2013.2035.7

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika II

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministerio de la Mujer y Poblaciones Vulnerables - MIMP

Ausgangssituation

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen ist in Bolivien, Ecuador, Peru und Paraguay noch immer weit verbreitet. Schätzungen zeigen, dass 30 bis 50 Prozent der Frauen in der Region körperlicher Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt sind (WHO 2010).

Alle Partnerländer haben sich der Prävention, Bekämpfung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen verpflichtet, maßgebliche internationale Konventionen ratifiziert sowie nationale Gewaltschutzgesetze und Aktionspläne in Kraft gesetzt. Der geringe Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die mangelnde Artikulation zwischen staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren erschweren jedoch die Umsetzung bestehender Gesetze und Pläne.

Ziel

Staatliche, nichtstaatliche und privatwirtschaftliche Akteure in der Region kooperieren bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in zwei Handlungsfeldern:

1. Verbesserung des Erfahrungsaustausches und der Kooperation zwischen regionalen und nationalen Akteuren

2. Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Durch Kampagnen, die Durchführung von Studien und die Verbreitung von Informationen wird ein Prozess des gesellschaftlichen Umdenkens unterstützt, der Gewalt gegen Frauen ablehnt. Gemeinsam durchgeführte Präventionsmaßnahmen von staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Partnern sowie Universitäten und Medien wirken auch gleichzeitig innerhalb der Organisationen.

Wirkungen

Von wissenschaftlichen Studien zum Gütesiegel für gewaltfreie Unternehmen

Gemeinsam mit Partnern wurden in allen vier Ländern wegweisende Studien zu den Kosten für Unternehmen durch Partnergewalt an Frauen durchgeführt. Mit den alarmierenden Zahlen wurde nicht nur das Interesse von Unternehmen geweckt, sondern auch die Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren initiiert. Ein Ergebnis ist unter anderem die Einführung des staatlichen Gütesiegels „Sicheres Unternehmen frei von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen" in Peru und Paraguay.

Mit einer App Gewalt gegen Frauen verhindern

Mehr als 400 Unternehmen in der Region setzen zahlreiche Maßnahmen um, zum Beispiel Kampagnen und Fortbildungen, und erstellen Handbücher zum Umgang mit Gewalt an Frauen. Durch eine besonders erfolgreiche Kooperation zwischen Ecuadors größtem Telekommunikationsunternehmen und ComVoMujer entstand die in allen Mobiltelefonen des Unternehmens vorinstallierte Smartphone-App „Junt@s" („Zusammen"). Frauen können so mit nur einem Knopfdruck die Notfallzentrale oder eine vertraute Person alarmieren.

Mittels Online-Zertifizierung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortbilden

Die Online-Zertifizierung „Sicheres Unternehmen" hat sich als sehr effizientes Mittel bewährt, um möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen fortzubilden. In mehr als 35 Unternehmen, Organisationen sowie bei der GIZ in Peru und Ecuador haben sich bisher mehr als 7.200 Personen zertifizieren lassen.

Briefe von Frauen – wortgewaltig statt gewalttätig

Seit 2011 läuft die Anti-Gewalt-Kampagne „Cartas de Mujeres" in der Region. In mehr als 44.000 gesammelten Briefen haben betroffene Frauen, Männer und Kinder ihrem Schmerz Ausdruck verliehen und sich dadurch in der Öffentlichkeit und bei den politisch Verantwortlichen Gehör verschafft.

Der Kinder-Lern-Parcours „Mitmachen macht Mut"

ComVoMujer hat einen Parcours zur Gewaltprävention für Mädchen und Jungen von 6 bis 9 Jahren entwickelt, der nicht nur in den Partnerländern, sondern auch in Deutschland auf großes Interesse gestoßen ist. So wurden bisher rund 10.000 Kinder spielerisch an das Thema Gewalt gegen Frauen herangeführt sowie etwa 1000 Lernbegleiterinnen und -begleiter ausgebildet.

Das Schweigen brechen – Frauenmorde in Lateinamerika

Mord an Frauen, nur weil sie Frauen sind, hat einen Namen: Feminizid. In Lateinamerika kommen Feminizide besonders häufig vor. Gemeinsam mit der Deutschen Welle wurde deshalb die Reportage „Das Schweigen brechen" gedreht und seit 2014 jährlich auf Spanisch, Deutsch, Englisch und Arabisch international und in der Region ausgestrahlt.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
15170

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Signifikante Nebenziele:

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Mutter-Kind-Gesundheit

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Vorgänger-Projekt
2009.2019.9

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
7.000.000 €

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