2018.2130.5

Multisektorale HIV Prävention (MHIVP4)

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Department of Health

Ausgangssituation

Mit einer Prävalenzrate von 20,4 % in der Bevölkerungsgruppe der 15- bis 49-Jährigen gehört Südafrika zu den am stärksten von HIV betroffenen Ländern. Im Jahr 2018 lebten in Südafrika 7,7 Millionen Menschen mit HIV. Frauen sind in Südafrika unverhältnismäßig stark von HIV betroffen: fast 63 % der mit HIV lebenden Erwachsenen sind Frauen. Obwohl die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Südafrika von 340.000 im Jahr 2012 auf 240.000 im Jahr 2018 deutlich zurückgegangen ist, weist das Land immer noch eine inakzeptable Zahl von Neuinfektionen auf, insbesondere bei jungen Menschen. Eine überproportional hohe Zahl von HIV-Neuinfektionen tritt bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen auf. Vor diesem Hintergrund müssen erfolgreiche HIV-Präventionsstrategien gefährdete Gruppen direkt ansprechen, insbesondere heranwachsende Mädchen und junge Frauen, und sie darin fördern, informierte Entscheidungen über ihr eigenes Risikoverhalten und ihre sexuelle Selbstbestimmung zu treffen.

Als Reaktion darauf hat die südafrikanische Regierung 2012 die Integrierte Schulgesundheitspolitik (Integrated School Health Policy, ISHP) verabschiedet. Der ISHP wurde politische Priorität eingeräumt, z.B. durch Aufnahme in den Nationalen Strategischen Plan für HIV, Tuberkulose und sexuell übertragbare Krankheiten 2017-2022. Trotz politischer Zusagen sind wichtige Voraussetzungen für eine wirksame Umsetzung der integrierten Schulgesundheitspolitik nicht gegeben. Die unzureichende Bereitstellung von Haushalts- und Drittmitteln, eine dysfunktionale Koordination zwischen den zuständigen Behörden und eine mangelnde soziale Akzeptanz bei vielen lokalen Einflussträger*innen für bestimmte Dienstleistungen (z.B. Sexualaufklärung) behindern die wirksame Implementierung der integrierten Schulgesundheitspolitik

Ziel

Die planerischen, finanziellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Implementierung der integrierten Schulgesundheitspolitik sind gestärkt.

Vorgehensweise

Während der Konsolidierungsphase des Moduls zielt die Kapazitätsentwicklungsstrategie des Moduls darauf ab, innerstaatliche Strukturen zu stärken und die finanzielle Nachhaltigkeit aus lokalen und externen Ressourcen für die Umsetzung der ISHP zu sichern. Auf organisatorischer Ebene wird eine bessere Koordination zwischen den zuständigen Ministerien für die Bereitstellung von Schulgesundheitsdiensten durch die Schaffung integrierter Rahmenbedingungen und Prozesse erleichtert, wie z.B. die Verbesserung der Ressortabstimmung im Haushaltsaufstellungsverfahren mit dem Ziel der Erstellung eines gemeinsam abgestimmten Haushaltsantrages und die Einrichtung und Stärkung formalisierter ressortübergreifender Koordinierungsteams auf nationaler und Provinz- ebene. Ein koordiniertes, ressortübergreifendes Schulgesundheitsbudget trägt zur finanziellen Nachhaltigkeit und zur Schließung der Finanzierungslücke für schulische Gesundheits- dienste bei. Auf individueller Ebene werden die Beamten in die Lage versetzt, schulische Gesundheitsdienste auf den verschiedenen Ebenen besser zu planen, zu budgetieren und umzusetzen. Auf gesellschaftlicher Ebene wird ein Kulturwandel hin zu mehr Akzeptanz von Schulgesundheitsdiensten gefördert.

Wirkungen

Das Modul trägt zur Kapazitätsentwicklung und verbesserten Planungs-, Budgetierungs- und Steuerungsverfahren und Prozessen zwischen den zuständigen Behörden sowie der Kompetenzstärkung von Nichtregierungsinstitutionen für die Durchführung von schulischen Gesundheitsdienstleistungen bei. Diese Maßnahmen verbessern die Voraussetzungen für die wirksame und effiziente Umsetzung der integrierten Schulgesundheitspolitik.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
13040

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Mutter-Kind-Gesundheit

Zuständige Organisationseinheit
1300 Südliches Afrika

Vorgänger-Projekt
2016.2213.3

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
3.300.000 €

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