Ausgangssituation
Bürgerkrieg, anhaltende Gewalt, zahlreiche regionale Konflikte und wiederkehrende Krisen haben dazu beigetragen, dass sich die Grundversorgung in Südsudan in wichtigen Bereichen wie Wasser, Gesundheit und Energie stetig verschlechtert. Die Auswirkungen der andauernden Konflikte haben zu Fluchtbewegungen von vier Millionen Menschen geführt.
In Südsudan gibt es kaum funktionierende Wasser- oder Sanitärinfrastruktur. Existierende Wasserquellen sind teilweise zerstört, Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung sind häufig marode und wartungsintensiv. Das nationale Wasserministerium geht davon aus, dass weniger als 40 Prozent der gesamten Bevölkerung Zugang zu sicherem Trinkwasser hat. Gleichzeitig haben nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer Basissanitärversorgung.
Ziel
Der Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung, insbesondere für die benachteiligte Bevölkerung, sind verbessert.
Vorgehensweise
Das Vorhaben leistet in Südsudan Übergangshilfe und verknüpft dazu humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung. Dazu kooperiert es mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK).
Das IKRK investiert dabei in Infrastruktur für die Wasserversorgung im Stadtteil Gumbo der Hauptstadt Juba. Dazu gehören eine Pumpstation, eine Wasseraufbereitungsanlage, das Versorgungsnetz von 15 Kilometern Länge, zwei Wasserhochbehälter sowie eine Füllstation für Wassertankfahrzeuge und Wasserkioske. Demgegenüber befasst sich das Vorhaben mit der weiterführenden Strukturbildung, vor allem mit dem Aufbau eines Wasserversorgungsunternehmens. Gumbo ist Zufluchtsort von vielen Binnenvertriebenen und Rückkehrern.
Weiterhin unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH den Betrieb der Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den Städten Torit, Yambio und Yei im Süden der Region Equatoria. Das Vorhaben unterstützt lokale städtische Wasserversorgungsunternehmen, den Zugangs zu bezahlbaren Wasser- und Sanitärdienstleistungen für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
Gemeinsam mit einer von Don Bosco betriebenen Berufsausbildungseinrichtung hat das Vorhaben zudem spezifische Qualifizierungsangebote entwickelt. Diese vermitteln technische und operative Kompetenzen, um den funktionierenden und sicheren Betrieb des Wasser- und Sanitärversorgungssystems zu gewährleisten.
Schließlich sollen dezentrale Sanitärlösungen, insbesondere für benachteiligte Haushalte und Schulen, verfügbar gemacht werden. Im Mittelpunkt stehen die Rehabilitierung und der Bau von privaten Latrinen, der Bau von öffentlichen Handwaschstationen, Sammeltoiletten und -duschen sowie die Einführung von nachhaltigen Sanitärkonzepten an Schulen, inklusive Bau und Betrieb von Komposttoiletten. Der Bau der Infrastruktur wird begleitet von umfangreichen Maßnahmen zur Hygienesensibilisierung.