Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Energieeffizienz und Erneuerbare Energie in bestehenden Sozialwohnungen in Mexiko
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko
Politischer Träger: Secretaría de Relaciones Exteriores (SRE)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2023
Ausgangssituation
Ende 2017 gab es in Mexiko 33 Millionen bewohnte Häuser. Damit ist Wohnen landesweit für 26 Prozent des Stromverbrauchs und 32 Prozent der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Gleichzeitig strebt die mexikanische Regierung eine langfristige Entwicklung an, die ein angemessenes Angebot an Sozialwohnungen garantiert. Dies ist ein wesentliches Element, um die national festgelegten Beiträge des Landes für das Pariser Übereinkommen und die Agenda 2030 zu erreichen.
Mexiko wird bis 2050 etwa 150 Millionen Einwohner haben. Die Langlebigkeit der bestehenden Gebäude macht es erforderlich, ihre Bau- und Energiequalität zu verbessern, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Es wird daher erwartet, dass bis 2030 ein Drittel der bestehenden Wohnungen ganz oder teilweise renoviert werden muss.
Die Baubranche hat bereits Erfahrung damit, Energieeffizienz (EE) und erneuerbare Energien (ER) beim Bau neuer Wohnungen zu berücksichtigen. Die energetische Sanierung bestehender Sozialwohnungen ist jedoch anspruchsvoller, da dort zusätzliche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören Baujahr, Baufläche, Standort und der aktuelle Energieverbrauch. Weiterhin müssen Einsparpotenziale berechnet werden, um Finanzierungsbeträge für die unterschiedlichen Zielgruppen zu berechnen.
Ziel
Die staatliche Förderung für Energieeffizienz und erneuerbare Energien im bestehenden sozialen Wohnungsbau in Mexiko ist verbessert.
Vorgehensweise
Das Programm hat drei thematische Schwerpunkte:
Finanzierung: Das Vorhaben möchte das Angebot an staatlichen Entwicklungsprogrammen verbessern. Es arbeitet mit den wichtigsten Finanzinstitutionen des Wohnungssektors daran, die Mechanismen und Programme zur Finanzierung von nachhaltigem Wohnraum zu analysieren. So erleichtert es die technische und finanzielle Bewertung von energetischen Sanierungsprojekten. Technische und finanzielle Kriterien sowie geeignete Kontrollmechanismen werden entwickelt, um die Wirksamkeit und Rentabilität zu gewährleisten.
Zu den Partnern zählen das Institut des Nationalen Fonds für Arbeiterwohnungen (INFONAVIT), die Nationale Koordination für Eigenbau (CNAP) und die Bundeshypothekenbank (SHF).
Design und technologische Zusammenarbeit: Um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen, muss zunächst das Potenzial für Energieeinsparungen berechnet werden. Dafür wird die Gesamtleistung bestehender Sozialwohnungen bewertet und eine Auswahl der Maßnahmen getroffen.
In verschiedenen Regionen des Landes sollen anschließend Pilotprojekte starten, um die Machbarkeit verschiedener Technologien zu bewerten. Das Vorhaben unterstützt wichtige Institutionen dabei, dass alle Faktoren, die den Energiebedarf des Gebäudes beeinflussen sowie deren Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Ausbildung: Geschultes Personal ist erforderlich, um den aktuellen Zustand der Wohnungen zu erfassen, einen energetischen Sanierungsplan vorzuschlagen und die Arbeiten vor Ort durchzuführen. Daher arbeitet das Vorhaben mit Universitäten und Ausbildungseinrichtungen zusammen, um Kurse für Architekturschaffende, Bauverantwortliche, Energieberater*innen, Aufsichtspersonen und Bautechniker*innen zu entwickeln. Zu den wichtigsten Themen zählen Energieeffizienz, Werkzeuge zur Simulation der Umweltverträglichkeit sowie erneuerbare und hocheffiziente Energiesysteme.
Die zuständigen Beamt*innen sowie die wichtigsten Akteur*innen der beteiligten Finanzinstitutionen werden darin unterstützt, ihre Kompetenzen im Bereich der Energieeffizienz und der Wohnraumsanierung zu stärken.