2012.9761.3

Entwicklung von Kapazitäten zur Stärkung der Dürreresilienz der (agro-)pastoralen Bevölkerung im Tiefland von Äthiopien

dd_project_db.evaluation_notice.text
Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Agriculture and Rural Development

Ausgangssituation

Die Regionen Afar und Somali gehören zu den am wenigsten entwickelten Regionen des äthiopischen Tieflands, und ein großer Teil der pastoralen und agro-pastoralen Bevölkerung von etwa 7 Millionen Einwohnern lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Aufgrund der extremen ökologischen Bedingungen mit den heißesten Temperaturen der Welt, geringen Niederschlägen, wenig Ackerland und dem knappen Zugang zu Wasser dient die semi-nomadische Viehhaltung dem Lebensunterhalt des größten Teils der Bevölkerung. Dieses Wirtschaftssystem, das früher gut an die herausfordernden ökologischen Bedingungen angepasst war, gerät zunehmend unter Druck. Die Auswirkungen des Klimawandels mit häufigeren Dürren und außergewöhnlichen Niederschlagsereignissen sowie das Bevölkerungswachstum führen zu einer Verknappung der natürlichen Ressourcen. Die bisherigen Entwicklungsstrategien berücksichtigten kaum die Besonderheiten der semi-nomadischen Lebensweise und die ökologischen Bedingungen der Region.

Ziel

Der Zugang der halbnomadischen, agro-pastoralen und pastoralen Bevölkerung zu den natürlichen Ressourcen wie Wasser, Land und Weidegründen ist gesichert und die Flächen können intensiver genutzt werden. Institutionen und örtliche Gemeinschaften sind besser in der Lage, Maßnahmen zur Dürreresilienz durchzuführen, die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinden bezüglich Dürren ist gestärkt.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt die äthiopischen Partner, die sich mit pastoralen Themen befassen, die Kapazitäten ihrer Institutionen auf Bundes-, Regional-, Kreis- und Dorfebene zu verbessern. Die Maßnahmen zur Stärkung der Dürreresilienz konzentrieren sich auf die Planung der Landnutzung mit allen Nutzern und der Verwaltung, die Sicherung des Zugangs zu Land und Wasser, die Verbesserung der Weiden und die Förderung einkommensschaffender Maßnahmen. Neue Technologien zur Sicherung von Boden und Wasser für die Futter- und Nahrungsproduktion auf kommunalem Land werden getestet und für eine Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellt.

Innovativ für das äthiopische Tiefland mit seinen Trockentälern ist die Einführung von wasserverteilenden Flussschwellen und angepassten Trockensteinmauern. Sie halten die im Hochland abgetragenen fruchtbaren Boden und Wasser aus Sturzfluten zurück. Das verbesserte Land wird durch den Anbau von Futter- und Nahrungsmitteln genutzt, entsprechend dem pastoralen und ökologischen Kontext. Ihr Verkauf schafft weitere Einnahmen. Weiterhin werden Maßnahmen zur Verringerung des Wachstums von sich stark verbreitenden invasiven Pflanzen durchgeführt.

Die notwendigen personellen Kapazitäten werden aufgebaut. Für Pastoralisten wird eine Grundausbildung als Maurer angeboten. Sie können ihre neuen Fähigkeiten für den Bau und die Instandhaltung von Flussschwellen sowie zur Schaffung alternativer Einkommen durch Maurerdienstleistungen einsetzen.

Resultate

In neun Distrikten in Afar und Somali wurden in sechs Trockentäler 17 wasserverteilende Flussschwellen gebaut. Auf den entstandenen Flächen werden Elefantengras, Mais oder Sorghum erzeugt. Alle Maßnahmen wurden gemeinsam mit traditionellen Vertretern von Pastoralisten und Agro-Pastoralisten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Verwaltung geplant.

Bis Oktober 2019 wurden insgesamt 300 Männer in grundlegenden Maurerfertigkeiten einschließlich funktionaler Alphabetisierung geschult. Von den 300 Hilfsmaurern erhielten 140 eine weiterführende Ausbildung, die durch eine staatliche Prüfung mit offiziellem Zertifikat beendet wurde. Viele dieser Maurer verwenden ihre neu erlernten Fähigkeiten dazu, jetzt Maurerdienstleistungen gegen Bezahlung zu erbringen.

Auf regionaler und föderaler Ebene unterstützte das Projekt die äthiopische Regierung in 12 Dialogforen. Die Ergebnisse wurden in 5 politische Richtlinien und Strategien aufgenommen.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
31130

Kombifinanzierung
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC) (5,43 Mio. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Anpassung an den Klimawandel

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Desertifikationsbekämpfung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
1500 Ostafrika und Horn von Afrika

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
9.433.333 €

Wird geladen