Ziel
Das Programm ist Teil eines Vorhabens der äthiopischen Regierung, des Sustainable Land Management Programmes (SLMP). Dessen Ziele sind reduzierte Landdegradierung und verbesserte Ernährungssicherheit in sechs ländlichen Regionen Äthiopiens (Amhara, Benishangul-Gumuz, Gambella, Oromia, Southern Nations, Nationalities and Peoples’ Regions, Tigray). Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegen die Auswirkungen des Klimawandels wird gestärkt.
Herausforderung
Die ländliche Bevölkerung in vielen Regionen Äthiopiens ist dem Risiko einer fortschreitenden Landdegradierung ausgesetzt. Jährlich gehen landesweit 30.000 ha Boden verloren. Acker- und Weideflächen werden unproduktiv oder durch Erosionsrinnen zerstört. Die Verknappung natürlicher Ressourcen wird hauptsächlich durch ein hohes Bevölkerungswachstum und unangepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftung verursacht. Letztere geht mit starker Entwaldung, abnehmender Bodenfruchtbarkeit und Erosion einher. Dadurch nimmt die landwirtschaftliche Produktivität ab, die Erträge der Kleinbauern gehen zurück. Der Klimawandel und seine Folgen verschärfen die Situation.
Vorgehensweise
Die GIZ und KfW Entwicklungsbank arbeiten mit dem äthio-pischen SLMP zusammen, um diesen Herausforderungen mit Methoden der nachhaltigen Landbewirtschaftung zu begegnen.
Aufgaben der Beratung durch die GIZ sind die Verbesserung des gesetzlichen Rahmens für nachhaltige Landbewirtschaftung sowie die Unterstützung des äthiopischen Agrarberatungs-dienstes und der dezentralen Landwirtschaftsbüros. Diese setzen das staatliche SLMP auf den verschiedenen Ebenen vonder Gemeinde über die Distrikte bis zur Region um. Bei deren Beratung stehen die Ausbildung von Experten sowie die Stärkung der an der Umsetzung beteiligten Institutionen im Vordergrund. Dazu wird Wissen über technische Aspekte der Landbewirtschaftung wie etwa Boden- und Wasserkonservierung vermittelt, aber auch darüber, wie Veränderung gemeinsam mit der Bevölkerung gestaltet werden kann. Einkommen schaffende Maßnahmen werden gefördert.
Zudem beraten Experten der GIZ das Landwirtschaftsminister-
ium zur Umsetzung des SLMP und partizipativen ländlichen Entwicklung. Hierbei sind Wälder in und bei Wassereinzugsgebieten besonders wichtig. Die durch die GIZ geschulten, staatlichen Berater entwickeln mit den Gemeinden Pläne für eine nachhaltige Waldnutzung in angrenzenden Wassereinzugsgebieten.
Die KfW Entwicklungsbank stellt über das äthiopische Landwirt-schaftsministerium Gelder für Investitionen auf kommunal und privat genutztem Land in Wassereinzugsgebieten bereit. So dient etwa die großflächige Verbauung von Erosionsrinnen und die Errichtung und Begrünung von Terrassen der Rehabilitierung landwirtschaftlicher Flächen und der Stabilisierung von Hanglagen. Zudem werden Maßnahmen zu verbesserter Viehzucht und einem ertragreicherem Obst- und Gemüseanbau gefördert. Auch wird der Bau von kommunaler Infrastruktur finanziert. Die damit verbundene Bewässerung, Bepflanzung und Aufforstung tragen zur Verbesserung des Bodens, der Erträge und der Einkommen der ländlichen Bevölkerung bei.
Wirkungen
Die hier dargestellten Wirkungen beziehen sich auf die Vorläuferphase bis Dezember 2014 und die drei Hochlandregionen Amhara, Oromia und Tigray, in denen das Programm bis dahin tätig war.
• Auf ca. 180.000 Hektar degradiertem Land wendet die ländliche Bevölkerung nachhaltige Praktiken der Landbewirtschaftung an. Terrassierung, Dauerbegrünung und andere Methoden reduzieren die Landdegradierung.
• Seit 2008 ist die kleinbäuerlich genutzte Bewässerungsfläche um ca. 2.000 Hektar gestiegen. Die Nutzer erzielen dadurch höhere Ernten und Einkommen.
• Die äthiopischen Partner können ihre Vorhaben auf allen Verwaltungsebenen besser planen und umsetzen. Mit Beteiligung der Gemeinden haben sie bisher über 670 Investitions- und Managementpläne für Wassereinzugsgebiete entwickelt und setzen sie um.
• Mit Maßnahmen zur nachhaltigen Landbewirtschaftung werden bisher ca. 194.000 Haushalte erreicht. Die staatlichen Berater und Experten der Distrikte und Gemeinden sind in der Lage, den Ansatz auf andere Gebiete zu übertragen.
• Wissen und Kenntnisse der beteiligten Personen auf Gemeindeebene und die Eigenverantwortung der Zielgruppen haben sich verbessert. Über 500 lokale kleinbäuerliche Nutzerorganisationen bewirtschaften nun gemeinsam Flächen mit nachhaltigen Methoden. Geschulte Experten der Distrikte und Gemeinden beraten sie dabei.