Ausgangssituation
Bangladesch ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Bis 2021 soll der Status eines Landes mit mittlerem Einkommen erreicht werden. Innerhalb desselben Zeitraums will die Regierung von Bangladesch die 160 Millionen Einwohner des Landes mit Strom versorgen. Zur Deckung dieses Bedarfs werden im Stromsektor Erzeugungskapazitäten in Höhe von 24 Gigawatt benötigt.
Als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder der Welt unternimmt Bangladesch eigene Anstrengungen zur Verringerung der Auswirkungen auf das Weltklima. Das Land hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen in den Sektoren Stromerzeugung, Industrie und Verkehr bis 2030 durch externe Unterstützungsmaßnahmen gegenüber einem Business-as-ususal-Szenario um 15 Prozent zu senken. Zudem plant Bangladesch, bis 2021 10 Prozent des gesamten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken und im Vergleich zu 2013 den Energieverbrauch um 15 Prozent zu senken.
Die Förderung von Energieeffizienz und Energieeinsparungen, die Nutzung von integrierten erneuerbaren Energielösungen sowie die Steigerung der Handlungsfähigkeit der relevanten Stakeholder zur Fortführung der Anstrengungen haben für Bangladesch daher oberste Priorität.
Ziel
Die Integration von nachhaltigen Energieerzeugungslösungen wird unter Führung der Behörde für nachhaltige und erneuerbare Energien (Sustainable and Renewable Energy Development Authority, SREDA) durch mehrstufige Capacity-Building-Initiativen gestärkt. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Energieeffizienz und Energieeinsparungen wird durch eine Kampagne auf landesweiter Ebene geschärft. Die Verbreitung des Programms für Aufdach-Photovoltaik-Anlagen wurde optimiert und die erzielten Fortschritte werden überwacht.
Vorgehensweise
REEEP II zielt darauf ab, mit der Regierung, der Privatwirtschaft und Akteuren der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung von nachhaltigen Energiesystemen in Bangladesch zu stärken.
Im Rahmen des Projekts werden die genauen Bedarfe für die Organisationsentwicklung von SREDA und der relevanten Stakeholder der Sektoren ermittelt. Außerdem wird die Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren gefördert, um das nationale Ziel für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu erreichen. Darüber hinaus wird das Programm die Regierung bei der Entwicklung von geeigneten energiepolitischen Maßnahmen und Vorschriften unterstützen, damit nachhaltige entwicklungspolitische Wirkungen erzielt werden.
Zur größtmöglichen Nutzung der Solarenergie strebt die Regierung die großflächige Verbreitung netzgekoppelter Aufdach-Photovoltaik-Anlagen im Rahmen des Net-Metering-Konzepts an. Das Projekt unterstützt diese Bemühungen durch die Einrichtung einer speziellen staatlichen Anlaufstelle für Aufdach-PV-Anlagen bei der SREDA sowie eines begleitenden Online-Portals für Verbraucher*innen und Dienstleister. Darüber hinaus sind begleitende Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Marktförderung vorgesehen.
Technische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz können nur langfristig wirken, wenn das öffentliche und institutionelle Bewusstsein und Engagement gesichert ist. Das Projekt unterstützt die Ausarbeitung einer nationalen Strategie für die Bewusstseinsbildung hinsichtlich Energieeffizienz und Energieeinsparung. Relevante öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Akteure werden aktiv an der daran anschließenden Kampagne beteiligt, um die Wirkung der Initiativen zu maximieren.
Der Gesamtfortschritt der Entwicklung in den Sektoren wird qualitativ und quantitativ überwacht und in das zentrale Überwachungssystem bei SREDA integriert.