2013.2163.7

Städtisch-Industrielles Umweltmanagement in Mexiko

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Agencia Mexicana de Cooperación Internacional para el Desarrollo

Ausgangssituation: Urbanisierung und Industrialisierung – die Herausforderungen für den Umweltschutz in Mexiko

Im Jahr 2030 werden bereits 80% der mexikanischen Bevölkerung in Städten leben. Die zunehmende Urbanisierung, kombiniert mit der wirtschaftlichen Entwicklung stellt das Land vor großen Herausforderungen. Insbesondere die Umwelt wird durch diese Entwicklung belastet. Eine effiziente Flächennutzung, moderne Verkehrssysteme, ein schonender Umgang mit Wasser, Energie und Rohstoffen müssen bei der Planung und Entwicklung der Städte und Industrien berücksichtigt werden, um die Lebensqualität in Mexikos Städten zu steigern und die Umwelt zu schützen. Zudem müssen Konzepte für nachhaltigen Konsum und Produktion ein stärkeres Gewicht bekommen, um die Wirtschaftsentwicklung Mexikos umweltfreundlicher zu gestalten. Die Zivilgesellschaft, der Privatsektor sowie die verschiedenen Regierungsebenen müssen hierbei eng zusammenarbeiten. Die Entwicklung von gemeinsamen Maßnahmen zur Lösung der Umweltprobleme und deren Umsetzung auf lokaler Ebene sollen dazu beitragen, dass Mexiko seine internationalen Verpflichtungen wie die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 erfüllen kann.

Ziel

Städte und Unternehmen geben mit einem verbessertem Umweltmanagement Impulse für nachhaltigen Konsum, Produktion und Dienstleistungen.

Vorgehensweise:

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet die GIZ mit dem Projekt Städtisch-Industrielles Umweltmanagement II daran, das Umweltmanagement mexikanischer Städte und Unternehmen zu verbessern. Die mexikanischen Partner sind die Entwicklungsbehörde AMEXCID, das Umweltministerium SEMARNAT, das Stadtentwicklungsministerium SEDATU, Regierungen auf Bundesstaats- und Gemeindeebene, der Privatsektor sowie die Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit diesen Partnern wollen wir grüne, lebenswerte und inklusive Städte schaffen sowie den Konsum und die Produktion nachhaltiger gestalten. Dadurch tragen wir aktiv zum Umweltschutz bei und schaffen neue nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten für Mexiko.

Die GIZ konzentriert sich auf drei Themen:

1. Umweltmanagement in Städten

Auf kommunaler Ebene konzentriert sich die GIZ darauf, innovative Modelle zum Umweltschutz in sechs Pilotstädten umzusetzen, unter anderem in den Bereichen umweltfreundliche Mobilität, Umweltzonen, Abwasserbehandlung, Abfallwirtschaft, nachhaltiger Tourismus, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und Umweltbildung für die Bevölkerung. Erfolgreiche Modelle werden mit Unterstützung der mexikanischen Behörden anderen Kommunen landesweit zur Verfügung gestellt. Die Fort- und Weiterbildung von kommunalen Entscheidungsträgern in Themen des Umweltschutzes und der nachhaltigen Stadtentwicklung sind ebenfalls Teil der Aktivitäten der GIZ. Aktuell arbeitet die GIZ mit den Städten Cozumel, Puebla und Tlalnepantla zusammen. Um die Zusammenarbeit von Gemeinden innerhalb von Metropolregionen zu stärken, werden zudem Projekte mit den Bundesstaaten Estado de Mexico und Puebla durchgeführt.

2. Produktion von nachhaltigen Gütern und Dienstleistungen

Um eine umweltfreundlichere Entwicklung der mexikanischen Wirtschaft Mexikos zu unterstützen, fördert die GIZ in Zusammenarbeit mit der mexikanischen Regierung und Unternehmensverbänden die Produktion von nachhaltigen Gütern und Dienstleistungen. Zu den Aktivitäten gehören die Förderung von umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Innovationen bei KMUs, Fortbildungen für Unternehmen im Umweltmanagement und die Einführung von umweltrelevanten Aspekten in die öffentlichen Beschaffungsprozesse. Zudem unterstützt die GIZ mexikanische Städte bei der Förderung von nachhaltigerem Tourismus und stärkt die nachhaltige Wirtschaftsförderung in ausgewählten Metropolregionen. Gemeinsam mit der GOPA Infra GmbH wurden Weiterbildungsformate im Umweltmanagement für Unternehmen und öffentliche Institutionen durchgeführt.

