2016.0110.3

Förderung ernährungssensitiver Kartoffel-Wertschöpfungsketten in Ostafrika

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation

In den Ländern Kenia und Uganda ist über ein Viertel der Bevölkerung unterernährt. Mehr als 35 Prozent der Menschen leben in Armut mit weniger als 1,90 US-Dollar am Tag. Die Landwirtschaft hat in beiden Ländern eine große wirtschaftliche Bedeutung. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerungen finden dort Beschäftigung und Einkommen.

In Kenia ist die Kartoffel nach Mais das zweitwichtigste Grundnahrungsmittel und eine entscheidende Einnahmequelle für rund 800.000 Bäuerinnen und Bauern. Auch in Uganda ist die Kartoffel ein wesentliches Grundnahrungsmittel. Sie ist potenziell ertragreich, hat eine relativ kurze Wachstumsphase von 90 bis 120 Tagen, so dass zwei bis drei Mal im Jahr geerntet werden kann. Dadurch ist die Kartoffel sehr gut geeignet, die Einkommen kleinbäuerlicher Produzentinnen und Produzenten langfristig zu steigern. Als Lieferantin von Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen bedient sie die Nachfrage nach gesunden und reichhaltigen Nahrungsmitteln und trägt zur Ernährungssicherheit in beiden Ländern bei.

Ziel

Die Potentiale ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten werden in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda genutzt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger". Es arbeitet in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda mit den zuständigen Ministerien und einer Vielzahl von Personen und Institutionen zusammen.

Dabei unterstützt das Vorhaben die Verbesserung der Produktivität und Qualität der Kartoffelerzeugung in kleinbäuerlichen Betrieben und den Ausbau des Marktzugangs. Höhere Erträge und Einkommen werden langfristig sichergestellt, indem innovative, angepasste Anbau- und Erntepraktiken gefördert und unternehmerische Fähigkeiten gestärkt werden.

Um die Ernährungssituation von mangelernährten Menschen zu verbessern, lernen Familien in Praxiskursen alles Wissenswerte rund um eine ausgewogene Ernährung, gesunde Essenszubereitung, Lagerung von Lebensmitteln sowie Hygiene.

Damit innovatives Wissen und erfolgreiche Ansätze des Kartoffelanbaus institutionell verankert und langfristig genutzt werden, fördert das Vorhaben den fachlichen Dialog zwischen den Akteuren aus dem Anbau, der Verarbeitung und Vermarktung, der Wissenschaft und der Politik. Die Festschreibung in nationalen Strategien sowie deren Umsetzung führt so zu einer nachhaltigen Breitenwirksamkeit der geförderten Maßnahmen.

Wirkungen

Durch das Vorhaben wurden bisher 1.185 sogenannte Bauernfeldschulen durchgeführt. Dabei wurden 21.024 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in guten landwirtschaftlichen Fachpraktiken und wirtschaftlich sinnvollem Kartoffelanbau geschult. Regelmäßige Datenerhebungen zeigen, dass durch Anwendung der vermittelten Praktiken und verbessertes Saatgut Ertragssteigerungen in Kenia von acht (2016) auf 12,38 Tonnen pro Hektar (2021), und in Uganda von 12,5 (2017) auf 18,52 Tonnen pro Hektar (2021) erreicht wurden.

In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Agrarforschungszentrum für Kartoffel (Centro Internacional de la Papa, CIP) richtete das Vorhaben Demonstrationsfelder ein, auf denen landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater sowie auch Landwirtinnen und Landwirte geschult werden. Themen der Schulungen sind u.a. verbesserte Fruchtfolgen, Kontrolle von Kartoffelkrankheiten und Pflanzenschutz sowie Sortenvielfalt. Ferner werden in Zusammenarbeit mit dem CIP kleinbäuerliche Saatguterzeuger darin unterstützt, moderne Methoden der Saatgutvermehrung zu nutzen und somit zur Verbesserung des Angebots an Qualitätssaatgut beizutragen.

Im Bereich Ernährung und Gesundheit haben vom Vorhaben ausgebildete Beraterinnen und Berater in Kenia und Uganda bisher 31.556 Personen mit regelmäßigen Schulungen zu den Themen Kochen, Lagerung von Lebensmitteln, Anlegen von Küchengärten, Hygiene und Ernährung erreicht. Aktuelle Befragungen zeigen, dass über 80 % der geschulten Personen die erworbenen Kenntnisse anwenden und mehr Vielfalt in der Ernährung ihrer Haushalte ermöglicht haben.

Das Vorhaben unterstützt in Kenia den nationalen Kartoffelrat (National Potato Council of Kenya, NPCK) und in Uganda die nationale Kartoffelplattform (Uganda Potato Plattform limited, UPPltd) dabei, nationale und regionale Strategien für den Kartoffelanbau zu erarbeiten und umzusetzen.

Das Vorhaben koordiniert zudem eine länderübergreifende Arbeitsgruppe zum Thema Kartoffel, an der neben Kenia und Uganda Personen aus Partnerinstitutionen aus Indien, Kamerun, Mali, Nigeria und Tunesien mitwirken. Über Fachinputs, Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie technische Begleitung werden innovative Lösungen länderübergreifend verbreitet und Maßnahmen zum Aufbau bzw. Stärkung von nationalen Dialogforen gefördert.

Stand: Februar 2022 
Informationen

CRS-Schlüssel
31161

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
G510 Agrarsysteme und Agrarlieferketten

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
9.900.000 €

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