Herausforderung
Mauretanien steht aufgrund seines bescheidenen Wirtschaftswachstums und des starken Bevölkerungswachstums vor großen Herausforderungen. Die ländlichen Gebiete sind am stärksten von Armut und sozialer Diskriminierung betroffen. Die Arbeitssuche ist oft schwierig und junge Menschen sind die ersten Opfer dieser Situation: 34,6 % der Arbeitslosen sind jünger als 24 Jahre. Frauen sind mit einer Arbeitslosenquote von 13,6 % härter betroffen als Männer (10,9 %).
Die Regierung hat die Förderung der Beschäftigung zu einer nationalen Priorität gemacht, doch die Ursachen für die hohe Jugendarbeitslosigkeit bestehen weiterhin. Zu diesen Ursachen gehören unter anderem ein niedriges Bildungsniveau, eine nicht an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasste Aus- und Weiterbildung, ein schwacher Privatsektor und fehlende Strukturen zur Unterstützung von Unternehmertum und Unternehmensgründungen, was eine verstärkte Landflucht, insbesondere unter jungen Menschen, zur Folge hat.
Um die Möglichkeiten der ländlichen Regionen bestmöglich zu nutzen und das Wirtschaftswachstum nachhaltig anzukurbeln, benötigt Mauretanien qualifizierte Arbeitskräfte und geeignete Initiativen zur Entwicklung des Privatsektors. Zu diesem Zweck unterstützt das Projekt das Ministerium für Beschäftigung und Berufsbildung (MEFP) bei der Umsetzung der nationalen Beschäftigungsstrategie (SNE 2018-2030).
Ziel
Die Beschäftigungssituation von Jugendlichen in ausgewählten Regionen Mauretaniens ist verbessert und ländliche Strukturen der Beschäftigungsförderung sind geschaffen
Der Lösungsansatz
Das Vorhaben setzt auf die Entwicklung passender Qualifizierungsangebote für junge Menschen und die Unterstützung der lokalen Wirtschaft. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Verbesserung der Kapazitäten der wichtigsten nationalen Partnerinstitutionen wie der mauretanischen Industrie-, Handels- und Landwirtschaftskammer (CCIAM), der nationalen Beschäftigungsagentur (TECHGHIL) und einer Auswahl von Schulen für technische Bildung und Berufsausbildung (EETFP), in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Beschäftigungskomitees, die mit Unterstützung des PELIMIR-Vorhabens errichtet wurden.
In Partnerschaft mit diesen Institutionen und Ausbildungszentren werden intensive und kurzfristige Erstqualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche im ländlichen Raum durchgeführt. Diese sind auf die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarktes zugeschnitten und erleichtern einen schnellen Berufseinstieg der Begünstigten.
Die neuen lokalen Beschäftigungsausschüsse, die sich aus kleinen Gewerbetreibenden, Handwerkern, öffentlichen Institutionen, Mikrofinanzinstituten und anderen wichtigen Wirtschaftsakteuren zusammensetzen, bieten einen Raum für einen Ideenaustausch und Entscheidungsfindung. Gemeinsam werden die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ermittelt und Lösungen vorgeschlagen. Darüber hinaus fördert das Vorhaben die Entwicklung und Neugründung von Unternehmen.
Im Hinblick auf den Klimawandel werden im Rahmen einer Ko-finanzierung durch die Europäische Union Forschung und Ausbildung in der Land- und Weidewirtschaft modernisiert. Im Fokus stehen an den Klimawandel angepasste Sorten von Feldfrüchten, landwirtschaftliche Techniken für den Regenfeldbau und verbesserte Praktiken für die Viehhaltung. Diese Komponente wurde im September 2021 abgeschlossen.
Wirkungen in Zahlen…
Seit Beginn des Vorhabens haben bereits 2.234 Personen, darunter knapp 2.124 Jugendliche und über 1.250 (60%) Frauen, an Kurzzeitkursen, beruflicher Orientierung oder Schulungen zu Unternehmensentwicklung und Neugründungen teilgenommen. 642 Auszubildende (68% Frauen) fanden anschließend eine Beschäftigung in sehr kleinen Handwerksbetrieben, landwirtschaftlichen Betrieben oder machten sich selbstständig. 572 Ausgebildete (78% Frauen) verbesserten ihr Einkommen durch die neu erworbenen Fähigkeiten. Über 800 Personen profitieren von einer besseren Arbeitsqualität durch strukturiertere Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation oder eine bessere Ausstattung