3. Umweltpolitik und Zivilgesellschaft

Die Förderung einer starken und umweltpolitisch engagierten Zivilgesellschaft, die ihre Interessen einbringt und Einfluss auf die Entscheidungen von Politik und Wirtschaft nimmt, soll die Akzeptanz von Umweltschutz in Mexikos Städten und Unternehmen weiter stärken. Eine starke Zivilgesellschaft ermöglicht auβerdem eine bessere Kontrolle der Regierung durch die Bevölkerung und erhöht die Transparenz. Deshalb stärkt die GIZ in Mexiko Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich im Umweltschutz engagieren. Diese stellen zum Beispiel sicher, dass bei Regierungswechseln Umweltprojekte beibehalten werden und Sie fördern aktiv den Austausch von Ideen und innovativen Umweltschutzmassnahmen. Durch die Nutzung von digitalen und sozialen Netzwerken sowie anderen Informations- und Kommunikationstechnologien erhöht die GIZ die Kommunikation zwischen Zivilgesellschaft und Behörden in relevanten Umweltthemen und stellt so sicher, dass die Interessen der Bevölkerung sich stärker im Handeln der Behörden widerspiegeln.

Wirkungen

Die Luft in den Innenstädten verbessern

Die Millionen-Stadt Toluca und seine Bevölkerung leidet wie viele mexikanische Städte unter einer zunehmenden Luftverschmutzung. Die GIZ hat Toluca dabei unterstützt, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine Umweltzone in seiner Innenstadt einzurichten. So entstand die knapp drei Quadratkilometer große „Ecozona Toluca". Durch Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs, Recycling von Abfällen, Umweltbildung und durch die Einführung eines Mietfahrradsystems wird die Luftverschmutzung in der Umweltzone spürbar gesenkt werden. Mittlerweile sind Umweltzonen Teil der umweltpolitischen Programme des Bundestaates Estado de Mexico und werden dadurch auch in anderen Städte umgesetzt. Aktuell beispielsweise unterstützt die GIZ die Einführung einer Umweltzone in der Industriestadt Tlalnepantla.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Industriegebieten steigern

Gemeinsam mit dem mexikanischen Verband der privaten Industrieparks AMPIP hat die GIZ zwei Industriegebiete ausgewählt, um dort pilothaft das „Programms zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Industriegebieten durch Nachhaltigkeit" (PROCAIS) zu implementieren. PROCAIS ermöglicht es Industriegebieten, effizienter und verantwortungsvoller mit Ressourcen wie Wasser, Energie und Abfall umzugehen und enthält Maßnahmen zur Arbeitssicherheit sowie zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Mit den Erfahrungen aus diesen Piloten ist AMPIP dabei, das PROCAIS-Programm zu seinen Mitgliedern zu bringen, damit es in weiteren Industriegebieten Mexikos angewandt wird.

Das Engagement für die Umwelt stärken

Mexiko ist ein junges Land. 21% der Bevölkerung sind zwischen 15 und 29 Jahre alt. Allerdings ist das umweltpolitische Engagement gerade in dieser Altersgruppe nur sehr schwach ausgeprägt. Daher arbeitet die GIZ mit der Zivilgesellschaft daran, insbesondere junge Menschen in Mexiko dazu zu motivieren, sich stärker für Ihre Umwelt engagieren. Mit der Erstellung des Handbuchs „Zusammen machen wir Zukunft", dass die GIZ zusammen mit der mexikanischen Organisation „Fondo para la Comunicación y la Educación Ambiental" erarbeitet hat, sollen Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren über Bildungseinrichtungen und andere Organisationen an Umweltthemen und deren Bedeutung fuer die Umsetzung der Agenda 2030 herangeführt werden.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
41010

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2C00 Lateinamerika, Karibik

Vorgänger-Projekt
2009.2118.9

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
8.500.000 €

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