2017.9056.7

NDC Unterstützung Kolumbien

Auftraggeber
Bundesmin. f.Umwelt,Klimaschutz,Naturschutz u. nukleare Sicherheit
Land
Dauer
–
Partner
Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible

Kolumbiens Klimabeiträge erfolgreich umzusetzen.

Das Projekt "NDC Unterstützung Kolumbien" wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) finanziert und hat eine Laufzeit von 2019 bis 2023. Politischer Partner in Kolumbien ist das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung.

Ausgangslage: Expert*innen rechnen damit, dass Anzahl und Intensität von extremen Wetterereignissen in den kommenden Jahren steigen. In Kolumbien macht sich das unter anderem durch schwere Regenfälle, Hitzewellen und anhaltende Dürren bemerkbar. So hat das Land in seinen überarbeiteten nationalen Klimabeiträgen (Nationally determined contributions, NDCs) festgelegt, mindestens 51 Prozent seines Ausstoßes von Treibhausgasen bis 2030 einzusparen.

Vor allem für Bereiche wie die Landwirtschaft, einer der bedeutenden Wirtschaftszweige, sind die klimatischen Veränderungen zunehmend eine Herausforderung. So steigen zum Beispiel Bewässerungskosten während landwirtschaftliche Erträge sinken. Daher zielt Kolumbiens Klimapolitik auch darauf ab, die Bevölkerung und die Wirtschaft zu unterstützen, mit den Folgen der Klimaveränderungen zurecht zu kommen. In der Landwirtschaft könnten beispielsweise effizientere Bewässerungstechniken, Versicherungen oder hitzeresistentes Saatgut zu einer besseren Anpassung beitragen. Sie ist Grundvoraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung des Landes.

Die kolumbianische Regierung steht insgesamt vor der Herausforderung, seine NDCs fristgerecht umzusetzen. Sie hat eine nationale Koordinierungsplattform für den Klimawandel (SISCLIMA) eingerichtet. SISCLIMA ist der institutionelle Rahmen, in dem verschiedene öffentliche und private Akteure auf national und lokal zu den NDCs beitragen können. Die Plattform wird durch das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung sowie auch durch die nationale Planungsbehörde gesteuert.

Das Ziel des Vorhabens lautet daher: Das kolumbianische Umweltministerium koordiniert die Zusammenarbeit im Bereich Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen mit relevanten öffentlichen und privaten Akteuren effizient und effektiv.

Vorgehensweise: Das Vorhaben unterstützt die kolumbianische Regierung in der Koordinierung der Zusammenarbeit im Bereich Klimaschutz und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Dazu priorisiert es landwirtschaftliche Lieferketten. Für die Projektpartner sind dabei vor allem jene Bereiche der Landwirtschaft von Interesse, die den ländlichen Raum mit dem städtischen verbinden. Kriterien für deren Auswahl sind eine mögliche Minderung der Treibhausausstöße, eine besondere Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel, die Anzahl der betroffenen Menschen sowie die Bedeutung für die kolumbianische Wirtschaft.

Weiterhin unterstützt das Projekt dann bei der pilothaften Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels beziehungsweise bei der Einsparung von Treibhausgasen in den ausgewählten Lieferketten.

Um klimatische Veränderungen in Kolumbien besser zu erfassen, stärkt das Vorhaben das nationale Klima-Monitoringsystem. Die Erfahrungen der Pilotmaßnahmen sollen darin einfließen. Weiterhin ist vorgesehen, die Anforderungen der Klimaverhandlungen sowie weitere übergeordnete Indikatoren mit aufzunehmen.

Zuletzt werden relevante Institutionen im Bereich Klima gefördert. So erhält SISCLIMA Unterstützung, um die Effizienz der Umsetzung der NDCs zu steigern. Die gewonnenen Erfahrungen können auf zusätzliche Bereiche und Regionen angewendet werden. Das Vorhaben entwickelt gemeinsam mit SISCLIMA Projektvorschläge für die weitere Finanzierung von Maßnahmen der NDCs und legt sie Finanzierungsinstitutionen zur Prüfung vor. Stadtverwaltungen und Regionalregierungen erhalten darüber hinaus Planungsinstrumente für eine Anpassung und Minderung des Klimawandels.

Wirkungen:

- Im Februar 2020 wurde beim Jahreskongress der kolumbianischen Vereinigung der Gemeinden die Kampagne #YoHagoelCambio ins Leben gerufen. 154 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, die etwa 3,3 Millionen Menschen repräsentieren, haben sich verpflichtet, klimarelevante Maßnahmen in ihre Gemeindeentwicklungspläne zu integrieren. Das Vorhaben hat die Kampagne gemeinsam mit dem Umweltministerium und der Planungsbehörde konzipiert und beim Jahrestreffen vorgestellt.

- Gemeinsam mit der Universität Minuto de Dios hat das Projekt eine Schulung entwickelt, bei der Journalist*innen und Kommunikationswissenschaftler*innen ein tieferes Verständnis des Klimawandels, seiner Auswirkungen und möglicher Lösungsansätze vermittelt wird. Rund 60 Personen haben den Kurs absolviert und ihre Erkenntnisse in einer klimabezogenen Podcastreihe „Bitácora Climática" veröffentlicht.

- Mit führenden nationalen und internationalen Expert*innen in den Bereichen Measurement, Reporting and Verification (MRV) und Monitoring und Evaluierung (M&E) hat das Vorhaben Ende 2020 eine Webinarreihe veranstaltet, in der Fortschritte und Herausforderungen beim Aufbau der kolumbianischen Klima-Monitoringsysteme diskutiert wurden. Insgesamt haben an der 12-stündigen Veranstaltungsreihe 20 Männer und 28 Frauen teilgenommen.

- Im März 2021 hat die kolumbianische Regierung in einem virtuellen High-Level-Event die aktualisierten NDC Kolumbiens vorgestellt. Mehr als 2750 Personen verfolgten die zweistündige Veranstaltung, bei der u.a. Umweltminister Carlos Correa, Außenministerin Claudia Blum, Bogotás Bürgermeisterin Claudia López sowie BMU Staatssekretär Jochen Flasbarth sprachen. Das Projekt hat die Organisation der Veranstaltung unterstützt und ein Animationsvideo über den neuen NDC eingespielt.

- In 16 Regionen hat das Vorhaben Klimadialoge organisiert, deren Ziel es war, insbesondere mit jungen Menschen und Frauen über die Risiken und Potenziale des Klimawandels zu diskutieren. An den Veranstaltungen, die gemeinsam mit der UNDP Initiative „Climate Promise" durchgeführt wurden, nahmen etwa 550 Menschen teil. Die Einschätzungen und Kernbotschaften der Teilnehmer*innen sollen in die Positionspapiere Kolumbiens für den 26. Internationalen Klimagipfel (COP 26) im November 2021 einfließen.

- Das Vorhaben hat mehr als 1600 Vertreter*innen von Kommunal- und Regionalverwaltungen darin geschult, welche Folgen der Klimawandel für ihre Territorien hat, und wie sie die Auswirkungen besser bewältigen können. 
Informationen

CRS-Schlüssel
41010

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
9.492.000 €

Wird geladen