2019.9012.6

Prävention gegen gewalttätigen Extremismus in Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan)

Auftraggeber
Auswärtiges Amt
Land
Dauer
–
Partner
Umweltministerien und Landwirtschaftsministerien

Gewalttätiger Extremismus und Radikalisierung stellen die Länder Zentralasiens vor wachsende Herausforderungen. Schätzungen zufolge haben bis zu 4.000 Anhänger des Islamischen Staates (IS) ihre Heimatländer in Zentralasien verlassen, um in Syrien und Irak zu kämpfen. Es wird vermutet, dass eine ähnliche Zahl von Kämpfenden aus der Region sich seit den 1990er Jahren Al Qaida und den Taliban in Afghanistan angeschlossen haben. Mit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und den Territorialverlusten des IS im Nahen und Mittleren Osten wächst die Besorgnis, dass Extremist*innen ihren Einfluss auf Zentralasien und andere Länder der GUS ausweiten könnten. Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan haben auf diese Entwicklungen mit Reformen im Justiz- und Sicherheitssektor reagiert; Usbekistan und Tadschikistan haben nationale Strategien gegen gewalttätigen Extremismus und Terrorismus entwickelt. In diesem Zuge wächst auch die Nachfrage nach präventiven Ansätzen, inklusive Bildungsmaßnahmen sowie psychosozialen Leistungen. Diese können die gesellschaftliche Resilienz gegen Radikalisierungstendenzen stärken. Derzeit liegt jedoch der Fokus der Sicherheitsbehörden auf staatlicher Bildung sowie auf religiöser und staatsbürgerlicher Umerziehung. Bisher wurde Prävention in der Praxis primär als sicherheitspolitische Angelegenheit gehandhabt und nicht als Aufgabe der Gesellschaft als Ganzes.

Das Regionalprogramm „Preventing Violent Extremism in Central Asia" (PREVECA) hat zum Ziel, die bestehende Praxis der Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus in Zentralasien durch präventive Perspektiven und Ansätze zu erweitern.

Prävention von gewalttätigem Extremismus (PVE) wird als umfassende Aufgabe staatlicher Akteure in zahlreichen Handlungsfeldern und der Gesellschaft als Ganzes verstanden, die auf konfliktpräventiven, gender-sensitiven und menschenrechtsbasierten Prinzipien beruhen. Das Regionalprogramm unterstützt Staat und Zivilgesellschaft in Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan dabei, geeignete präventive Maßnahmen zu entwickeln und die gesellschaftliche Resilienz gegen gewalttätigen Extremismus zu stärken. Dabei bezieht sich das Vorhaben auf die bestehenden nationalen Strategien gegen Extremismus und Terrorismus und unterstützt deren Umsetzung. Es verfolgt Ansätze, die für den Bedarf und die Bedingungen der drei Länder maßgeschneidert sind, während zugleich die regionale Kooperation zum Thema gestärkt wird. Die Arbeit von PREVECA auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene in Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan gründet auf drei Pfeilern: Bildung eines regionalen Expertennetzwerks; PVE- Qualifizierung von Staatsbediensteten und Entscheidungsträgern auf der nationalen Ebene sowie Förderung präventiver Maßnahmen auf lokaler Ebene zur Stärkung kommunaler Resilienz gegen gewalttätigen Extremismus.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
15220

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
7.785.000 €

Wird geladen