2014.2280.7

Programm Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Umwelt- und Forstministerium (Ministère de L'Environnement, de l’Ecologie, de la Mer et des Forêts, MEEMF)

Ausgangssituation

Der Nahrungsmittel- und Energieholzbedarf der meist unter der Armutsschwelle lebenden Bevölkerung Madagaskars führt zu fortschreitender Entwaldung und Landdegradierung sowie zum Verlust der Biodiversität. Die institutionellen Rahmenbedingungen sowie Know-how und Ressourcen für Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sind unzureichend.

Ziel

Schutz und nachhaltige, klimaresiliente Nutzung natürlicher Ressourcen in und um Schutzgebiete sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Umweltvorhaben trägt dazu bei, Schutz und nachhaltige, klimaresiliente Nutzung natürlicher Ressourcen in und um Schutzgebiete zu verbessern. Es arbeitet in den Regionen Diana, Boeny, Atsimo-Andrefana und Analamanga in sechs Handlungsfeldern.

1. Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Die Bevölkerung wird dabei unterstützt, über Wertschöpfungsketten, zum Beispiel Honig, Ökotourismus und andere, dauerhaftes Einkommen aus den natürlichen Ressourcen zu generieren sowie Schutzgebiete und Wälder nachhaltig zu bewirtschaften.

2. Professionalisierung und Verbreitung der Wertschöpfungskette Biomasseenergie

Kleinstunternehmen und Kooperativen werden dabei unterstützt, „grüne" Holzkohle, das heißt Holzkohle aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und aus Meilern mit deutlich erhöhtem Wirkungsgrad, sowie verbesserte Herde herzustellen und zu vermarkten.

3. Stärkung des gesetzlichen, planerischen und institutionellen Rahmens für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Die Aktualisierung bestehender und die Entwicklung neuer Politiken und Instrumente im Sektor werden ebenso unterstützt wie die Erstellung kommunaler und regionaler Landnutzungspläne.

4. Verbesserungen der ökologischen und sozialen Voraussetzungen im Kleinstbergbau

Die Bedingungen im Kleinstbergbau werden so verbessert, dass mittelfristig Fairtrade-Standards eingehalten werden können. Diskussionsplattformen für eine verbesserte Governance im Kleinstbergbausektor werden aufgebaut und unterstützt, mit Betonung auf Teilhabe von Frauen. Die Maßnahmen werden von der australischen Kooperation (DFAT) kofinanziert.

5. Stärkung der Leistungsfähigkeit bedeutender Akteure bei der Anpassung an den Klimawandel

Erarbeitung von nationalen Strategien und Mainstreaming in Schlüsselsektoren zu Klimawandelanpassung sowie die Stärkung der Koordinierungsinstanzen stehen im Mittelpunkt der Beratung. Informationsangebote für die breite Bevölkerung, Curricula-Entwicklung sowie Aus- und Fortbildung sind weitere zentrale Aufgaben.

6. Entwicklung von landwirtschaftlichen und forstlichen Wertschöpfungsketten

Durch die Steigerung der Produktion und Rentabilität werden die Voraussetzungen für eine langfristige Absicherung agroforstlicher Wertschöpfungsketten zu Cashew, Honig, rotem Pfeffer, Moringa, Holzkohle, Holzkohleherde geschaffen.

Die Aktivitäten der Handlungsfelder 5 und 6 werden von der Europäischen Union kofinanziert.

Wirkungen

77 lokale Nutzergruppen und 7 Nichtregierungsorganisationen bewirtschaften heute nachhaltig 980.000 ha Naturwälder und Schutzgebiete und tragen so zur Minderung der Entwaldung und dem Schutz der Biodiversität bei.

6.500 Haushalte konnten durch die Bewirtschaftung von 6 Wertschöpfungsketten – Öko-Tourismus, Honig, Raffia, grüne Holzkohle, verbesserte Kochherde und Bauholz – ihre Einkommen um durchschnittlich 77% steigern. Darunter sind 35% Frauen.

34.000 Haushalte in den städtischen Zentren der 3 Interventionsregionen nutzen regelmäßig energieeffiziente Kochherde.

Die 3 Interventionsregionen sowie 90 Gemeinden verfügen über Landnutzungspläne, die als Grundlage der lokalen Entwicklung genutzt werden.

Das Raumordnungsgesetz, die Forstpolitik, die Umweltpolitik für nachhaltige Entwicklung sowie die nationale Strategie zur Wiederherstellung von Waldlandschaften wurden verabschiedet.

Eine nationale Strategie zur Verbesserung von Sozial- und Umweltbedingungen im Kleinstbergbausektor unter Berücksichtigung internationaler Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards wurde verabschiedet.

Mehr als 80 Hektar aufgelassene Bergbaugebiete werden saniert und aufgeforstet.

Der Nationale Anpassungsplan und der Nationale Aktionsplan zur Bekämpfung des Klimawandels werden in Kürze von der Regierung validiert.

Die nationale Behörde für Meteorologie ist mit 30 Klimastationen ausgestattet, um die Vorhersagen von Wetterereignissen deutlich zu verbessern.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
41030

Kombifinanzierung
  • Dep. of Foreign Affairs and Trade (DFAT) - ehemals AusAID (500 Tsd. €)
  • Europäische Union (EU) (10,15 Mio. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Anpassung an den Klimawandel

Signifikante Nebenziele:

  • Desertifikationsbekämpfung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
1600 Westafrika 2 und Madagaskar

Vorgänger-Projekt
2007.2042.5

Nachfolger-Projekt
2019.2080.0

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
38.646.423 €

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