InsuResilience: Versicherungen zum Schutz gegen die Folgen des Klimawandels
Klima, Umwelt, Management natürlicher Ressourcen
Beschreibung
Das Vorhaben unterstützt den Aufbau von Klimarisikoversicherungen und deren Finanzierung in Ländern, die vom Klimawandel bedroht sind.
Keywords
Klimarisikoversicherung, Klimaanpassung, Katastrophenrisikomanagement, Klimarisikomanagement, InsuResilience
Bezeichnung
Deutscher TZ-Beitrag zur Umsetzung der G7 Initiative Klimarisikoversicherung 'InsuResilience'
Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land
Global
2016 bis 2019
Ausgangssituation
Extremwetterereignisse und andere Klimarisiken bedrohen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Besonders arme Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern sind häufig schutzbedürftig. Sie sind einem höheren Risiko ausgesetzt, ihre Existenzgrundlagen zu verlieren.
Klimarisikoversicherungen bieten finanziellen Schutz gegen die negativen Folgen von Extremwetterereignissen, die durch den Klimawandel immer häufiger und intensiver werden. Die InsuResilience Initiative wurde dafür 2015 im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft ins Leben gerufen. Wichtige Impulse ergeben sich durch die Unterzeichnung des internationalen Klimaabkommens im Dezember 2015 sowie durch die Verabschiedung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) im September 2015. Bei der Weltklimakonferenz im November 2017 in Bonn wurde die G7-Initiative zu einer Globalen Partnerschaft ausgebaut (InsuResilience Global Partnership). Diese bringt Vertreter der G20 und der V20 (The Vulnerable Twenty Group: die 20 Länder, die am stärksten von der Erderwärmung betroffen sind) mit Vertretern internationaler Organisationen, der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft an einen Tisch.
Ziel
Besonders arme und verwundbare Menschen in Entwicklungsländern sind durch verschiedene innovative versicherungsbasierte Instrumente besser gegen die negativen Folgen des Klimawandels abgesichert. Das Sekretariat der InsuResilience-Globalen Partnerschaft nutzt dazu marktorientierte Lösungen, die Armuts- und Genderaspekte berücksichtigen. Bis zu 400 Millionen Menschen erhalten Versicherungsschutz.
Vorgehensweise
Das Vorhaben fördert die internationale Verbreitung von marktorientierten und armuts- sowie gendersensiblen Lösungen für Klimarisikoversicherung in Entwicklungsländern durch die Akteure der InsuResilience-Initiative. Es arbeitet national und international mit öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren, um entsprechende Kompetenzen aufzubauen. Das Vorhaben unterstützt beim Aufbau und der Koordination des Sekretariates und der Steuerungs- und Fachgremien der InsuResilience-Initiative. Darüber hinaus fördert es das Wissensmanagement. Es berät fachlich und stärkt die Zusammenarbeit sowie den Austausch zwischen den Akteuren der Initiative.
Weiterhin arbeitet das Projekt im Bereich von direkten Versicherungslösungen. Dabei sichern sich Privatpersonen oder Unternehmen gegen Risiken ab und erhalten im Schadensfall direkt Hilfe, also zum Beispiel gegen Ernteausfälle. Das Vorhaben analysiert, entwickelt und verbreitet Ansätze und Fachwissen zu derartigen Instrumenten.
Wirkungen
- Seit dem Auftakt des Vorhabens hat sich die Initiative zu einer größeren Partnerschaft entwickelt. Sie ist stark gewachsen und hat mittlerweile über 70 Mitglieder. In der InsuResilience Global Partnership arbeiten Vertreter*innen der G20, der 20 einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer, zusammen mit Vertreter*innen der V20sowie Vertreter*innen internationaler Organisationen, der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Forschung an einem Tisch.
- Die Globale Partnerschaft wird mittlerweile als Forum zum Austausch und zur Verknüpfung sowie der Entwicklung von Lösungen wahrgenommen. Das höchste Steuerungsgremium ist mit hochrangingen Persönlichkeiten besetzt, die in ihrer politischen Botschafterfunktion die Mission der Partnerschaft entsprechend weitertragen und in die globale Anpassungsarchitektur einbetten sollen.
- Die Bedarfe von Frauen werden im Vorhaben besonders berücksichtigt, da es genderspezifische Unterschiede der Anfälligkeit gegenüber Klimarisiken gibt. Durch zwei Studien und eine Arbeitsgruppe, die Gender Working Group, kann die Partnerschaft nun konkrete Ansätze entwickeln. Dadurch werden Barrieren beim Zugang zu Versicherungsschutz für Frauen abgebaut.
- Die Tagung InsuResilience Global Partnership Forum versammelt mittweile eine aktive Gemeinschaft zum Erfahrungsaustausch und zur Präsentation von guten Beispielen aus der Praxis. Auf der Tagung entstehen neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sowie neue Allianzen. Seit 2017 findet sie jährlich statt.
- Die Program Alliance wurde neu gegründet. Sie vereint die Aktivitäten des Centre for Disaster Protection, der Global Risk Financing Facility und des InsuResilience Solutions Fund. Das Programm wird vom britischen Department for International Development (DFID), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Weltbank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Auch ein Sekretariat ist Teil der Program Alliance. Die Partner verfügen über eine breite Palette von Fachlösungen oder entwickeln diese.