Ausgangssituation
Investitionen in eine „grüne" Wirtschaft erhalten in Südafrika verstärkt Aufmerksamkeit. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Orientierung auf ressourcenschonendes Wachstum gelten als Schlüssel wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung:
So wird der Bau von Kraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 40.000 Megawatt bis 2030 angestrebt; davon soll die Hälfte aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Die Treibhausgasemissionen sind bis 2020 um 34 Prozent und der Energieverbrauch bis 2015 um 12 Prozent zu senken. Parallel werden Effekte am Arbeitsmarkt erwartet: Schätzungen gehen von bis zu 400.000 neuen Arbeitsplätzen in einer „grünen" Wirtschaft aus. Umweltfreundliche Produktionsstandards und wettbewerbsfähige Energiekosten sollen positive Auswirkungen auf Erhalt und Qualität von Arbeitsplätzen haben.
Erfolgsfaktoren für eine „grüne" Wirtschaft sind, neben Verfügbarkeit „sauberer" Energie, gut ausgebildete Fachkräfte und angepasste Technologielösungen: Qualifizierte Manager, Ingenieure, Techniker und Handwerker, aber auch Technologien werden benötigt, um die lokale Produktion von Anlagen für den Energiesektor zu erhöhen sowie für energie- und ressourceneffiziente Produktionsprozesse.
Dieser Bedarf kann von den Hochschulen sowie den Berufsbildungs- und Technologietransfereinrichtungen nicht gedeckt werden. Sie sind nicht ausreichend vorbereitet, entsprechende Fachkräfte und Technologien für eine „grüne" Wirtschaft bereitzustellen. Zudem werden mit „grünen" Qualifikationen ausgestattete Fachkräfte bislang nur begrenzt von den Unternehmen nachgefragt. Umsetzungsstrategien existieren nur bedingt; die zentralen Akteure kooperieren unzureichend.
Ziel
Individuelle, institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind verbessert, um qualifizierte Fachkräfte und adäquate Technologien zum Aufbau der „grünen" Wirtschaft bereitzustellen.
Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kooperiert die GIZ eng mit den Ministerien für Höhere Bildung und Qualifizierung (DHET) sowie für Wissenschaft und Technologie (DST).
Die Koordination von Ministerien, Berufsbildungs- und Technologietransfereinrichtungen und Unternehmen wird verbessert. Dies erfolgt praktisch, sichtbar und übertragbar in Modellprojekten praxisorientierter Qualifizierung und angewandter Technologietransfers, beispielsweise zur Installation und Instandhaltung von Solar-Water-Heater- und PV-Anlagen, zum Wasser/Abwasser- und Abfallmanagement, zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz in Produktionsprozessen, zur Erhöhung des lokalen Produktionsanteils bei Technologiekomponenten von Anlagen erneuerbarer Energien.
Drei aufeinander abgestimmte Handlungsfelder werden definiert:
1. Gestaltung der Rahmenbedingungen für Modellprojekte zur „grünen" Kapazitätsentwicklung und zum Technologietransfer
2.Umsetzung der Modellprojekte
3.Verankerung von Lernerfahrungen und Wissenstransfer
Themen wie Gender, HIV/AIDS sowie Klima und Umwelt ziehen sich durch alle Handlungsfelder und schärfen das Bewusstsein für ökologische Nachhaltigkeit.
Was ist bereits erreicht
Erste Erfolge der südafrikanisch-deutschen Initiative „Skills for Green Jobs" sind bereits sichtbar:
Green College Initiative: Alle öffentlichen Berufsbildungscolleges engagieren sich landesweit in selbst definierten „grünen" Projekten.
Das Unterrichtsfach „Erneuerbare Technologien", Teil einer dreijährigen Ausbildung, ist an 7 Berufsbildungscolleges mit 500 Studenten seit Anfang 2015 eingeführt. Die Lehrenden der Berufsbildungscolleges werden im neuen Unterrichtsfach kontinuierlich weitergebildet. Lehr- und Lernmaterialien sind entwickelt und werden eingesetzt.
Neue Berufsbilder, wie der Solar-Water-Heater-Installateur oder der Installateur von PV-Anlagen, Voraussetzung für die Umsetzung von Modellprojekten, sind anerkannt.
Modellprojekte sind skizziert.
Das Green-Economy-Netzwerk ist im Eastern Cape, der Schwerpunktprovinz deutscher Entwicklungszusammenarbeit, etabliert.