2013.9753.8

Nachhaltige Nutzung von Ökosystemleistungen in Jordanien (EKF)

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Environment

Ausgangssituation

Jordaniens rasches Bevölkerungswachstum und Verhaltensweisen, die die Umwelt belasten, hinterlassen ihre Spuren in einem der wasserärmsten Länder der Welt. Die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Überweidung der ohnehin geringen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen üben zusätzlich Druck auf die natürlichen, stark limitierten Ressourcen des Landes aus. Die äußerst verletzlichen (vulnerablen) und damit anfälligen und in ihrer ökologischen Integrität stark geschwächten Ökosysteme werden von den Menschen durch Ackerbau und Überweidung durch Viehwirtschaft in einem nicht haltbaren und nicht nachhaltigen Ausmaß in Anspruch genommen. Dies führt dazu, dass die Bodenfruchtbarkeit kontinuierlich abnimmt, die Artenvielfalt reduziert wird und insgesamt die Lebens- und Ernährungsgrundlagen der Bevölkerung bedroht werden.

Die hohe Bedeutung von intakten Ökosystemen und deren Ökosystemleistungen mit seinen für Wirtschaft, Ernährung und als Lebensgrundlage für die Bevölkerung essentiellen Interaktionen, bspw. zwischen Luft, Wasser, Böden, Tieren, Pflanzen und dem Menschen, ist im jordanischen Umweltministerium durchaus erkannt. Dieses hat laut Umweltgesetz eine übergeordnete Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Umwelt. Jordanien hat zudem alle wichtigen globalen Umweltkonventionen unterzeichnet. Über 51 anerkannte Nichtregierungsorganisationen arbeiten zu dem Thema Umwelt, etwa 15 davon zu Ökosystemleistungen.

Diese Erkenntnis führt jedoch nicht dazu, dass Ökosysteme nachhaltig genutzt oder die Ökosystemleistungen in der jordanischen Politik ausreichenden berücksichtigt werden. Bei Entscheidungen über neue Infrastrukturprojekte oder staatliche Investitionen wird die Bedeutung von Biodiversität und Ökosystemleistungen vom politischen System nicht mit einbezogen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) fördert daher die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des Vorhabens „Energie- und Klimafonds - Nachhaltige Nutzung von Ökosystemleistungen", dass Biodiversität und Ökosystemleistungen stärker in der nationalen Politik berücksichtigt werden.

Ziel

In der nationalen Politikgestaltung werden Biodiversität und Ökosystemleistungen – auch in ihrer Bedeutung für die Anpassung an den Klimawandel – zunehmend berücksichtigt.

Vorgehensweise

Die GIZ berät auf nationaler Ebene das jordanische Umweltministerium. Die von der Consultigwirtschaft gesteuerten Pilotmaßnahmen konzentrieren sich auf das östlich vom Jordan gelegene Bergland zwischen der syrischen Grenze im Norden des Landes bis nach Karak.

Das Projekt stärkt das Umweltministerium dabei, die Bedeutung von Ökosystemleistungen auf politischer Ebene hervorzuheben und dauerhaft zu thematisieren. Relevante Daten werden über ein Informationssystem der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Dadurch sollen Ökosystemleistungen in der nationalen Biodiversitätsstrategie stärker berücksichtigt und ihre hohe ökonomische Bedeutung herausgestellt werden.

Das Vorhaben fördert in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, dem Privatsektor und lokalen Verwaltungen ausgewählte Praxisbeispiele im Bereich Ökotourismus sowie Naherholungsgebiete für die ortsansässige Bevölkerung. Daneben unterstützt es Maßnahmen für ein nachhaltiges Weidemanagement. Damit wird veranschaulicht, wie eine nachhaltige Nutzung und eine gesteigerte gesellschaftliche Wertschätzung von Ökosystemleistungen signifikant zur sozio-ökonomischen Entwicklung beitragen können. Die Erkenntnisse aus den Fördermaßnahmen werden wissenschaftlich aufbereitet und in die Politikgestaltung eingespeist.

Außerdem werden Netzwerke zwischen Ministerien, staatlichen und Nichtregierungsorganisationen, Universitäten und dem Nationalen Biodiversitätskomitee aufgebaut und dauerhaft gefestigt. Das Vorhaben unterstützt die beteiligten Partner dabei, die aus den Ökosystemleistungen gewonnen Ergebnisse und Daten zu bewerten und über geeignete Informationsprodukte und Kanäle zu verbreiten. Dies ermöglicht den beteiligten Organisationen, eine wirkungsvolle Lobbyarbeit und Bewusstseinsbildung zu leisten.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
41030

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Anpassung an den Klimawandel

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
3300 Naher und Mittlerer Osten 1

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
5.044.556 €

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