Ausgangssituation
Die ECOWAS (Economic Community of West African States) ist ein Zusammenschluss von 15 westafrikanischen Staaten: Benin, Burkina Faso, Cabo Verde, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea Bissao, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo. Trotz eines ansehnlichen Wirtschaftswachstums der Staaten-emeinschaft von jährlich 5-8 % seit dieser Dekade, ist die mangelnde und unzuverlässige Versorgung mit Strom in der Region nach wie vor ein wesentliches Entwicklungshemmnis. Von den mehr als 340 Mio. Einwohnern haben nur etwa 42 % der Bevölkerung Zugang zu Strom. Hoffnungen werden in einen gemeinsamen Strommarkt der ECOWAS-Mitgliedstaaten gesetzt, der es erlauben würde, RE- und andere Energieressourcen stärker grenzüberschreitend zu nutzen.
Durch das Vorgängervorhaben sind zum heutigen Stand bereits konkrete Verbesserungen der Rahmenbedingungen in Bezug auf RE erzielt worden. Den Partnern stehen Best Practice-Erfahrungen für die Wissensverbreitung und Bewusstseinsstärkung zur Verfügung und die Stromerzeuger können auf eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten zur Reduzierung ihrer technischen und kommerziellen Verteilungsverluste zurückgreifen. Mit Ergebnissen auf Ebene der übergeordneten entwicklungspolitischen Wirkungen ist erst zu einem späteren Zeitpunkt zu rechnen. Umgesetzt wird das Vorhaben mit drei gleichberechtigt nebeneinander stehenden Durchführungspartnern: ECOWAS-Zentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (ECOWAS Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency, ECREEE) mit Sitz in Cabo Verde, Westafrikanischer Stromverbund (West African Power Pool, WAPP) mit Sitz in Benin und die regionale Regulierungsbehörde für den Elektrizitätssektor der ECOWAS (ECOWAS Regional Electricity Regulatory Authority, ERERA) mit Sitz in Ghana. Alle drei Institutionen verfügen über ein starkes politisches Mandat und sind in der Region gut vernetzt. Das Vorhaben richtet sich an alle 15 Mitgliedsstaaten und fördert eine breitenwirksame, technisch und wirtschaftlich effiziente sowie sozial und ökologisch verträgliche Energieversorgung.
Kern des Vorhabens ist es, den Schub und die Gestaltungskraft des gemeinsamen energiepolitischen Handelns der Mitgliedstaaten für eine beschleunigte Energiewende auf nationaler Ebene zu nutzen. Das bedeutet, die regionalen Fachinstitutionen der ECOWAS in der Ausübung ihrer Mandate und Funktionen zu stärken und über sie regional abgestimmte energiepolitische und -fachliche Vorgaben und Empfehlungen in die nationale Umsetzung zu tragen. Mit der EU ist eine Kooperation zur Entwicklung von Energiekorridoren, RE-Qualitäts- und Energieeffizienzstandards und zu ländlicher Elektrifizierung durch RE vereinbart.
Ziel
Die Voraussetzungen für einen klimafreundlichen Strommarkt in der ECOWAS Region sind verbessert
Vorgehensweise
Das Vorhaben verfolgt einen Mehr-Ebenen- und Multi-Akteurs-Ansatz. Es verknüpft energiefachliche, methodische und Prozessberatung bei den Durchführungspartnern mit ausgewählten Maßnahmen zur Förderung der Implementierung regionaler Vorgaben auf der nationalen Ebene. Die relevanten Akteure, nationalstaatliche oder lokale Organisationen sowie ausgewählte EVU werden in der Ausübung ihrer jeweiligen Rollen und Funktionen sowie ihrer Dialog- und Konsensbildungsfähigkeit gestärkt. Organisationen des Privatsektors oder der Verbraucher werden anlassgemäß einbezogen. Die CD-Strategie sieht dazu Maßnahmen der strategischen Kompetenzentwicklung (sowie auch CD-Maßnahmen zur Entwicklung von Organisationen und Kooperationen im Sektor und die Gestaltung von Rahmenbedingungen auf regionaler oder nationalstaatlicher Ebene vor.
Das Vorhaben gliedert sich in drei Handlungsfelder: (1) Ausbau erneuer-arer Energien, (2) Ausbau Energieeffizienz und (3) Funktionalität des regionalen Strommarktes. Es verknüpft energiefachliche, methodische und Prozessberatung bei den Durchführungspartnern mit Maßnahmen zur Förderung der Implementierung regionaler Vorgaben auf nationaler Ebene. Die Partner und nationale Akteure werden in der Ausübung ihrer jeweiligen Rollen und Funktionen sowie ihrer Dialog- und Konsensbildungs-fähigkeit gestärkt.
Das Vorhaben ergänzt das Engagement der KfW Entwicklungsbank bei der Finanzierung von Erzeugungs- und Übertragungsinfrastruktur zum Aufbau des WAPP. Es stimmt sich intensiv mit bilateralen und globalen Vorhaben ab, vor allem in Nigeria, Ghana, Senegal und Benin. Eine enge Abstimmung erfolgt ebenfalls mit der Europäischen Union, der US-amerikanischen Entwicklungsagentur (USAID), der Weltbank und anderen Gebern.