2012.2160.5

Integrierter Naturschutz und nachhaltige Naturressourcenbewirtschaftung in der Hin Nam No Region, Lao PDR II

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Natural Resources and Environment

Ausgangssituation

Laos hat 24 nationale Schutzgebiete und zwei Schutzkorridore, mehr als die meisten anderen südostasiatischen Länder. Zusammen bedecken sie 15 Prozent der Fläche des Landes. Überdies gibt es in den Provinzen und Distrikten viele kleinere geschützte Wälder, was die gesamte unter Schutz stehende Fläche sogar auf mehr als 20 Prozent des Landes erhöht.

Das an der Grenze zu Vietnam gelegene nationale Schutzgebiet Hin Nam No ist 82.000 Hektar groß und eine der ausgedehntesten Karstregionen der Welt. Die Landschaft ist von atemberaubender Schönheit mit einzigartigen Kalksteinformationen. Sie ist Heimat bedrohter Arten wie Affen, Hirsche und Leoparden und von mehr als 520 Pflanzenarten. In dem Schutzgebiet liegen mehr als 20 Dörfer mit insgesamt 7.000 Einwohnern (2005), die vielfach ethnischen Minderheiten angehören. Die meisten sind sehr arm und auf die natürlichen Ressourcen des Schutzgebiets und seiner Randzonen angewiesen, die an die 70 Prozent des Nahrungs- und Haushaltsbedarfs der Bewohner decken. Durch Wilderei, illegalen Holzeinschlag und eine mit wenig Nachdruck durchgesetzte Parkordnung gerät das sensible Ökosystem des Hin-Nam-No-Schutzgebiets unter Druck. Zwar wächst staatlicherseits das Bewusstsein, dass Biodiversität aktiv geschützt werden muss. Aber die technischen, finanziellen und personellen Ressourcen für das Management und den Schutz des Naturreservats an der Basis bleiben unzureichend.

Das Vorhaben in der Region Hin Nam No ist Teil des Programms „Klimarelevantes Umwelt- und Ressourcenmanagement in Laos".

Ziel

Die Schutzgebietsverwaltung und lokalen Gemeinschaften schützen die biologische Vielfalt des nationalen Schutzgebiets Hin Nam No. Dabei folgen sie einem auf Konsens ausgerichteten Komanagement-Ansatz. An der Planung des Managements natürlicher Ressourcen beteiligte Dorfbewohner schließen Schutzvereinbarungen ab und übernehmen damit Verantwortung für das Schutzgebiet. Ernährungssicherheit und alternative Einkommensquellen haben sich verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben setzt auf die Prinzipien des kooperativen Managements, das Mittler (Behörden) und Zielgruppe (lokale Bevölkerung) an einen Tisch bringt, damit sie die anstehenden Schutz- und Verwaltungsaufgaben gemeinsam meistern. Dieser Komanagement-Ansatz ist neu für Laos. Danach schließen sich Dorfbewohner in Komitees zusammen, deren Aufgabe es ist, die natürlichen Ressourcen in und um den Hin Nam No nach einem gültigen Komanagement-Plan zu beschützen und zu bewirtschaften.

Der Projektpartner erhält Unterstützung beim Auf- und Ausbau seiner Fähigkeiten in der Gebietsverwaltung. Gleichzeitig werden Instrumente eines kooperativen Managements entwickelt, die die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten erleichtern sollen, und auf staatlicher Ebene als Modell angeboten. So trägt das Vorhaben dazu bei, die Schutzgebietsplanung und die Distrikt- und Provinzpläne zu harmonisieren.

Um die wirtschaftliche Situation der lokalen Bevölkerung zu verbessern, werden im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft ökotouristische Angebote erarbeitet und ihre Kommerzialisierung im Schutzgebiet und seinem Umfeld gefördert. Außerdem fördert das Vorhaben einkommenschaffende und Naturschutzmaßnahmen. Der Status als ASEAN Heritage Park und UNESCO-Weltkulturerbe würde die internationale Sichtbarkeit erhöhen und so die Mobilisierung finanzieller Ressourcen und das Tourismusmarketing erleichtern.

Eine weitere wichtige Projektkomponente ist die Beratung des Partners in der Frage, wie die Strukturen der Schutzgebietsverwaltung nach der Verwaltungsreform und der Präzisierung der Rollen und Aufgaben der Provinzen und Distrikte verbessert werden können.

Wirkungen – Was bisher erreicht wurde

Im Februar 2014 wurden die Führungsstrukturen des Hin Nam No untersucht, gemäß den international anerkannten Richtlinien der International Union for Conservation of Nature (Union für die Erhaltung der Natur und der natürlichen Hilfsquellen, IUCN). In der Folge wurden 19 demokratisch gewählte dörfliche Komanagement-Komitees gebildet und entsprechende Vereinbarungen formuliert.

In Kursen lernten Dorfbewohner und Parkverwaltung die Inhalte der Parkordnung kennen. Inzwischen patrouillieren sie gemeinsam durch den Park. Die Flusshöhle des Xe-Bangfai wurde Besuchern zugänglich gemacht, und die Dorfbewohner stehen Touristen, zum Beispiel als Führer, zur Verfügung. Die Ökotourismusagentur Green Discovery bietet Touren in den Park an. Inzwischen sind weitere ökotouristische Produkte im Angebot wie Naturlehrpfade, der Mu-Gia-Pass und der Ho-Chi-Minh-Pfad im Norden des Parks. Außerdem wurden Gruppen gebildet und geschult, die verschiedene touristische Dienstleistungen übernehmen. Mit einem neuen Ticketsystem wird der Besucherstrom im Park überwacht, und es werden Einnahmen für den Park, die Dorfbewohner und die Tourismus- und Distriktbehörden erwirtschaftet.

Eine Machbarkeitsstudie enthüllte das Potenzial der Zuckerpalme als Quelle gewinnbringender Nichtholzprodukte. Die Früchte der Palme sind in ganz Südostasien als Zutat zu Süßigkeiten und Desserts beliebt. Sie wird zunächst von drei Dörfern angebaut, und man erwartet, dass lokale Gemeinschaften damit auf nachhaltige Weise Einnahmen generieren können. Diese Form von Einkommen ist für die Bevölkerung vor Ort ein Anreiz, sich für den Schutz der Natur stark zu machen. Auch die Einrichtung von Schutzzonen für Fische in zwei Dörfern leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.

Derzeit beantragt die Regierung von Laos die Aufnahme des Hin-Nam-No-Schutzgebiets in die Liste der UNESCO-Welterbestätten. Dies würde dem Land international mehr Beachtung bescheren und die Einkommensmöglichkeiten der Dorfbewohner weiter verbessern. 
Informationen

CRS-Schlüssel
41030

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Biodiversitätskonvention

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2A00 Asien I

Vorgänger-Projekt
2009.2263.3

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
5.003.112 €

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