Ausgangssituation
Angesichts fortbestehender Armut trotz erheblichen wirtschaftlichen Wachstums sowie wachstumsbedingter Auswirkungen auf Umwelt und Klima stehen die Philippinen vor der Herausforderung, ihre Wirtschaftsentwicklung auf ein nachhaltiges Wachstum umzusteuern, das auch sozial benachteiligte Gruppen mit einbezieht.
Bei 99 Prozent der Betriebe handelt es sich um kleinste, kleine und mittelgroße Unternehmen, die oft Umwelt und Klima durch ihre Produktion oder ihre Geschäftstätigkeit belasten Die Tourismusbranche ist für die Philippinen aufgrund ihres Wachstumspotenzials und der engen Verflechtung mit anderen vor- und nachgelagerten Wirtschaftssektoren von großer Bedeutung. Allerdings führen der hohe Wasser- und Energieverbrauch, ungenügendes Abfall- und Abwassermanagement sowie ein hoher Ausstoß von Treibhausgasen zu hohen Umweltbelastungen und zur Minderung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Behörden und Privatwirtschaft erkennen die Herausforderungen, doch fehlt ihnen das Know-how, um Lösungen zu finden und umzusetzen.
Ziel
Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen arbeiten umwelt- und klimafreundlicher. Für die Wirtschaftsentwicklung relevante Regierungsinstitutionen bieten die dafür erforderlichen Dienstleistungen und Strategien an.
Vorgehensweise
Das Projekt organsiert Kampagnen in den Medien, um das Bewusstsein der Betriebe und lokalen Regierungen für eine umwelt- und klimafreundliche Entwicklung zu schärfen. Privatwirtschaft und Regierung bringt das Projekt an einen Tisch, damit die Partner bestehende Ansätze der Privatwirtschaftsentwicklung um Aspekte einer umweltfreundlichen und klimasensiblen Wirtschaftsentwicklung erweitern.
Die Betriebe erhalten Informationen zu technologischen Möglichkeiten, um umwelt- und klimafreundlicher zu agieren und Potenziale im eigenen Unternehmen zu erkennen. Die Unternehmen werden über „grüne" Finanzprodukte und Förderinstrumente informiert, um Verbesserungen im eigenen Haus umsetzen zu können. Besonders umweltfreundliche und klimasensible Betriebe unterstützt das Projekt dabei, an Wettbewerben teilzunehmen.
Das Vorhaben hat 2013 in den beiden Pilotprovinzen Cebu und Bohol begonnen und setzt die bisherigen Erfahrungen zusammen mit dem Partnerministerium seit Mitte 2014 in sieben weiteren Provinzen um, ab 2015 kommen nochmals sieben hinzu.
Im Fokus der Arbeit steht die Tourismusbranche, durch die auch die Sektoren Transport, Souvenirs oder Nahrungsmittel eingebunden sind.
Wirkungen
Das Engagement des Partnerministeriums, die grüne Wirtschaftsentwicklung zu fördern, wirkt sich nicht nur auf die Provinzen Bohol und Cebu, sondern auch auf nationaler Ebene aus. Im Rahmen eines Förderprogrammes beschafft das Partnerministerium energieeffiziente Maschinen und Solaranlagen und integriert „grüne" Themen in die landesweit durchgeführten Trainingsprogramme für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen an seinem Trainingsinstitut. Darüber hinaus möchte das Ministerium „grüne" Aspekte in seine Richt- und Leitlinien für die Industrie und das produzierende Gewerbe aufnehmen. Neben dem Wirtschaftsministerium interessieren sich auch das Tourismus- und Arbeitsministerium zunehmend für diese Thematik
Auch Kammern und Wirtschaftszusammenschlüsse zeigen ein gestärktes Interesse an Informationen zu adäquaten Lösungen für ihre Mitglieder, die eine Verbindung zwischen grüner Wirtschaftsentwicklung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen herstellen. Die Wirtschaftskammer in Cebu zum Beispiel hat mehrere Veranstaltungen zu diesem Thema integriert.