufzuzeichnen und zu verbreiten, wird das Vorhaben den marokkanischen Institutionen Beispiele guter Praxis mit detaillierten Angaben zur Methodik, Kosten und Wirkungen zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus werden Instrumente und Werkzeuge für ein nachhaltiges Wissensmanagement im Themenbereich Treibhausgas und Anpassung an den Klimawandel entwickelt:
Gestaltung einer Klima-Datenbank
Entwicklung von Vulnerabilitätsindikatoren
Erhebung, Verarbeitung und Bereitstellung von Daten und Tools, die für Ausbildungen zum Thema Klimawandel relevant sind (Climate-Proofing, NAMA)
Erstellung einer Liste von Kontakten, die für die Berücksichtigung von Klimarisiken in der territorialen und sektoralen Planung Sorge tragen
Entwicklung eines Informationssystems, das die systematische Entwicklung von Treibhausgas-Inventaren erlaubt und somit die Erstellung des nationalen Berichts gemäß der UN-Klimarahmenkonvention erleichtert
Aufbau und ständige Aktualisierung einer Webseite des Klimakompetenzzentrums
Mindestens 20 nationale Experten sollen ausgebildet werden, um Informationen über die marokkanische Klimapolitik, Optionen für Anpassungs-und Klimaschutzmaßnahmen sowie Angebote des Klimakompetenzzentrums zu verbreiten. Beamte der zuständigen Ministerien, auch auf regionaler und lokaler Ebene, sollen eine Ausbildung erhalten, die sie mit der marokkanischen Klimapolitik, den Möglichkeiten der Eindämmung und Anpassung sowie dem Angebot des Klimakompetenzzentrums vertraut macht. Eine Informationskampagne soll die kommunalen Entscheidungsträger, den privaten Sektor, die Zivilgesellschaft und Journalisten ansprechen.
Auf internationaler Ebene wird das Vorhaben den Klimadialog mit anderen Maghreb-Ländern, Deutschland und der EU unterstützen, dabei werden der Privatsektor, Wissenschaftler und die Zivilgesellschaft eingeschlossen. Ein Partnerschaftsvertrag soll mit mindestens einem ähnlichen Zentrum in Europa unterzeichnet werden.
Wirkungen
Die marokkanische Delegation wurde von der GIZ durch spezifische Beratung und Ausbildung auf die internationalen Klimadiskussionen vorbereitet und konnte sich so konsequent, inklusive einer nationalen grünen Investitionsstrategie, auf den New Yorker Klima-Summit (2014) vorbereiten.