2018.2168.5

Jobpartnerschaften und Mittelstandsförderung in Tunesien

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministerium für Industrie und kleine und mittlere Unternehmen

Herausforderung

Acht Jahre nach dem „Arabischen Frühling" ist die Geschäfts- und Investitionsdynamik in Tunesien nach wie vor schwach. Die offizielle Arbeitslosigkeit liegt bei rund 15 Prozent, in einigen Regionen im Landesinneren ist sie doppelt so hoch. Das Land setzt in seiner Entwicklungsstrategie auf das Engagement des Privatsektors. Der Anteil der privaten im Vergleich zu öffentlichen Investitionen fällt jedoch relativ gering aus. Ausländische Investoren nehmen den Standort Tunesien teilweise als nicht attraktiv wahr. Darüber hinaus ist das Dienstleistungs- und Finanzdienstleistungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen nicht ausreichend. Obwohl Firmengründungen zunehmen, führt das nicht zu mehr Beschäftigung im Land. Um den sozialen Frieden in der jungen Demokratie zu erhalten und Fluchtbewegungen einzudämmen, braucht Tunesien Stabilität und Wachstum.

Vorgehensweise

Das Projektteam unterstützt das Land dabei, die Voraussetzungen für Handel und Investitionen deutscher und europäischer Unternehmen, vor allem aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, zu verbessern. Drei Handlungsfelder stehen im Fokus. Im Handlungsfeld Business und Invest geht es darum, europäische und tunesische Unternehmen miteinander zu vernetzen. Das Projekt arbeitet mit der verfassten Wirtschaft sowie der tunesischen Regierung daran, Investitionshemmnisse abzubauen. Bei der neu etablierten zentralen Anlaufstelle für Unternehmen – dem sogenannten Business Facility Desk – können sich interessierte Unternehmen zu Potenzialen, Geschäftsmöglichkeiten und Unterstützungsleistungen informieren und beraten lassen. Um das Management tunesischer mittelständischer Unternehmen fit für mehr Wachstum und damit Beschäftigung zu machen, entstand im September 2019 die "Tunisian Automotive Management Academy, TAMA" – ein typisches Beispiel für eine Jobpartnerschaft. Das Projektteam berät und fördert im Rahmen der Jobpartnerschaften Aktivtäten, die zu mehr Arbeitsplätzen führen. Im Handlungsfeld African Mittelstand kooperiert das Projektteam mit dem tunesischen Luftfahrtverband GITAS (Groupement des Industries Tunisiennes Aeronautiques et Spatiales) sowie dem Luft- und Raumfahrt Forum Baden-Württemberg, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Cluster zu fördern. Zurzeit arbeitet das Projektteam an einem Kompetenzatlas des tunesischen Luftfahrtsektors. Mittelständische tunesische Betriebe unterstützt das Projekt dabei, ihre Arbeitsbedingungen und Business-Ökosysteme zu verbessern. Bei Business Ökosystemen handelt es sich um Partnerschaften, bei denen drei oder mehr Unternehmen auf Augenhöhe miteinander inter-agieren.

Im Handlungsfeld Cluster geht es um Förderung der Automobil- und Luftfahrtcluster. Mit Akteurs- und Bedarfsanalysen, Planungsworkshops und Beratungen fördert das Projektteam die Aktivitäten der Cluster.

Das Projekt unterstützt mit seiner Arbeit die Ziele der Sonderinitiative Ausbildung- und Beschäftigung (SIAB) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Ziel: In ausgewählten Partnerländern Afrikas die Bedingungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu verbessern sowie lokale und internationale Investitionen zu fördern. Angestrebt werden qualitative und quantitative Beschäftigungswirkungen, die die sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven der Bevölkerung in den Partnerländern verbessern. Die SIAB ordnet sich in die zentralen afrikapolitischen Initiativen der Bundesregierung und insbesondere des BMZ ein.

Wirkung

Das Projekt unterstützt während seiner Laufzeit 170 tunesische und europäische Unternehmen. Dadurch entstehen insgesamt 8.500 neue Arbeitsplätze – 35 Prozent für Frauen und 40 Prozent für Jugendliche.

Für 15.000 Mitarbeitende aus den 170 Unternehmen verbessern sich die Arbeitsbedingungen: Sie erhalten entweder mehr Einkommen, bessere soziale Absicherungen, Zugang zu Programmen der Mitarbeiterfürsorge oder profitieren von mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.

Über die 170 Unternehmen, mit denen das Projekt direkt arbeitet, hinaus, verbessert sich die Performance von weiteren rund 230 Unternehmen ausgewählter Cluster. Sie können beispielsweise ihren Kundenstamm erweitern, mehr neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten, können ihr Auftragsvolumen, ihren Umsatz oder Gewinn steigern. Weiterhin nutzen die Unternehmen häufiger externe Finanzierungen über Bankkredite oder Eigenkapitalbeteiligungen.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
25010

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Handelsentwicklung

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
3600 Nordafrika

Nachfolger-Projekt
2021.4932.6

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
15.000.000 €

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