2013.2061.3

Aufstockung RIICE - Nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft (Biocontrol) in der ASEAN Region

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Association of Southeast Asian Nations

Ausgangssituation

Der Agrar- und Ernährungssektor ist einer der wichtigsten Antriebsmotoren für das Wirtschaftswachstum in der ASEAN-Region. Eine stetig wachsende Nachfrage auf Konsumentenseite nach qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln führt zu der Forderung, dass auch die regionalen und nationalen Agrarpolitiken auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden müssen. Zugleich müssen die Aktivitäten aller Akteure entlang der verschiedenen Wertschöpfungsketten (Zulieferer, Landwirte, Verarbeiter und Händler) profitabel sein, um sichere, gesunde und bezahlbare Nahrungsmittel für eine wachsende Bevölkerung sicherstellen zu können.

Das Projekt „Nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft in der ASEAN-Region" baut auf den Erfahrungen aus dem Vorgängervorhaben „ASEAN Biocontrol" auf und ist eines von zwei Modulen unter dem „ASEAN-Deutschen Klimaschutzprogramm: Landwirtschaft, Wald und zugehörige Sektoren". Während sich das Vorgängervorhaben auf die Förderung der nachhaltigen Agrarproduktion konzentrierte, beschäftigt sich das laufende Vorhaben mit der Förderung der Agrar- und Ernährungswirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungsketten im Reis, Gemüse-, Früchte- und Kaffeesektor, einschließlich der Weiterverarbeitung und Marktanbindung von kleinbäuerlichen Haushalten. Mit Blick auf die Agrarproduktion sind zum Themenfeld biologischer Pflanzenschutz weitere Themenfelder, wie zum Beispiel Boden- und Nährstoff-Management oder Betriebsökonomie, hinzugekommen.

Ziel

Strategien und Richtlinien der ASEAN-Staaten im Bereich nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft werden auf nationaler Ebene umgesetzt. Die Harmonisierung der nationalen Politiken in einem gemeinsamen Markt (ASEAN Economic Community) ist vorangetrieben.

Vorgehensweise

Das Projekt ist beim Landwirtschaftsministerium in Bangkok, Thailand, angesiedelt. Weitere Projektbüros in Kambodscha, Laos, Indonesien, Myanmar und Vietnam setzen die Aktivitäten auf nationaler Ebene um. In regionalen und nationalen Dialogforen werden Lernerfahrungen zwischen den Mitgliedstaaten ausgetauscht. Das Projekt arbeitet in drei Handlungsfeldern:

1. Politische Rahmenbedingungen

Primär berät das Projekt ASEAN-Mitgliedstaaten beim Politikgestaltungs- und Entscheidungsfindungsprozess, insbesondere im Hinblick auf grenzüberschreitende Prozesse und den politischen Dialog zwischen den Mitgliedstaaten.

 2. Implementierung von Produktionstechnologien

Ausgewählte nachhaltige Produktionsansätze, welche sich auf Pflanzenschutz, Boden- und Nährstoffmanagement sowie Betriebswirtschaft beziehen, werden unterstützt.

3. Marktanbindung

Das Projekt stärkt Entscheidungsträger auf allen Ebenen und fördert Kooperationen zwischen Kleinbauern und dem privaten Sektor innerhalb nachhaltiger Wertschöpfungsketten. Modelle einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungswirtschaft werden in Pilotmaßnahmen umgesetzt, um Erfahrungen in den Politikberatungsprozess einfließen lassen zu können.

Wirkungen

Auf politischer Ebene wurden basierend auf der Arbeit des Vorgängervorhabens „ASEAN Biocontrol" die von allen zehn Mitgliedstaaten erarbeiteten Richtlinien zum biologischen Pflanzenschutz offiziell von der ASEAN-Ministerkonferenz verabschiedet und befinden sich teilweise bereits in der nationalen Umsetzung. Somit konnte eine Vielzahl von biologischen Pflanzenschutzprodukten registriert werden, deren Anwendung zu einer sichereren Lebensmittelproduktion geführt hat.

Insgesamt wurden bisher 500 Ministerialbeamte und Agrarexperten sowie mehr als 10.000 kleinbäuerliche Haushalte in der Anwendung von nachhaltigen Agrarpraktiken geschult. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft konnte dahingehend ausgebaut werden, dass insgesamt mehr als 50 internationale und lokale Unternehmen in Projektaktivitäten investiert haben, die dem öffentlichen Interesse zugutegekommen sind.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
31110

Kombifinanzierung
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC) (603,36 Tsd. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Handelsentwicklung

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2A00 Asien I

Vorgänger-Projekt
2009.2283.1

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
10.103.362 €

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