2018.2153.7

Nachhaltiges Naturressourcenmanagement unter Klimaaspekten in indigenen Territorien in La Mosquitia

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Secretaría de Relaciones Exteriores y Cooperación Internacional

Ausgangssituation: In der abgelegenen honduranischen Region Mosquitia hat die indigene Bevölkerung weitgehend ihre traditionelle Lebensweise bewahrt und artenreiche Ökosysteme erhalten, die Teil des zentralamerikanischen Biokorridors sind. In der Vergangenheit hat der Staat jedoch Investitionen in Strom- und Sanitärversorgung, Verkehrsanbindung, Bildung und Gesundheit versäumt. Das verstärkte die Benachteiligung der Bewohner*innen und führte zu einem kritischen Entwicklungsstand in der Region. Mehr als die Hälfte der kleinbäuerlichen Familien ist von Armut, Nahrungsmittelknappheit und Mangelernährung betroffen, Frauen sind in ihrer politischen Teilhabe beschränkt. Die indigene Bevölkerung ist derzeit noch nicht ausreichend organisiert, um ihre Forderungen zu bündeln und das politische Interesse an der Region für sich zu nutzen. Die staatlichen Nutzungsvorschriften für das Management der Naturressourcen sollen an die indigenen Traditionen, Fähigkeiten und Interessen angepasst werden.

Ziel: Das ernährungsorientierte und klimaangepasste Management der Territorien der indigenen ländlichen Bevölkerung in den Gemeinden Puerto Lempira und Ramon Villeda Morales hat sich verbessert.

Vorgehensweise: Mit dem Ziel, das Management der natürlichen Ressourcen, die Ernährungssicherung und die Einkommenssituation zu verbessern, werden ausgewählte Teile der indigenen Bevölkerung der Territorien FINZMOS, Truktsinasta, Wamakkliscinasta, Lainasta und Watiasta gefördert. Der Fokus liegt auf der Stärkung lokaler Akteur*innen: die Bewohner*innen und ihre Territorialräte, Gemeindeverwaltungen, regionale Forstverwaltung, vor Ort stationierte Militäreinheiten, Landwirtschaftsministerium. Zu den Aufgaben gehört Unterstützung bei der Klärung der Verantwortlichkeiten für die Verwaltung der Territorien und die fachlichen und organisatorischen Kompetenzen der indigenen Territorialräte zu stärken. Die gendersensible Förderung demokratischer Prozesse wird die Teilnahme von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen und deren Umsetzung erhöhen. Staatliche Institutionen – Forstinstitut und Landwirtschaftsministerium – werden darin beraten, bestehende Normen zur Ressourcennutzung an die spezifischen Belange der indigenen Bevölkerung anzupassen. Dies soll Konflikten zu Landrechtsfragen und der Ressourcennutzung vorbeugen.

Innovationsfreudige indigene Produzent*innen werden gefördert, um gemeinsam mit weiteren Familien nach dem Prinzip des gegenseitigen Lernens klimawandelangepasste und diversifizierte Produktionsweisen zu entwickeln und zu verbreiten. Der Verkauf lokaler Produkte an das staatliche Programm der Schulspeisung, die Einrichtung eines monatlichen Marktes in Puerto Lempira und die Förderung der Vermarktung von Holz, Baumharz, Bananen und Honig auf dem regionalen und nationalen Markt bringt zusätzliches Einkommen. Lokale Kompetenzen werden aufgebaut, um die Verwaltung und Nutzung der Naturressourcen nachhaltig zu gestalten. Ab 2022 wird zusätzlich ein Programm zur Ausbildung lokaler Brunnenbauer durchgeführt. Ziel ist der Bau von 140 Trinkwasserbrunnen und 1000 Latrinen in 20 Dörfern.

Wirkungen: Die Ernährungslage ist verbessert durch 845 Hausgärten, 20.000 Bananensetzlinge, Saatgut für Reis und Bohnen für 1.431 Familien, 150 lokale Multiplikator*innen und ein Universitätsdiplom für weitere 30 junge Menschen, ausgebildet in Techniken nachhaltiger Agroforstwirtschaft. Die lokalen Organisationen (Dorfgemeinschaften, Territorialräte) haben ihre Statuten überarbeitet mit dem Ziel, Inklusion und Teilhabe zu verbessern, 30 junge Frauen und Männer wurden in Leadership und indigener Kultur und Rechte ausgebildet. In Puerto Lempira wurde ein monatlicher Markt für den Verkauf lokaler Produkte eingerichtet. 32 Brunnenbauer wurden ausgebildet und ein Latrinentyp zum Selbstbau zusammen mit Dorfbewohnern entwickelt. 
Informationen

CRS-Schlüssel
43040

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
  • Mutter-Kind-Gesundheit

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
7.000.000 €

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