2015.6259.4

Globale Allianzen für das Kairoer Aktionsprogramm

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation:

Nachhaltige Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung, Beseitigung von Ungleichheiten, resiliente Wirtschaft, Erhalt natürlicher Ressourcen und Klimaschutz sind ohne die Berücksichtigung des demografischen Wandels nicht zu verwirklichen. Wachstum, Alterung, Jugendüberhang, Migration und Urbanisierung sind Bevölkerungstrends, die viele Partnerländer vor wachsende Herausforderung stellen, etwa bei der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten, beim Aufbau sozialer Sicherungssysteme sowie bei Bildung und Beschäftigung.

Bereits 1994 wurden diese Themen in Kairo auf der Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen diskutiert. Im Kairoer Aktionsprogramm wurden Ziele für eine nachhaltige, menschenrechtsbasierte und gendersensitive Bevölkerungspolitik formuliert und verabschiedet. Darin wurde erstmals das Recht jedes Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit anerkannt. Zentrale Aspekte sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRGR) –sexuelle Selbstbestimmung, Sexualaufklärung und sichere Abtreibung – sind in internationalen Verhandlungen jedoch stark umstritten, was die Umsetzung der Ziele behindert.

Ziel:

Überregionale Netzwerke und Allianzen tragen dazu bei, vor allem die menschenrechtsbasierten und gendersensitiven Ziele des Kairoer Aktionsprogramms fortzuschreiben.

Vorgehensweise:

Zur politischen Unterstützung des Kairoer Aktionsprogramms fördert das Vorhaben die Allianz- und Netzwerkbildung. Innerhalb internationaler Prozesse (u.a. Agenda 2030, Folgeprozess der Weltbevölkerungskonferenz und Weltfrauenkonferenz) unterstützt das Vorhaben gezielt Dialog und Agenda-Setting rund um die Themen SRGR und Bevölkerungsdynamik. Zu den Aktivitäten gehören:

• Förderung des Austausches gleichgesinnter Regierungen zur Absprache gemeinsamer Positionen und Strategien für Verhandlungen auf EU- und VN-Ebene.

• Unterstützung von Dialog- und Austauschforen für regionale und überregionale Allianzen zivilgesellschaftlicher und staatlicher Akteure.

• Kofinanzierung überregionaler Multiakteurspartnerschaften, wie die High Level Task Force for ICPD und die Forschungskommission Guttmacher-Lancet Commission on SRHR.

• Unterstützung regionaler Netzwerke von Parlamentariern und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Dazu gehören: Asia-Pacific Resource and Research Center for Women, European Parliamentary Forum und International Planned Parenthood Federation.

Wirkungen:

Gemeinsam mit seinen Partnern hat das Vorhaben dazu beigetragen, dass die Themen sexuelle und reproduktiver Gesundheit und Rechte in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert sind. In den maßgeblichen internationalen Prozessen konnten bessere Absprachen und ein gemeinsames strategisches Vorgehen der Partner erreicht werden. So enthalten die Abschlussdokumente der entsprechenden Fachkommissionen der Vereinten Nationen von Deutschland und anderen Staaten gemeinsam vertretene Positionen zu SRGR.

Diplomatische Konsultationen und informelle Austauschformate haben die Akteure für konfliktive Themen, wie Sexualaufklärung für Jugendliche, sensibilisiert Überregionale Allianzen gleichgesinnter Staaten konnten durch informelle Austauschformate, zum Beispiel Gruppenchats oder informelle Konsultationen, stetig erweitert werden.

Dialogveranstaltungen wie der jährliche „Internationale Dialog für Bevölkerung und Nachhaltige Entwicklung" in Berlin, haben zum Lernen und zur Vernetzung der Akteure aus verschiedenen Ressorts beigetragen. Experten aus Regierungen, Zivilgesellschaft, Forschung und Privatsektor über SRGR diskutieren dort über Bevölkerungsfragen und erarbeiten Strategien für gemeinsames Handeln auf nationaler, regionaler und globaler Ebene.

Erfolgreiche Allianzbildung hat auch die vom Vorhaben geförderte High Level Task Force for ICPD betrieben. Das unabhängige Expertengremium initiierte unter anderem mehrere überregionale gemeinsame Statements von Staaten zum Thema SRGR in der Vorbereitung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). An den Statements beteiligiten sich sich bis zu 58 Regierungen.

Vom Vorhaben finanzierte Maßnahmen für afrikanische und asiatische Parlamentarier und NRO haben deren Kontrollfunktion und Präsenz in internationalen Prozessen nachweislich gestärkt. 
Informationen

CRS-Schlüssel
13010

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Mutter-Kind-Gesundheit

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
G110 Gesundheit, Bildung, Soziales

Vorgänger-Projekt
2012.6259.1

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
3.504.755 €

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