Bezeichnung: Fortbildung erfahrener medizinischer und technischer Fachleute in Methoden moderner Hochtechnologiemedizin.
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Usbekistan
Politischer Träger: Ministerium für Gesundheit
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016
Ausgangssituation
Die öffentlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen in Usbekistan sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Seit Anfang 2000 erhöhten sich Investitionen in die Infrastruktur und die medizinische Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen um durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr. Zahlreiche medizinische Geräte wurden durch die Regierung und im Rahmen geberfinanzierter Projekte erworben. Die neue Ausstattung umfasst moderne Geräte der Hochtechnologiemedizin für bildgebende Verfahren, Labordiagnostik, Anästhesie, Intensivmedizin und Endoskopie. Der effiziente und effektive Einsatz der Geräte wird allerdings durch Mangel an qualifiziertem Personal, schlechtes Management im Vorfeld der Beschaffung, fehlende Vereinbarungen für Wartungsdienstleistungen und unzureichende Logistik beeinträchtigt. Die Folge sind Qualitätseinbußen bei den Gesundheitsdienstleistungen und Verzögerungen bei der Einführung und Anwendung fortschrittlicher Diagnostik und neuer Therapien.
Ziel
Hochtechnologiemedizin wird in ausgewählten klinischen Bereichen effektiv und effizient verwendet.
Vorgehensweise
Das Projekt unterstützt die Qualifizierung von medizinischem und technischem Personal in ausgewählten klinischen Bereichen. Es umfasst folgende Komponenten:
1. Fortbildung des medizinischen Personals in der Anwendung moderner medizinischer Technologie
2. Einführung und Etablierung eines Inventarsystems als zentrales Bestandsverzeichnis für medizinische Ausrüstung in Usbekistan
3. Ausbildung von erfahrenen Technikern und Ingenieuren in planmäßiger vorbeugender Wartung medizinischer Geräte
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Seit August 2012 wurden im Rahmen des Projekts zahlreiche Fort- und Weiterbildungen im In-und Ausland organisiert. Am Republikanischen Wissenschaftlichen Zentrum für Notfallmedizin konnte ein Schulungszentrum für bildgebende Verfahren (Computertomografie/Magnetresonanztomografie / digitales Röntgen) und für Laparoskopie erfolgreich eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Das Projekt hat außerdem laparoskopische Trainingsmodelle, weitere Ausbildungshilfen, Arbeitsplatzrechner und Büromöbel zur Verfügung gestellt.
Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitarbeitern des Instituts für postgraduale medizinische Ausbildung, des republikanischen Perinatalzentrums und des Interdisziplinären Notfallzentrums (RSCEMC) hat ein Konzept zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Trainingsmaßnahmen als Teil des Curriculums ausgearbeitet.
Das Projekt unterstützt parallel die Verbesserung der Qualifikation der Lehrkräfte durch enge Kooperation mit deutschen und französischen Universitätskliniken und fachlichen Ausbildungszentren sowie Fortbildungszentren der Medizingerätehersteller Karl Storz und Siemens, deren Trainingszentren in Russland genutzt werden konnten.
2013 und 2014 wurden 296 Chirurgen, 159 Radiologen, 64 Medizintechniker und 123 OP-Schwestern im Rahmen des Projekts geschult.
Das vom Schweizerischen Zentrum für Internationale Gesundheit (SCIH), Dienstleister des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts (Swiss TPH) entwickelte computergestützte Inventarsystem "open MEDIS", konnte erfolgreich an einer der Pilotinstitutionen des Projekts getestet werden.
Workshops zur Planung und Beschaffung medizinischer Geräte wurden in Zusammenarbeit mit internationalen Instituten wie ECRI in London, Swiss TPH und dem Resah Institut, Frankreich, durchgeführt.
WEITERE INFORMATIONEN
1. Tätigkeitsbericht des Projekts für 2012-2014
2. Bericht über Lebenszykluskosten von Ausrüstungsgegenständen
3.Factsheet