Ausgangssituation
Die 1818 km lange Karibikküste Kolumbiens verfügt über eine enorme Artenvielfalt und ist durch den Klimawandel und anthropogene Belastungen stark gefährdet. Als besonders vulnerabel gelten die Gebiete Acandí, Playón y Playona, die als Brutgebiet der Lederschildkröte und der Echten Karettschildkröte von besonderer Bedeutung sind sowie Bahía Portete, Bahía Honda und Bahía Hondita mit ihren Mangroven und Seegraswiesen, deren Wichtigkeit als Kinderstube vieler Fisch- und Krebsarten sowie viele als Rast-und Nistplatz vieler Küstenvögel zur hohen Biodiversität der Region beitragen. Die dort lebenden indigenen Gemeinden sind zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage ebenfalls auf den Erhalt der Artenvielfalt angewiesen.
Vielfach findet die Ausweisung von Schutzgebieten in Kolumbien außerdem isoliert von den Politiken statt, die die Bewirtschaftung der sie umgebenden Gebiete regelt. Die Beeinträchtigung der Ökosysteme in den Projektgebieten erfolgt u.a. durch Überfischung im Umfeld. Als Ursache hierfür macht die Parkbehörde „Mängel der Raumplanung und Kontrolle des Fischereisektors sowie fehlende Abstimmung mit dem Umweltsektor" verantwortlich. Die großräumige Verbringung von Sand für Bau erodiert in der Projektregion Acandí die Strände; sie ist ebenfalls ein Beispiel für die Notwendigkeit, das Schutzgebiet in die weitere Raumplanung einzupassen und die Behörden in ihren Fähigkeiten der Rechtsdurchsetzung zu stärken. Das erhöht jedoch die Komplexität des Prozesses der Schutzgebietsausweisung, -erweiterung und des integrierten Managements, denn es müssen viele Akteure und verschiedene Politikprozesse einbezogen werden. Für die Umsetzung partizipativer Ansätze der Governance und des Managements der Naturressourcen fehlen sowohl den Mitarbeitern des Umweltministeriums als auch der Nationalparkbehörde wichtige Kompetenzen. Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für partizipatives Ressourcenmanagement sind kaum vorhanden. Darüber hinaus müssen die strategischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für bestimmte Themenbereiche (z.B. Schutzgebietsnetzwerk, Meeresverschmutzung) weiterentwickelt werden.
Ziel
Der Anteil der effektiv geschützten Meeres- und Küsten-Biodiversität Kolumbiens ist durch nachhaltiges Management in und um Schutzgebiete(n) gestiegen.
Vorgehensweise
Das Vorhaben verfolgt den Ansatz, die zu erweiternden bzw. neu auszuweisenden Schutzgebiete in einen größeren Kontext als Teil einer bestehenden Meeres- und Küstenraumplanung einzubetten, um die Wirksamkeit der Schutzvorhaben zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Managementpläne für die Meeres- und Küstenschutzgebiete entwickelt werden, welche an die lokalen Bedürfnisse und Herausforderungen angepasst sind und das Potenzial von Schutzgebieten im Rahmen von Ökosystembasierten Anpassungsstrategien an den Klimawandel (EbA) für die Gemeinden nutzbar macht.
Wirkungen
Die Projektergebnisse sowie Good Practices werden als Beitrag zur Weiterentwicklung und Feedback zu internationalen Konventionen, v.a., aber nicht ausschließlich CBD, in die internationale Diskussion eingebracht. Das Vorhaben hat das Schutzgebiet im Projektgebiet La Guajira festgelegt und bestätigt und unterstützt den Projektpartner Corpoguajira bei der Deklaration des Schutzgebietes. Für die Region in Alta Guajira sind die Gebiete Bahía Honda, Bahía Hondita und PNN Portete als regionaler Ansatz in der Gemeinde Uribia definiert. Ein regionales Konzept der integralen regionalen Raumordnung und Schutzgebiete, ist mit den Systemen SILAP und SIDAP institutionell geschaffen ), und ihre Umsetzung institutionell abgesichert.
Gegenwärtig gehen wir für den Nationalpark Bahía Portete von 14.080 ha, für das Tierschutzgebiet Acandí, Playón y Playona von einer Fläche von 26.300 ha (13 km Küstenlinie) und in SFF Flamencos von weiteren 7.000 ha aus, die bereits geschützt sind. Zusätzlich sollen in Bahía Honda und Bahía Hondita 48.367 ha (152 km Küstenlinie) geschützt werden.
Im Rahmen der Erweiterung der Managementkapazitäten und des nachhaltigen integrierten Küstenmanagements wurden bisher 192 Personen vom Projekt direkt unterstützt.
Managementpläne: Die vorbereitenden Schritte und der Konsultativprozess für die Einrichtung des regionalen Schutzgebiets Bahía Honda und Bahía Hondita sind durchgeführt. Der Managementplan ist noch nicht erstellt worden. In Acandí steht die Aktualisierung des Managementplans noch aus.
Modelle Biodiversitätsschutz: Als potenzielle Nutzungsmodelle in La Guajira liegen die Schwerpunkte auf Fischerei und nachhaltigem Ökotourismus. Für die zweite Projektregion Acandí wurden mit dem Bevölkerungsrat der Afrokolumbianer als Nutzungsmodelle Fischerei, agrosilvopastorale Systeme und Ökotourismus definiert