2017.2036.6

Perspektiven für die Jugend

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Staatsagentur für Jugendangelegenheiten, Körperkultur und Sport

Ausgangssituation

Ein Drittel der Bevölkerung Kirgisistans sind Jugendliche im Alter von 14 bis 28 Jahren. Aufgrund der schlechten Qualität der Ausbildung, die in der Regel nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht, sind die Chancen junger Menschen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit sehr gering. Über 70% der Jugendlichen leben in ländlichen Gebieten, für viele von ihnen ist der Zugang zu Infrastruktur, Hochschul- und Berufsbildung begrenzt. Dies führt zu einer hohen Migration in die Hauptstadt Bischkek und in andere Länder. Junge Migranten sind oft isoliert und haben Probleme bei der Arbeitssuche und der sozialen Integration. Da die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Perspektiven für die Zukunft junger Menschen zu schaffen.

Die jugendpolitischen Rahmenbedingungen und Strategien auf nationaler und lokaler Ebene sind noch schwach ausgeprägt und haben im Vergleich zu anderen Bereichen in der Regel keine politische Priorität. Der zuständigen Partnerbehörde, die Staatsagentur für Jugend, Körperkultur und Sport, fehlen personelle und finanzielle Ressourcen zur Förderung eines zukunftsorientierten Jugendsektors.

In den letzten Jahren haben Nichtregierungsorganisationen (NRO), die mit Jugendlichen und Jugendinitiativen arbeiten, ihre Aktivitäten neu belebt. Viele von ihnen haben jedoch wenig Erfahrung in der Jugendarbeit, es mangelt an klar definierte Zielen und nachhaltigen Organisationsstrukturen.

Es besteht dringender Bedarf an nachhaltigen Strukturen für die Jugendarbeit und -förderung im ganzen Land. Junge Menschen haben noch immer nur begrenzte Möglichkeiten, am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben auf lokaler und nationaler Ebene teilzunehmen.

Ziel

Die Umsetzung von Politiken und Maßnahmen zur Stärkung der ökonomischen und sozialen Teilhabe von Jugendlichen ist verbessert.

Ansatz

Das Programm arbeitet in 20 Partnergemeinden in den vier nördlichen Regionen Kirgisistans - Chui, Issyk-Kul, Naryn und Talas. Der Gesamtansatz konzentriert sich auf die Nachhaltigkeit der bereits erzielten Ergebnisse durch die weitere Stärkung der Kapazitäten staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen im Jugendsektor. Besonderes Augenmerk wird auf die Einbeziehung der Bemühungen zur Beschäftigungsförderung und wirtschaftlichen Beteiligung junger Menschen gelegt.

Das Programm fördert die Zusammenarbeit und den Austausch im Jugendbereich zwischen Nichtregierungsorganisationen, dem Privatsektor und Interessengruppen auf nationaler und lokaler Ebene. Der Erkundung von Potenzialen und möglichen Nutzung digitaler Instrumente und Kommunikationskanäle kommt eine wichtige Rolle zu, um junge Menschen in die Entscheidungsprozesse, den Kapazitätsaufbau und die Beschäftigungsförderung einzubeziehen.

Auf nationaler Ebene trägt das Programm dazu bei, die sektorübergreifende Zusammenarbeit bei der Einbeziehung von Jugendfragen zwischen Regierungsstellen, Ministerien, der Zivilgesellschaft und anderen Beteiligten zu verbessern. Diese Zusammenarbeit ist notwendig, um die Synergien bei den Finanzierungsmöglichkeiten und den personellen Ressourcen zu verbessern. So wurde beispielsweise 2018 der Nationale Jugendrat gegründet, der als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Ministerien und Agenturen zu Jugendthemen dient. Darüber hinaus wird unter Einbeziehung junger Menschen ein langfristiges Konzept das "Youth Development Concept 2020-2030" entwickelt.

Klare Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen allen Beteiligten tragen auch dazu bei, die Rahmenbedingungen für eine effektive Jugendförderung auf lokaler Ebene zu verbessern.

Die Gemeinden werden ermutigt, den Dialog mit jungen Menschen einzuleiten und ihre Ansichten bei Entscheidungen zu berücksichtigen, z.B. bei der Zuweisung von Budgets für die Jugendarbeit. Dank bereits entwickelter Jugendstrategien können Maßnahmen zur Jugendförderung in die sozioökonomische Entwicklungspläne integriert werden, und die Gemeinden stellen jährlich mehr Mittel für jugendbezogene Angebote zur Verfügung. Jugendräte, die als institutionelles Organ für die Beteiligung von Jugendlichen fungieren, werden derzeit in Partnergemeinden pilotiert.

Um positive und nachhaltige Effekte zu erzielen, legt das Programm den Schwerpunkt auf den Aufbau von Kapazitäten der lokalen, regionalen und nationalen Akteure. Dies wird durch die Unterstützung von zertifizierten Trainings für Jugendspezialisten sowie Jugendleiter und -leiterinnen und jungen Aktivisten erreicht. Die Trainings dienen als Netzwerkplattform für die Teilnehmenden zum Austausch erfolgreicher Erfahrungen und Lessons Learned. Während der Trainings lernen junge Aktivisten, wie sie ihre Gemeinden aktiv gestalten können, indem sie Projekte mit und für lokale Jugendliche durchführen. Die Anbieter dieser zertifizierten Trainings qualifizieren sich zunehmend dafür, ICT-basierte Anwendungen für eine größere Reichweite und breitere Wirkung ihrer Angebote zu nutzen. Seit Beginn der Trainings haben mehr als 100 Jugendspezialisten und mehr als 280 junge Aktivisten teilgenommen und anwendbare Kenntnisse erworben. Darüber hinaus werden im Rahmen des Kapazitätsaufbaus lokale Jugend-NRO unterstützt, um ihre Nachhaltigkeit und ihr Management zu verbessern.

Um die Beschäftigungschancen junger Menschen zu stärken, unterstützt das Programm Projekte, die von lokalen Jugend-NRO entwickelt wurden. Diese Projekte konzentrieren sich auf die Entwicklung von Arbeitsmarkt-relevanten Kompetenzen für Jugendliche, Berufsberatung, Angebote für Jugendliche und insbesondere auf Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen. Der spezifische Fokus der Ideen liegt auf innovativen Themen in Sektoren mit Wachstumspotenzial im Land, wie zum Beispiel IT, Tourismus und Textil. Neben der finanziellen Unterstützung werden Beratung und Betreuung während des gesamten Projektzyklus angeboten. Diese Unterstützung umfasst alle Phasen von der Ideenentwicklung über die Umsetzung bis hin zum Finanzmanagement. Mehr als 500 junge Menschen setzten ihre Projekte um und lernten das Projektmanagement aus erster Hand kennen, indem sie Akteure auf allen Ebenen, einschließlich der Privatwirtschaft und der lokalen Gemeinden, einbinden und aktiv mit ihnen zusammenarbeiteten.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
16010

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa

Vorgänger-Projekt
2015.2017.0

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
4.500.000 €

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