2012.2133.2

Bildung für Leben und Beschäftigung

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministerio de Educacion Guatemala

Kontext

Der nationale Entwicklungsbericht für Guatemala 2012 beschreibt die Unzulänglichkeit des Sekundarschulbereichs des Landes.Mehr als 20% der Bevölkerung zwischen 13 und 19 Jahren schließen die Sekundarschulbildun nicht ab, während 30% sich erst gar nicht in die Sekundarschule einschreiben. In einigen Regionen reicht diese Ziffer bis zu 50 oder 60%. Eine signifikant hohe Zahl der guatemlatekischen Jugendlichen verfügt also nur über eine Primarschulbildung, was die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem guatemaltekischen Arbeitsmarkt stark einschränkt.

Das Bildungsministerium möchte den Jugendlichen helfen sich "Basiskompetenzen" für das Leben anzueignen. Die vorgesehenen Maßnahmen beziehen sich vor allem auf die Stärkung der beruflichen Kompetenzen. In diesem Sinne ist die Reform des Sekundarschulbereichs eine der Prioritäten des Bildungsministeriums. Durch die Reform wird versucht den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden, indem Basiskompetenzen vermittelt werden, entweder um eine höhere akademische Bildung der Jugendlichen zu fördern, oder um ihnen die Möglichkeit zu geben sich direkt in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Regierung ist sich der Defizite im Sekundarschulbereichvor allem in den ländlichen Regionenbewusst und weiß um die Notwendigkeit politisch angemessene Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation signifikant verbessern.Ohne eine ausreichende und qualitativ angemessene Sekundarschulbildungwerden viele Regionen Guatemalas ohne die erhoffte wirtschaftliche und soziale Entwicklung bleiben. Die gilt vor allem für die ländlichen Regionen Guatemalas, in denen etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes lebt.

Ziel

Das Bildungsministerium verwendet im Rahmen seiner Reform der Sekundarschulildung institutionelle und pädagogische Instrumente, um eine Bildung anzubieten, die sowohl soziale Intergration als auch Vorbereitung auf das Berufsleben in den ländlichen Gebieten Guatemala ermöglicht.

Fokus

Das Programm ist kompatibel mit den Vorhaben des Bildungministeriums zur Reestrukturierung des Sekundarschulwesens und es fokusiert die Themen soziale Integration und Berufsvorbereitung. Seine Aktivitäten konzentrieren sich in den Regionen Alta Verapaz, Quiché und Chiquimulaauf folgende Themenschwerpunkte:

- Bildung für eine würdige Arbeit: Stärkung von Unternehmergeist und unternehmerischen Fertigkeiten.

- Bildung für eine aktive Bürgerpartizipation, Interkulturalismus und Frieden.

- Sicherstellung eines geordneten Übergangs von der Primarschule zur Sekundarschulbildung und zwischen Sekundarschulbildung und Arbeitsmarkt beziehungsweise tertiärem Bildungsbereich.

- Zugang zum Bildungssystem für Personen mit Behinderung mit dem Ziel soziale Exklusion und Diskriminierung zu überwinden.

Der deutsche Beitrag basiert vor allem auf der Beratung, welche die Bildungsforschung, das Bildungsmanagment, Aus und Weiterbildung des Personals, Currikulumsentwicklung und Implementierung fokussiert.Der Beitrag findet im Dialog mit der Zivilgesellschaft, dem Bildungsministerium und in Allianz zwischen Bildungsministerium, Unternehmensverbänden und Universitäten statt.

Das Programm arbeitet mit Institutionen der Sekundarschulbildung des öffentlichen und privaten Sektors der Sekundarschulbildung in den ausgewählten Munizipienzusammen, mit dem Ziel, dass es den Jugendlichen erleichtert wird in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Gleichzeitig werden die institutionellen Kapazitäten der Departementalregierungen im Bildungsbereich gestärkt.Im Bereich Jugendbildung und lokale Entwicklung wurde der Dialog und die Bildung von Netzwerken zwischen Produzenten, Gewerkschaften Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft gestärkt.

EDUVIDA versucht die soziale und wirtschaftliche Relevanz der Sekundarschulbildung anzuheben, indem die kulturelle Relevanz und die Qualität des Bildungsangebots verbessert werden. Ziel des Programms ist es außerdem einen Unternehmergeist unter den Jugendlichen zu generieren.

Das Programm stärkt das Ministerium und zivilgesllschaftliche Organisationen, die im Bereich Jugend und Bildung arbeiten.Es bestärkt eine Demokratiekultur und eine Kultur des Multikulturalismus, des Friedens und der Gerechtigkeit.

Demokratische Prinzipien undeiner Kultur der Menschenrechte müssen gestärkt werden und über den Bereich Bildung für Demokratie und Menschenrechte von der Schule aus in der Praxis umgesetzt werden.Auf diese Weise trägt das Programm indirekt zur Förderung der Demokratie in Guatemala bei.

Im Allgemeinen hilft das Programm dabei, Strategien und Strukturen des Bildungsmanagements auf mittlerer Verwaltungsebene zu stärken. Das Personal dieser Ebene ist in der Regel weniger von Rotationen aufgrund politischer Wechsel betroffen.

Das Bildungsministerium macht sich die good practiceErfahrungen, die in den ausgewählten Regionen und Munizipien gemacht werden zu nutzen und überführt sie als öffentliche Politik in das nationale Bildungssystem.

