Ausgangssituation
Nachhaltige öffentliche Beschaffung und Umweltlabel haben in den vergangenen Jahren immer stärker an Bedeutung in der südostasiatischen Region gewonnen. So haben Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen bereits im Rahmen der IKI-Projekte Sustainable Consumption and Production for Low Carbon-Economy (12_I_173_Asia_G_SCP4LCE) und Advancing and Measuring Sustainable Consumption and Production for a Low-Carbon Economy in Middle-Income and Newly Industrialized Countries (15_I_255 Global G Advancing SCP) erfolgreich begonnen, nachhaltige öffentliche Beschaffung und Umweltlabel einzuführen. Allerdings befindet sich die Implementierung im gesamten südostasiatischen Raum aufgrund verschiedener Faktoren auf einem sehr unterschiedlichen Stand.
Insgesamt besteht großes Potential in der Region durch nachhaltige öffentliche Beschaffung und Umweltlabel Treibhausgasemissionen zu reduzieren, da öffentliche Haushalte eine immense Kaufkraft besitzen. Durch ähnliche Produktsortimente im südostasiatischen Raum, können Erfahrungen mit nachhaltiger öffentlicher Beschaffung direkt von einem Land in andere Länder der Region transferiert bzw. repliziert werden. So nimmt Thailand eine Vorreiterrolle in der Region ein und wird anderen südasiatischen Ländern nun Unterstützung gewähren. Während auch Vietnam bereits Strategien zur Förderung von nachhaltiger öffentlicher Beschaffung veröffentlicht hat und Umweltlabel seit mehreren Jahren etabliert sind, stehen Kambodscha, Laos, Bhutan und Myanmar in dieser Hinsicht noch am Anfang. In keinem dieser Länder gibt es Umweltlabel oder gesetzliche Regelwerke zur Integration von Nachhaltigkeitskriterien in öffentlicher Beschaffung.
Ziel
Das Projekt wird die Entwicklung und Implementierung von Umweltlabeln sowie nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern, insbesondere im Bereich der öffentlichen Beschaffung, in fünf asiatischen Entwicklungsländern mit Unterstützung Thailands fördern. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster tragen zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen sowie zu einer verbesserten Ressourceneffizienz entlang der Wertschöpfungsketten bei. Das Projekt wird sich dabei an die unterschiedlichen Kontexte sowie Bedürfnisse im Rahmen nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster in den verschiedenen Pilotländern anpassen.
Vorgehensweise
Die Projektaktivitäten fokussieren auf die Stärkung von Institutionen, fachspezifische Trainingskurse, Wissenstransfer und das Entwerfen integrierter Lösungen auf regionaler Ebene. So sollen regionale Veranstaltungen zum Wissensaustausch zwischen den verschiedenen Implementierungspartnern organisiert und Stakeholdertreffen zur Definition grenzüberschreitender Kernkriterien in der ASEAN Economic Community (AEC) für Umweltlabel und Green Public Procurement (GPP) unterstützt werden. Die Partnerinstitutionen in den verschiedenen Ländern sollen bei der Integration klimafreundlicher und kohlenstoffarmer Kriterien in Umweltlabel durch Kapazitätsentwicklung und Bewusstseinsförderung unterstützt werden. Dafür werden neben Schulungen und train-the-trainer Paketen auch internationale best practices im Bereich GPP analysiert und Hinweise zur Anpassung dieser Strategien in den Schwerpunktländern gegeben.
Kambodscha, Laos PDR, Myanmar und Bhutan befinden sich noch in einem Anfangsstadium der GPP Politikentwicklung. Daher konzentriert sich das Projekt auf die Entwicklung des legislativen Rahmens, z.B. durch die Entwicklung von Richtlinien und Strategien zur GPP-Implementierung. Dies umfasst auch die Entwicklung von Typs I Umweltzeichen für ausgewählte Sektoren und die Kapazitätsentwicklung für Standard- und Zertifizierungssysteme sowie den Wissensaustausch mit fortgeschrittenen Ländern, z.B. Thailand oder Deutschland.
Vietnam hat bereits ein Typ I Umweltzeichen. Daher wird sich das Projekt auf die Verbesserung des Rechtsrahmens, der Kommunikationssysteme und geeigneter Anreizmechanismen konzentrieren, um besonders klimarelevanten Produkte und Dienstleistungen im Rahmen von GPP und des Umweltzeichens zu stärken. Darüber hinaus wird das Projekt die Anzahl der umweltzertifizierten Produkte und Dienstleistungen erhöhen und das Zertifizierungssystem verbessern.