Ausgangssituation
Im Jahr 2013 hat die togoische Regierung die Umstrukturierungs- und Strukturerweiterungsmaßnahmen im Energiesektor verstärkt. Energie ist nun zentral in der nationalen Strategie für beschleunigtes Wachstum und Beschäftigungsförderung verankert. Togo hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2024 eine nationale Elektrifizierungsrate von 50% zu erreichen.
Im Index 2017 (Human Development Reports, United Nations Development Programmes) der menschlichen Entwicklung liegt Togo auf Platz 162 von 187. 51% der Bevölkerung sind von Armut betroffen, 28% leben von weniger als USD 1,25 pro Tag. Das Land leidet unter einer politischen Krise, die erhebliche Auswirkungen auf den Energiesektor hat. Nur etwa 6% der ländlichen Gebiete sind elektrifiziert. Städtische Gebiete haben zu etwa 50 % Zugang zu Elektrizität. Generell leidet der Energiesektor unter den schlechten Rahmenbedingungen für eine dezentrale Energieversorgung.
(Die togoische Regierung hat 2013 die Maßnahmen zur Umstrukturierung und dem Ausbau der Strukturen im Energiesektor verstärkt. So ist der Energiesektor zum Beispiel zentral in Togos nationalem Entwicklungsplan, der Stratégie de Croissance Accélérée et de Promotion de l’Emploi (SCAPE) verankert, durch welchen sich das Land u.a. das ambitionierte Ziel einer nationalen Elektrifizierungsrate von 50% bis zum Jahr 2024 gesetzt hat.)
Auf institutioneller Ebene fehlt es der neu gegründeten Agentur für ländliche Elektrifizierung und erneuerbare Energien (AT2ER), die im Mai 2016 durch ein Präsidialdekret gegründet wurde, an Kapazitäten, ihre Aufgabenfelder zu erfüllen. Zudem fehlt es an Regulierungen für erneuerbare Energien und den Betrieb von netzfernen Anlagen. Nur wenige Unternehmen sind in der dezentralen Energieversorgung aktiv.
Ziel
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) begleitet und berät die GIZ das togoische Ministerium für Bergbau und Energie sowie weitere lokale, nationale und internationale Akteure bei der Förderung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energiegrundversorgung.
Die togoische Regierung hat die Voraussetzungen für eine dezentrale und Klimafreundliche Energiegrundversorgung verbessert.
Zielgruppe ist die ländliche Bevölkerung, die von der verbesserten Versorgung mit dezentraler Energie durch erneuerbare Energiequellen profitiert. Frauen und junge Erwachsene profitieren in erster Linie von der verbesserten Energieversorgung, da diese Menschen direkten Einfluss auf die Haushalte und die Eigenproduktion haben.
Eine weitere Zielgruppe sind AT2ER (Agence Togolaise pour les Energies Renouvelables et l’Electrification Rural)-Mitarbeiter, die von der TZ-Maßnahme unterstützt werden, Regierungsvertreter, deren Kapazitäten gestärkt werden, sowie der Privatsektor, der Technologien liefert und Systeme betreibt.
Vorgehensweise
Das Vorhaben ist in drei Handlungsfeldern aktiv.
Ein erstes Handlungsfeld unterstützt den Aufbau der Kapazitäten der AT2ER. Dazu wird zu internen Organisationsprozessen beraten.
Das zweite Handlungsfeld hat die Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen zum Ziel. Dazu werden grundlegende Regulierungen zur dezentralen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien in Togo gemeinsam mit den Partnerorganisationen entworfen und verabschiedet. Dieses Handlungsfeld wird großteils über eine externe Consultingfirma umgesetzt.
Das dritte Handlungsfeld Unterstützt die Erprobung von Geschäftsmodellen zur ländlichen Elektrifizierung und Versorgung mit Energieholz im ländlichen Raum. Dazu wird u.a. mit der togoischen Nichtregierungsorganisation MIVO gearbeitet, um lokale Verkaufs- und Produktionsstrukturen für dezentrale Energiesysteme aufzubauen.