Nach 25 Jahren, in denen fast ausschließlich die Primarschulbildung gefördert wurde, spürt das Bildungsministeriums von Seiten der Gesellschaft nun den Druck die Sekundarschulbilungzu verbessern. Das Programm beginnt zu einem günstigen Zeitpunkt. Die GIZ ist in einer Arbeitsgruppe, des Gebernetzwerks vertreten, welches sich im Zuge der neuen Politik zur Stärkung der Sekundarschulbildung gebildet hat. Ziele des Gebernetzwerks sind es die Koordination unter den Gebern zu verbessern und die Bildungsqualität zu verbessern.

Das Programm koordiniert seine Aktivitäten eng mit anderen Projekten der GIZ und arbeitet mit der KFW zusammen.

Erreichte Ziele in EDUVIDA

In 10 (10) Munizipien wurde an der Entwicklung komunaler Bildungsprojekte gearbeitet.Fünf (5) der Projekte sind bereits entwickelt, davon vier in der Region Quiché und ein Projekt in Alta Verapaz. Außerdem wurde am Entwurf des Bildungsplans des Gemeindeverbands Copán-Chortí gearbeitet, welcher vier Gemeinden des Chortí Gebiets von Chiquimula umfasst. Eines der drei Bildungsprojekte wird bereits implementiert. Außerdem wurde ein kommunales Bildungsprojekt entwickelt und es haben sich drei Bildungsverbändeformiert. Diese Aktivitäten werden nun in öffentliche Politik übertragen und ab 2018 von Seiten des Ministeriums in allen Regionen umgesetzt. In allen Projekten sind Aspekte zur Verbesserung der Bildungsqualität und zum verbesserten Zugang zur Sekundarschulbildung inbegriffen.Der nationale Bidungsplan steht mit einem Zeitfenster bis 2032 in einer vorläufigen Version zur Verfügung.

In zehn (10) Sekundarschulbildungszentren wurden Übereinkünfte zwischen Schulen, Gemeinden, Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen getroffen, damit die Jugendlichen ihre Berufspraktika absolvieren können. 100% der Schüler in den betreffenden 10 Gemeinden haben ihre Praktika auf Basis der Übereinkünfte und entsprechend der Normen des Ministeriums absolviert. Neun (9) Schulzentren haben eine schriftliche Übereinkunft mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren verabschiedet.

Fünfzehn (15) Schulzedntren greifen auf Konzepte und Strategien zum Aufbau von Demokratiekompetenzen und Konzepte zum Aufbau von Fertigkeiten zum Eintritt in den Arbeitsmarkt zurück.

Die Themen soziale Inklusion und Berufsorientierung wurden mit Erfolg beim administrativen Personal des Ministeriums und bei Sekundarschullehrern verankert. 411 Mitarbeiter des Ministeriums und Lehrer – davon 215 Frauen – wurden in Bezug auf Bildungspolitiken für die Sekundarschulbildung weitergebildet. Von den 411 weitergebildetetn Personen, sind 180 Mitarbeiter im Bildungsministerium und 231 Lehrer an Sekundarschulen und an der staatlichen Universität San Carlos (USAC).

Das Universitätszentrum CUNORI in Chiquimula, das Universitätszentrum im Quiché und die Hochschule zur Lehrerausbildung EFPEM in Guatemala Stadt, alle Teilder staatlichen Universität USAC, haben eine Spezialisierung mit einer Dauer von 10-15 Monaten angeboten, die die Sekundarschulbildung ins Auge fasst und die sich an Hochschuldozenten richtet, die Lehrer für den Sekundarschulbereich ausbilden. Die Hochschule zur LehrerausbildungEFPEM bietet außerdem eine Spezialisierung in Bildungspolitik für die Sekundarschule an.

Für Sekundarschullehrer wurde ein Pädagogikkurs für die Sekundarschule entwickelt. Ein weiterer Kurs mit dem Fokus Unternehmertum und Bürgerschaftsbildung wird derzeit entwickelt.

mit Multikulturalismus, Frieden und Gerechtigkeit und wirkt sich indirekt auf Jugendgewaltprävention aus.

Durch die Einführung staatsbürgerkundlicher Elemente in die Lehrpläne sollen demokratische Prinzipien, einschließlich Menschenrechte gestärkt und in der Praxis verwirklicht werden. Indirekt trägt das Vorhaben damit zur Demokratieförderung bei.

Nach 25 Jahren fast ausschließlicher Primarschulförderung muss das guatemaltekische Bildungsministerium auf Grund gesellschaftlichen Drucks die Sekundarstufe gezielt ausbauen. Das EDUVIDA-Programm startete damit zu einem günstigen Zeitpunkt. Die GIZ ist in einer Arbeitsgruppe des Gebernetzwerks vertreten, die aufgrund des neuen politischen Interesses an der Sekundarschulbildung gegründet wurde. Ziele sind verbesserte Geberkoordinierung und Förderung der Bildungsqualität.

Das Vorhaben fördert vermehrt Managementstrategien und -strukturen auf den mittleren Ebenen der Schulbehörde. Das Personal ist dort in der Regel längerfristig beschäftigt.

Das Programm stimmt seine Aktivitäten eng mit anderen Vorhaben der GIZ ab und kooperiert mit der KfW Entwicklungsbank.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

EDUVIDA baut auf den Ergebnissen des bisherigen Bildungsprogramms PACE auf und entwickelt eingesetzte Methoden und erarbeitete Produkte weiter.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
11320

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Nachfolger-Projekt
2016.2245.5

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
6.274.503 €

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