2016.2197.8

Nachhaltige ländliche Wirtschaftsenwicklung II (PRODES II)

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Agencia Presidencial de Cooperación Internacional de Colombia

Ausgangssituation

Der ländliche Raum Kolumbiens in großen Teilen von der sonst dynamischen Wirtschaftsentwicklung des Landes abgeschnitten. Denn die potenzielle Wirtschaftskraft größerer Städte als Dienstleister und Absatzzentrum wird kaum wahrgenommen, obwohl diese wichtige Impulse für die Entwicklung des ländlichen Raums vermitteln könnten. Daher sind lokale und regionale Märkte wenig entwickelt.

Auf der anderen Seite sind Kleinproduzenten in der Regel nicht hinreichend organisiert und deshalb kaum in Wirtschaftskreisläufe eingebunden. Denn die Kleinproduzenten können die lokale und regionale Nachfrage kaum bedienen und werden von möglichen Abnehmern daher häufig gar nicht erst in Betracht gezogen. Hinzu kommt, dass für Jugendliche in ihrer Heimatregion Arbeitsperspektiven fehlen. Viele wandern in die Städte ab – zurück bleiben ältere Menschen. Der fehlende Generationswechsel bei den Betrieben und Höfen schwächt langfristig die ländlichen Wirtschaftskreisläufe und wirkt sich auf die Nahrungssicherheit des Landes aus.

Ziel

Eine nachhaltige ländliche Wirtschaftsentwicklung ist in ausgewählten Sektoren und Regionen gestärkt und bezieht wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen ein.

Vorgehensweise

Allianzen zwischen lokalen, regionalen und nationalen Akteuren in den Hauptregionen Meta, Norte de Santander und Caquetá zeigen anhand konkreter Beispiele, wie eine grüne und inklusive wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum aussehen kann. Es geht darum, Einkommen und Beschäftigung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu steigern und gleichzeitig natürliche Ressourcen schonend zu nutzen. Konkret gehören dazu z.B. Bauernmärkte als Möglichkeit der Direktvermarktung, alternative Produktionsmethoden in Pufferzonen von Naturparks, lokale Ökotourismus-Initiativen und nachhaltige Vieh- sowie Fischzucht.

Um die wirtschaftlichen Perspektiven der Jugendlichen in ländlichen Räumen zu verbessern, arbeitet das Vorhaben mit staatlichen Programmen zur Beschäftigungsförderung und Unternehmensgründung zusammen. Im Vordergrund steht dabei, die Programme stärker an den Bedarfen der Jugendlichen und der Privatwirtschaft auszurichten.

In der derzeitigen Projektphase liegt der Fokus darauf, dass die staatlichen und privatwirtschaftlichen Partner die gemeinsam entwickelten Vorgehensweisen in weiteren Gemeinden der Projektregionen und in anderen Landesteilen umsetzen. Dies bietet auch neue Chancen in der Umsetzung des Friedensvertrags. Denn für die stark vom Konflikt betroffenen Regionen eröffnen sich z.B. durch neue Tourismusziele Einkommensmöglichkeiten.

Wirkung

Einkommen und Beschäftigung steigen: Die Milchproduzent/innen haben mit der Einführung „Guter Viehwirtschaftlicher Praktiken" ihre Milchqualität gesteigert und konnten so von 2017 auf 2018 ihr Einkommen um 77% steigern. In der Obst- und Gemüseproduktion ermöglichen Zertifizierungen, die Herstellern "gute landwirtschaftliche Praktiken" attestieren, nicht nur Preissteigerungen sondern auch langfristige Lieferbeziehungen mit regionalen Abnehmern. Damit stieg ihr Einkommen um 28%. An ersten Schritten der Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte beteiligen sich vor allem auch Jugendliche, für die sich dadurch berufliche Perspektiven eröffnen.

Verschiedene Partner replizieren die seit 2014 in dem Vorgängervorhaben entwickelten erfolgreichen Modelle in insgesamt 22 neuen Gemeinden, von denen einige sogar in neuen Regionen liegen. Zum Beispiel hat das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit den regionalen Umweltbehörden in zwei neuen Regionen „grüne Fenster" eingerichtet, welche lokale Firmen dabei beraten, ihre grünen Geschäftsideen an den Markt zu bringen.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
25010

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Handelsentwicklung

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
4.000.000 €

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