Ausgangssituation
Die Republik Moldau verzeichnete seit 2008 ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von mehr als 4 Prozent. Die Armut im Land hat sich deutlich reduziert, trotzdem ist es weiterhin eines der ärmsten in Europa. Lediglich etwa 40 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hat eine Beschäftigung. Viele Moldauer suchen mangels beruflicher Perspektiven im Ausland nach einer Beschäftigung.
Ein bedeutender Faktor für geringe Produktivität, und damit ein wesentliches Investitionshemmnis, ist der Mangel an bedarfsgerecht qualifizierten Arbeitskräften. Die beruflichen Kompetenzen der Absolventen beruflicher Ausbildungsgänge entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Die Lehrpläne in der Berufsbildung sind häufig nicht aktuell und haben wenig berufspraktische Elemente. Ursache dafür ist unter anderem die geringe Mitwirkung von Sozialpartnern an der Ausgestaltung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen.
Mit Unterstützung des Vorhabens fasste im Januar 2018 die Regierung einen Beschluss über die Organisation dualer beruflichen Erstausbildung in der Republik Moldau. Damit ist eine verbindliche normative Grundlage für die duale Berufsbildung mit klar definierten Ausbildungsbeziehungen sowie Mandaten von Staat, Unternehmen und Wirtschaftsgremien geschaffen.
Ziel
Das System der bedarfsorientierten dualen Berufsbildung zur Förderung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Moldau ist gestärkt.
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Bildung, Kultur und Forschung sowie privatwirtschaftliche Akteure, Sozialpartner und Bildungseinrichtungen dabei, gemeinsame Ansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die duale Berufsbildung zu finden. Beratung und Unterstützung werden in Form von Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung bereitgestellt.
Zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern gehören:
• Stärkung der Fähigkeit staatlicher, privater und zivilgesellschaftlicher Akteure, ihre Rolle im dualen Berufsbildungssystem im Einklang mit dem verbesserten und konsolidierten institutionellen und normativen Rahmen zu erkennen und auszuüben.
• Unterstützung der dualen Partner bei der Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen für die zuständigen Stellen; bedarfsorientierte Konsolidierung der Dialog- und Kooperationsmechanismen.
• Maßnahmen zur personellen und institutionellen Stärkung der Industrie- und Handelskammer Moldaus als der zuständigen Stelle für duale Berufsbildung und als Dienstleisterin für Unternehmen, die an der dualen Berufsbildung beteiligt oder an einer entsprechenden Kooperation interessiert sind.
• Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots an dualer Erstausbildung entsprechend den quantitativen und qualitativen Anforderungen des Arbeitsmarkts.
• Schaffung der Voraussetzungen für eine umweltorientierte duale berufliche Erstausbildung mit der Perspektive, ökologische und nachhaltige Unternehmen zu fördern.
• Die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zur umweltorientierten dualen Berufsbildung erfolgt über Image- und Medienkampagnen. Mit dem Aufbau regionaler Unterstützungsstrukturen wird sichergestellt, dass Zielgruppen in entlegenen Gebieten einschließlich benachteiligter Bevölkerungsgruppen erreicht werden.
Wirkungen
Eine Übertragung von Zuständigkeiten im Bereich Berufsbildung von den staatlichen Behörden auf die Privatwirtschaft, vertreten durch Partnerunternehmen wie auch die Industrie- und Handelskammer, wurde bewirkt. Darüber hinaus wurde die duale Berufsbildung als praktikable Alternative zur traditionellen schulischen Berufsbildung in das bestehende Berufsbildungssystem integriert.
Die Rolle der Unternehmen als Motor der dualen Berufsbildung ist gestärkt. Mit Unterstützung des Projekts boten knapp 70 Unternehmen im Schuljahr 2018–2019 über 1.500 Ausbildungsplätze.
Die Beschäftigungschancen junger Männer und Frauen sind gestiegen. Die Einstellungsquote der Absolventen liegt konstant bei fast 60 Prozent, wesentlich höher als im klassischen Ausbildungssystem.