Ausgangssituation:
Globale Liefer- und Wertschöpfungsketten sichern die wirtschaftliche Existenz von Millionen Menschen. Sie sind zentrale Treiber für Wohlstand und Entwicklung, bringen jedoch zugleich erhebliche Risiken für Menschenrechte und Umwelt mit sich. In der Rohstoffindustrie zeigt sich dieses Spannungsverhältnis besonders deutlich. Der Bedarf nach kritischen Rohstoffen für die Mobilitäts-, Energie- und Digitalwende – wie Lithium, Graphit oder Bauxit – steigt weltweit rasant. Ressourcenreiche, aber wirtschaftlich schwächere Staaten profitieren von strategischen Lieferkettenprojekten mit deutschen und europäischen Unternehmen, zum Beispiel durch stabile Lieferbeziehungen, Exporte, Beschäftigung und Staatseinnahmen. Gleichzeitig sind die Länder anfälliger für Menschenrechtsverletzungen, Umweltschäden und eine ungleiche Verteilung von Gewinnen. Für stabile, verantwortungsvolle und umweltfreundliche Lieferketten müssen Unternehmen und Investor*innen mit Staaten, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft eng zusammenarbeiten. Hier setzt das Vorhaben an.
Ziel:
Die Nachhaltigkeit und Resilienz in ausgewählten globalen Lieferketten sind gestärkt.
Vorgehensweise:
Das Vorhaben arbeitet einerseits mit Verbänden, Gewerkschaften und globalen Partnern zusammen, um Unternehmen zu Nachhaltigkeitsstandards und -regularien in Lieferketten zu schulen und zu beraten. Andererseits kooperiert das Vorhaben mit Kooperationsländern, Unternehmen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft, um wirtschaftliche Investitionen und Initiativen in kritischen Rohstofflieferketten nachhaltiger zu gestalten. Es geht dabei um einen Win-Win-Ansatz: In den Kooperationsländern sollen so zum Beispiel höhere Umweltstandards, bessere Arbeitsbedingungen, mehr lokale Beteiligung und höhere Gewinne erreicht werden. Gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit der deutschen und europäischen Industrie mit kritischen Rohstoffen gefördert.