2018.9009.4

Forum Nachhaltiges Palmöl

Auftraggeber
Bundesministerium f. Landwirtschaft, Ernährung u. Heimat (BMLEH)
Land
Dauer
–
Partner
African Union Commission

Hintergrund

Weltweit wurden 2017 knapp 68 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Im gleichen Jahr lag in Deutschland der Verbrauch bei insgesamt rund 1,1 Millionen Tonnen. Aufgrund der großen Nachfrage ist die weltweite Anbaufläche für Ölpalmen seit 1985 um mehr als das Zehnfache gestiegen. Inzwischen werden Ölpalmen weltweit auf einer Fläche von 17 Millionen Hektar angebaut – eine Anbaufläche, deren Größe rund der Hälfte der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht: Allein Indonesien plant, seine Anbauflächen bis 2025 auf 20 Millionen Hektar auszudehnen.

Da Ölpalmen ausschließlich im tropischen Klima wachsen, wird für ihren Anbau großflächig Regenwald gefällt. Brandrodungen führten zuletzt 2019 zu verheerenden Waldbränden, die weite Teile Indonesiens in Rauch hüllten.

Beim Anbau von Ölpalmen muss vor allem der umwelt- und sozialgerechte Anbau sichergestellt werden. Mensch und biologische Vielfalt in den Anbauländern müssen respektvoll behandelt werden.

Auch die Biodiversität leidet: Durch die Rodung des Regenwaldes sind neben zahlreichen anderen Tierarten bereits Orang-Utan, Sumatra-Tiger oder das Java-Nashorn vom Aussterben bedroht. Darüber hinaus verursacht der Anbau von Ölpalmen häufig Konflikte um Land- und Nutzungsrechte zwischen großen Unternehmen und der lokalen Bevölkerung.

Um eine Lösung für die dringenden Probleme zu finden und aufgrund der weltweiten Kritik an den Praktiken im Palmölanbau, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung der Produktion und Nutzung von nachhaltigem Palmöl entwickelt, darunter der Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO). Diese Zertifizierung gibt an, dass das Palmöl auf umweltschonende Art und Weise produziert und auf Menschenrechte und faire Bezahlung geachtet wurde.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) wurde 2013 gegründet. Es sendet klare Signale an Produktionsländer und die Öffentlichkeit, dass deutsche Unternehmen ihre Verantwortung in den globalen Lieferketten wahrnehmen und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen in den Anbauländern verbessern wollen.

Ziel

Der Anteil von zertifiziertem Palmöl und Palmkernöl auf dem deutschen Markt wurde signifikant erhöht. Das FONAP hat sich mit anderen europäischen Initiativen das Ziel gesetzt, dass bis 2020 nur noch zertifiziertes Palmöl in Europa eingesetzt wird.

Vorgehensweise

Das Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP) ist eine Multi-Akteurs-Partnerschaft und vereint unterschiedliche Interessensgruppen: Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und die Politik. Es hat 51 Mitglieder. Alle Teilnehmer definieren gemeinsam die Herausforderungen in ihrem Arbeitsgebiet und engagieren sich für die Verwendung von 100 Prozent nachhaltigem Palmöl.

Daraus resultiert eine verstärkte Nachfrage nach nachhaltig erzeugtem und zertifiziertem Palmöl. Durch die veränderte Nachfrage kommt es zu Veränderungen bei den Anbaupraktiken von Ölpalmen.

Mitgliedsunternehmen im FONAP verpflichten sich dazu, ausschließlich zertifiziertes Palmöl zu verwenden, und senden damit ein klares Signal an Konsumenten, Politik und vor allem an die Produktionsländer.

Wirkungen

Die bisherigen Erfolge des FONAP sind beachtlich. Der Anteil von nachhaltigem Palmöl in Deutschland konnte signifikant erhöht werden. War im Jahr 2013 in den Bereichen Lebensmittel, Chemie, Tierfutter oder Waschmittel im Durchschnitt nur jede dritte Tonne nachhaltig, stieg der Wert bis 2017 auf 55 Prozent. Im bioenergetischen Bereich, wie der Produktion von Biodiesel, ist die Verwendung von nachhaltigem Palmöl per EU-Gesetzgebung verpflichtend. Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Verbrauch von 78 Prozent von nachhaltigem Palmöl in Deutschland.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
32161

Kombifinanzierung
  • Verein Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. (500 Tsd. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Handelsentwicklung

Zuständige Organisationseinheit
G510 Agrarsysteme und Agrarlieferketten

Vorgänger-Projekt
2015.9033.0

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
1.959.238 €

Wird geladen