Ausgangssituation
Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit - insbesondere bei Jugendlichen und Frauen - bleibt das Thema Beschäftigung eine der größten Herausforderungen für Tunesien. Die regionalen Unterschiede sind trotz des wirtschaftlichen Potenzials der ländlichen Gebiete in den verschiedenen Sektoren (Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus, Textil usw.) beträchtlich.
Vor diesem Hintergrund zielt das Vorhaben darauf ab, jungen Menschen Lösungen und gezielte Massnahmen anzubieten, um ihnen zu helfen, stabile und nachhaltige Arbeitsplätze zu finden. Das Vorhaben setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit regionalen öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Ziel
Ziel des Vorhabens ist es, die Beschäftigungssituation von Frauen und Männern in den Interventionsregionen zu verbessern.
Vorgehensweise
Das Projekt zur Beschäftigungsförderung im ländlichen Raum in Tunesien (PERR) wird von der GIZ in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Berufsbildung und Beschäftigung (MFPE) seit 2016 durchgeführt. Ziel ist es, die Beschäftigungssituation von Jugendlichen im ländlichen Raum durch gezielte Fachschulungen, Kompetenzentwicklungsmaßnahmen und Arbeitsvermittlung zu verbessern. Das Vorhaben arbeitet dabei mit öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen, um einen regionalen Multi-Stakeholder-Dialog zum Thema Beschäftigung aufzubauen, marktorientierte Trainingsangebote durchzuführen und die Umsetzung der nationalen Strategien für Berufsbildung, Unternehmertum und Beschäftigungsförderung zu unterstützen. Das Vorhaben beabsichtigt ebenfalls Bevölkerungsgruppen mit hohem Migrationspotenzial zu erreichen und bereits ausgewanderte Jugendliche zur Rückkehr zu ermutigen, indem ihnen berufliche Perspektiven in Tunesien angeboten werden.
Wirkung
Ein besonderer Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf der Errichtung von regionalen Steuerungsstrukturen, die Stakeholder aus dem öffentlichen und privaten Sektor sowie aus der Zivilgesellschaft zusammenbringen, um koordinierte Ansätze zur Beschäftigungsförderung zu finden und somit zur Erreichung der Projektziele in den Zielregionen beizutragen. Das Vorhaben hat folgende Ergebnisse erreicht:
•100 junge Frauen und Männer haben durch gezielte Schulungen im Textilbereich Beschäftigung in den jeweiligen Partnerunternehmen in Monastir gefunden.
•40 Unternehmer*innen (aus Tozeur und Kébili) haben eigene Unternehmen gegründet, um Schutznetze für Dattelpalmen herzustellen, da hiermit der Befall der Datteln durch Schädlinge deutlich reduziert und damit die Ernteerträge deutlich gesteigert werden können. Dadurch konnten 120 Arbeitsplätze geschaffen werden.
•Ein regionales Informationssystem zum Thema Beschäftigung ist erstellt worden. Mitarbeiter des Ministeriums für Beschäftigung und Berufsbildung und der dazugehörigen regionalen Büros haben Fortbildungen erhalten, um die nötigen Informationen aufzubereiten, zu pflegen und zeitnah zu veröffentlichen.