2016.2211.7

Sektorprogramm Digitalisierung für Nachhaltige Entwicklung

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation

Weltweit hat der digitale Wandel tiefgreifende Umwälzungsprozesse in Gang gesetzt, nicht nur in Industrie- und Schwellen-, sondern auch in Entwicklungsländern. Mit innovativen digitalen Technologien und deren Anwendungen werden neue Formen von Organisationen, Unternehmen und Kooperationen geschaffen. Digitale Technologien und deren Anwendungen greifen massiv in politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse ein. Sie verändern das Beziehungsgeflecht zwischen Staat, Gesellschaft und Wirtschaft und stellen bestehende Strukturen, Normen und Wertvorstellungen in Frage. Der digitale Wandel verändert auch die Umsetzung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und eröffnet neue Möglichkeit für deren Implementierung. Die Digitalisierung von Prozessen kann die Effektivität und Effizienz bei der Durchführung von Vorhaben steigern sowie Transparenz und Rechenschaftslegung verbessern. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten aber vor allem neue Chancen und Methoden für eine wirksame Entwicklungspolitik und –zusammenarbeit, z.B. durch neue Bildungsformate, durch Innovationspartnerschaften mit der Wirtschaft und Zivilgesellschaft und durch eine verbesserte Kommunikation mit den entwicklungspolitisch relevanten Zielgruppen und Partnern. Die Geschwindigkeit und rasche Verbreitung von Technologien brechen damit Strukturen auf, innerhalb derer EZ-Vorhaben agieren. Bislang ist die EZ noch nicht ausreichend mit Kapazitäten und Wissen ausgestattet, um die Chancen des digitalen Wandels unter diesen Voraussetzungen hinreichend nutzen zu können.

Ziel

Ansätze und Methoden der Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung sind verstärkt in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit integriert.

Vorgehensweise

Dazu arbeitet das Vorhaben in drei Handlungsfeldern. Handlungsfeld 1 zielt auf die Stärkung der Positionierung des BMZ auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene ab. Dies umfasst die fachliche und strategische Beratung des BMZ, vor allem durch die Zulieferung von Beiträgen zu „Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung" bei relevanten Prozessen, z.B. Digitale Agenda, Agenda 2030, Europäische Union, G20, Weltbank etc.. Dies umfasst Positions- und Strategiepapiere, Berichte, Reden, Präsentationen und Veranstaltungen zu ausgewählten Themen. Im Handlungsfeld 2 werden Mainstreaming-Produkte zur Umsetzung der „Digitalen Agenda" des BMZ entwickelt. Im Fokus stehen relevante Arbeitshilfen, Trainings, Studien, Kompetenzentwicklungskonzepte und Methoden der Portfoliosteuerung. Das Handlungsfeld 3 zielt auf die Konzeption von entwicklungspolitisch relevanten Pilotmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Akteuren der Wirtschaft und Zivilgesellschaft ab.

Wirkung

IKT werden meist als Methoden und Instrumente in entwicklungspolitische Prozesse eingebunden, um Ziele

effektiver zu erreichen. Dementsprechend lässt sich ihre

direkte Wirkung oft nicht messen. Es reicht nicht aus, den

Zugang zu IKT festzustellen, da dieser keine Information darüber enthält, wie zum Beispiel die Qualität von Gesundheit verbessert wird, oder wie viele neue Jobs entstehen. Trotzdem vermitteln die folgenden Projekte eine Idee von den Potenzialen digitaler Technologien in der EZ: In Uganda hat eine spezielle App mehr Effizienz in die Organisation der Wertschöpfungskette gebracht und damit die Verwaltungskosten der Kaffeebauernorganisation um 11 % gesenkt. Ein weiteres Beispiel für Effizienz bietet ein Projekt in Bangladesch. Hier macht eine Verwaltungs-Software die Gesundheitsversorgung und das Monitoring

der Gesundheitssituation in 15.000 Gesundheitseinrichtungen einfacher und effektiver. Auch schaffen IKT neue Beschäftigungsperspektiven. Im Rahmen einer Initiative in Tunesien werden 8.000 Menschen zu

App-Entwicklern ausgebildet und erhalten somit eine zukunftsorientierte berufliche Qualifikation.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
22040

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Zuständige Organisationseinheit
G100 Wirtschaft, Soziales, Digitalisierung

Vorgänger-Projekt
2014.2490.2

Nachfolger-Projekt
2019.2010.7

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
11.848.795 €

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