2011.9779.7

REDD-Programm für Early Mover REM, TZ Modul: REM-Instrumentenförderung

Auftraggeber
BMZ
Land
Dauer
–
Partner
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation

Durch Waldzerstörung freigesetzte Treibhausgase stellen mit circa elf Prozent eine der weltweit größten Emissionsquellen dar. Die Entwaldung, vor allem in den tropischen Regionen Lateinamerikas, Asiens und Afrikas, setzt innerhalb sehr kurzer Zeit hohe CO2-Mengen frei. Hauptursachen der Entwaldung sind, je nach Region, dass sich Land- und Viehwirtschaft – darunter Soja- und Palmölplantagen – ausbreiten, Bodenschätze abgebaut, Holz illegal geschlagen und Feuerholz entnommen wird. Vor diesem Hintergrund kommt dem Walderhalt eine Schlüsselrolle im Klimaschutz zu.

REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) – das Konzept der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zum Klimaschutz durch Walderhalt – sieht Kompensationszahlungen für messbare und nachgewiesene CO2-Emissionsminderungen vor. Dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff wird so ein ökonomischer Wert gegeben und der Walderhalt in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einbezogen. REDD Early Movers (REM) trägt dazu bei, diesen Ansatz in ausgewählten Ländern anzuwenden.

Ziele

Die Unterstützung der REDD-Finanzierung – in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Klimarahmenkonvention UNFCCC – fördert den Walderhalt und trägt damit zum Klimaschutz bei.

Vorgehensweise

REM unterstützt REDD-Pioniere, sogenannte Early Movers, die sich beim Waldschutz bereits eigenverantwortlich Richtung Klimaschutz bewegen. Das Programm vergütet die Klimaschutzleistung der Early Movers und fördert über eine gerechte Verteilung der Gelder (Benefit Sharing) die nachhaltige Entwicklung zum Nutzen von Kleinbauern sowie waldabhängigen und indigenen Gemeinschaften.

REM orientiert sich an internationalen sozialen und ökologischen Schutzklauseln, vor allem an den sogenannten Cancun-Safeguards und an internationalen Standards für Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) von CO2-Emissionen. Das Programm ist einer der ersten Mechanismen für eine ergebnisbasierte REDD-Finanzierung.

REM ist ein gemeinsames weltweites Programm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit; es kombiniert Kohlenstofffinanzierung durch die KfW Entwicklungsbank mit Instrumentenförderung durch die GIZ. Seit April 2018 hat das Programm ein Budget von 312,5 Mio. Euro: 121,5 Mio. Euro inkl. 12 Mio. Euro TZ stammen aus dem BMZ, 29 Mio. Euro aus dem BMU, Norwegen hat an die KfW Mandate über rund 75 Mio. Euro, UK über rund 87 Mio. Euro vergeben. Bis Juni 2019 konnte die KfW in Brasilien, Ecuador und Kolumbien 127 Mio. Euro an ergebnisbasierter Finanzierung auszahlen. Dies entspricht dem jährlichen Pro Kopf CO2 Emissionen von knapp 6 Mio. deutscher Bundesbürger

Kohlenstofffinanzierung: Die KfW Entwicklungsbank vergütet unabhängig verifizierte REDD-Emissionsreduktionen, die von den Early Movers erreicht wurden. Die REM-Partnerländer leisten einen Eigenbeitrag, um die Komplexität des Risikomanagements niedrig zu halten. Bei den Berechnungen des Kohlenstoffgehalts in Waldökosystemen werden zudem konservative Annahmen des Weltklimarates zugrunde gelegt.

Instrumentenförderung: Die GIZ berät Early Movers auf technischer und politischer Ebene dabei, ein funktionales System für eine Kohlenstofffinanzierung durch REM zu entwickeln. Dazu werden Institutionen gestärkt, Instrumente bereitgestellt und Koordinierungsmechanismen für umfassende Prozesse mit Interessensgruppen geschaffen. Beratung erfolgt beispielsweise zu gendersensiblen, auch Frauen berücksichtigenden Benefit Sharing-Programmen, zu Risikomanagement und Safeguards sowie deren Monitoring, zum Auf- und Ausbau von REDD-Registern, Referenzlevel und MRV-Systemen. Early Movers werden dabei unterstützt, REDD-Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Vor allem sollen weitere Sektoren wie Landwirtschaft und Viehzucht, sogenannte Entwaldungstreiber, einbezogen werden. Deren Akteure spielen eine Schlüsselrolle, um die Entwaldung einzudämmen. Genauso wie indigene Gemeinschaften, die traditionell den Wald erhalten, müssen sie in das Benefit Sharing einbezogen werden.

Wirkungen

Die REDD-Finanzierung für Early Movers hat sich bewährt. Der Stellenwert ergebnisbasierter REDD-Finanzierung ist sowohl innerhalb der Klimarahmenkonvention sowie bei der Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) der Weltbank deutlich gestiegen.

Seit das globale REM-Programm im Juni 2012 auf der Rio+20-Konferenz lanciert wurde, erhielt es eine Reihe von Kooperationsanfragen. REM ist Vorreiter der Umsetzung ergebnisbasierter Vergütungssysteme und ein zentrales Instrument der GNU-Initiative von Deutschland, Norwegen und Großbritannien zur Umsetzung der New York Walderklärung (2014) und der gemeinsamen Erklärung bei der Weltklimakonferenz (COP21) 2015 in Paris.

REM arbeitet bisher in drei Ländern: in Brasilien in den Bundesstaaten Acre und Mato Grosso, in Ecuador und in der Amazonasregion Kolumbiens. Die norwegische Wald- und Klimainitiative NICFI beteiligt sich an der Kohlenstofffinanzierung in Ecuador und Kolumbien, Großbritannien ebenfalls in Kolumbien sowie in Acre und Mato Grosso. In Acre hat die Kohlenstofffinanzierung bereits 2012 begonnen, in Kolumbien konnten die ersten Auszahlungen 2016, in Mato Grosso und Ecuador 2018 vorgenommen werden. In Ecuador und Kolumbien hat die Instrumentenförderung die Kohlenstoffbuchhaltung – Monitoring, Register und Referenzlevel – sowie das Safeguards-System gestärkt. In Kolumbien und Mato Grosso wurde der partizipative Aufbau eines Benefit Sharing Programms für indigene Völker unterstützt und ein Managementsystem für soziale und ökologische Risiken von Investitionen entwickelt. Die Arbeit in weiteren Ländern wird zurzeit sondiert.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
31210

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
G330 Umweltpolitik, Biodiversität, Wald

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
11.907.849 €

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