Ausgangssituation
Der Mangel an Perspektiven für junge Tunesierinnen und Tunesier gilt als eine der Hauptursachen für soziale Spannungen und politische Unruhen. Mitte 2013 belief sich die Arbeitslosenquote in Tunesien auf 15,9 Prozent. Fast ein Fünftel aller Frauen und gar ein Drittel der Hochschulabsolventen sind ohne Arbeit.
Ziel
Die Zahl der selbstständig oder abhängig Beschäftigten ist in den vom Projekt unterstützten Sektoren und Regionen gestiegen.
Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert, finanziert, fördert und implementiert die GIZ über einen Offenen Regionalfonds beschäftigungsrelevante Kooperationsansätze. In enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden Projekte umgesetzt, die Beschäftigungsperspektiven für junge Tunesierinnen und Tunesier schaffen. Beispielsweise begegnet das tunesische Bauunternehmen Bouzguenda Frères dem akuten Fachkräftemangel im Hoch- und Tiefbau mit einer besonders praxisnahen und flexiblen Ausbildung: „Mobile Klassenzimmer" werden vor Ort in die Baustelle integriert. So können die benötigten Fachkräfte in einem Intensivtraining bedarfsgerecht ausgebildet werden, der Bedarf an Fachkräften wird gedeckt, und junge Menschen erhalten eine Zukunftsperspektive in einer krisenfesten Branche.
Alle Projekte schaffen nicht nur berufliche Chancen für tunesische Jugendliche, sondern entwerfen gleichzeitig Konzepte für strukturelle Verbesserungen des Arbeitsmarktes. Die Auswahl der Projekte des Fonds erfolgt über ein Steuerungsteam des Fonds, dessen Mitglieder alle wesentlichen Perspektiven des Arbeitsmarktes vertreten: Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat.
Vier Ansätze bestimmen die Aktivitäten des Fonds:
1.Verbesserung der innerbetrieblichen Aus- und Fortbildung und damit eine verstärkte Orientierung an den Bedarfen der Wirtschaft
2.Professionalisierung der Arbeitsvermittlung und des Personalmanagements und dadurch verbesserte Abstimmung zwischen den Anforderungen der Unternehmen und den Profilen von Arbeitssuchenden
3.Unterstützung von Unternehmensgründungen und Stärkung des Unternehmertums
4.Steigerung der Attraktivität von Handwerksberufen durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Personalarbeit und des Images dieser Berufe
Neun Projekte werden derzeit umgesetzt:
1.Umschulung: Dem „Mismatch" auf dem Arbeitsmarkt begegnen
2.Trockenbau – ein hohes Potenzial für Arbeitsplätze
3.Naturwunder der Sahara – Ressourcen für Arbeitsplätze
4.Eine Ausbildung der besonderen Art im Tourismus
5.Facharbeiter in der Landwirtschaft gesucht
6.Von der Fortbildung in den Job: eine berufliche Zukunft für alle
7.Die traditionelle Webtechnik in Gafsa erfindet sich neu
8.Glasbläserei – die Wiederentdeckung eines Kunsthandwerks
9.Mobile Ausbildung in der Baubranche