2015.2211.9

Biodiversitätsmanagement und Klimawandel II

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Environment and Tourism

Ausgangssituation

Die natürlichen Ressourcen und biologische Vielfalt von Namibia bieten ein hohes Potenzial für die nachhaltige Entwicklung des Landes. Einzigartige Landschaften, eine reiche Tier- und Pflanzenwelt und mineralische Rohstoffe bergen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings werden Umwelt und Artenvielfalt durch nicht nachhaltige Praktiken wie Überweidung und Entwaldung bedroht oder beeinträchtigt. Experten erwarten außerdem, dass der Klimawandel die bereits jetzt ausgeprägte Verwundbarkeit des Landes gegenüber Dürren noch verstärken wird. Zwar hat Namibia eine vorbildliche Umweltpolitik entwickelt, häufig mangelt es aber noch an ihrer vollständigen Umsetzung.

Ziel

Namibia setzt aufeinander abgestimmte, für Biodiversität und Klimawandel relevante politische Maßnahmen, Strategien und Praktiken um. Dafür werden die Fähigkeit des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET) zur Gestaltung und Steuerung der Umsetzung verbessert. Dies trägt zur Sicherung der Lebensgrundlagen für die von den natürlichen Ressourcen abhängige einheimische Bevölkerung bei.

Vorgehensweise

Das Projekt wird gemeinsam vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) und der GIZ in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und nicht staatlichen Organisationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene durchgeführt. Zur Erreichung des Projektziels konzentriert es sich auf vier Handlungsfelder:

- Integration der umweltrelevanten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in die nationale Entwicklungsplanung

Viele der international vereinbarten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und ihre Unterziele haben eine umweltpolitische Relevanz für Namibia. Das Vorhaben unterstützt die Partner, die globalen Ziele auf nationale Ebene herunterzubrechen und geeignete Indikatoren zur Messung der Zielerreichung festzulegen. Dafür analsyisert das Projekt Potenziale aber auch Hemmnisse für eine nachhaltige Entwicklung, und erarbeitet Handlungsempfehlungen für den nationalen Nachhaltigkeitsrat (Sustainable Development Advisory Council). Dies beinhaltet u.a. auch einen Erfahrungsaustausch mit dem deutschen Rat für nachhaltige Entwicklung.

- Stärkung der Umweltfolgenabschätzung (Strategische Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung)

Das Projekt arbeitet mit dem namibischen Umweltministerium an einer effizienteren Umsetzung des 2007 verabschiedeten Gesetzes zu Umweltmanagement (Environmental Management Act). Hierfür erarbeitet das Vorhaben Durchführungsverordnungen (Regularien) und Leitlinien um die Qualität und Effizienz von Umweltverträglichkeits-prüfungen zu verbessern und ein höheres Maß an Bewusstsein in der Öffentlichkeit und bei Unternehmen (z.B. in den Bereichen Bergbau, Infrastruktur, Tourismus) für Umweltbelange zu erreichen.

- Schaffung eines regulativen Rahmens für den Zugang zu genetischen Ressourcen und ihre gerechte Nutzung (Access and Benefit Sharing ABS)

Namibia verfügt über eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die Potenziale für eine Nutzung bspw. als Arzneimittel, Kosmetikprodukte oder Nahrungsergänzungsstoffe bietet. Das Projekt unterstützt das Umweltministerium, hierfür einen regulativen und institutionellen Rahmen zu entwickeln um eine faire und nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen zu gewährleisten, von der auch indigene Völker und die lokale Bevölkerung profitieren. Ferner arbeitet das Vorhaben an der Analyse von Marktpotenzialen biologischer Ressourcen, um neue Wertschöpfungsketten zu entwickleln und damit Einkommensquellen für die ländliche Bevölkerung zu erschließen.

- Gemeinsame Umsetzung der drei Rio-Konventionen (Klimawandel, Erhalt der biologischen Vielfalt und Verhinderung der Wüstenbildung)

Namibia ist Unterzeichner der drei internationalen Umweltabkommen zu Klimawandel, Erhalt der biologischen Vielfalt und zur Verhinderung der Wüstenbildung („Rio-Konventionen"). Die Umsetzung der Abkommen erfordert konzertierte Aktionen über Sektorgrenzen hinweg, wobei dem Umweltministerium die Koordinationsrolle zukommt. Das Projekt unterstützt die Entwicklung sektorübergreifender Investitionsprogramme, um z.B. die Landwirtschaft oder Infrastrutkurentwicklung klima- und umweltfreundlicher zu gestalten und die Vorgaben der internationalen Vereinbarungen einzuhalten. Flankiert werden diese durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit um das Bewusstsein über Umweltbelange in der Bevölkerung zu erhöhen.

Wirkungen

Das Projekt trägt zur Erreichung der entwicklungspolitischen Ziele Namibias und zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung bei. Die effizientere Anwendung der Umweltgesetze, mehr Transparenz im Umweltmanagement und eine gerechtere Nutzung biologischer Ressourcen fördern den Erhalt der Ökosysteme. Durch das Projekt profitieren bspw. Produzenten biologischer Ressourcen (wie Marula-Öl oder das Anti-Rheumamittel Teufelskralle) sowie indirekt etwa 14.000 Erntearbeiter durch eine stärkere Teilhabe an den Gewinnen die aus der Nutzung entstehen. Hierfür wurde 2017 eine eigene Gesetzgebung über den gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung biologischer Ressourcen verabschiedet, die u.a. die Selbstbestimmung der indigenen Gemeinschaften sicherstellt und sie in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezieht.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
41010

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Desertifikationsbekämpfung
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
1300 Südliches Afrika

Nachfolger-Projekt
2019.2097.4

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
6.061.429 €

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