Ausgangssituation
Der Sudan ist geprägt von inneren und grenzüberschreitenden Unruhen, daraus folgender sozialer Fragmentierung und politischer Instabilität. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen in Darfur haben sich zu einem vielschichtigen Konflikt um Land, Ressourcen und Macht entwickelt. Der seit 2003 andauernde Konflikt hat über 300.000 Menschen das Leben gekostet. Zudem sind 3,1 Millionen Menschen in der Region infolge des Konflikts auf humanitäre Hilfe angewiesen – 1,2 Millionen Menschen sind intern Vertriebene, die in Lagern leben.
2012 wurde die Darfur Regional Authority eingesetzt, mit dem Mandat, den Wiederaufbauprozesses in Darfur zu koordinieren. Zur Erfüllung dieser Aufgabe mangelt es der Behörde jedoch an entsprechenden Strukturen und Kompetenzen. So wird das Potenzial der Bevölkerung, einen Beitrag zum Wiederaufbauprozess in Darfur zu leisten, nicht genug genutzt, unter anderem, weil Angebote zur technischen Berufsbildung fehlen.
Davon sind besonders Zuwanderer aus ländlichen Gebieten betroffen, denn der Konflikt führte zu einer massiven Flucht der ländlichen Bevölkerung in die Städte. Ohne berufliche Qualifikation finden die Zugewanderten jedoch keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Auch Frauen, Nomaden und junge Menschen laufen Gefahr, sich und ihre Familien nicht versorgen zu können, da sie ohne die notwendigen beruflichen und technischen Fähigkeiten vom Arbeitsmarkt in den Städten ausgeschlossen sind. So entstehen weit verbreitete Arbeitslosigkeit, aber auch eine starke Nachfrage des Arbeitsmarkts nach qualifizierten Arbeitskräften sowie eine Nachfrage der Bevölkerung nach technischen Dienstleistungen.
Ziel
Der Zugang zu bedarfsorientierter technischer Ausbildung in Nord- und West-Darfur ist verbessert.
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt die Darfur Regional Authority dabei, die Wiederaufbaumaßnahmen zu koordinieren und das Potenzial der Bevölkerung, zum Wiederaufbau in Darfur beizutragen, zu mobilisieren. Hierzu werden Maßnahmen zur Stärkung der Fähigkeiten von Personal auf allen Personalebenen durchgeführt.
Um den Zugang zu Berufsbildungsangeboten zu verbessern und die Qualität der beruflichen Bildung zu steigern, arbeitet das Projekt mit Berufsbildungszentren in Nord- und West-Darfur zusammen. Die Zahl der Ausbildungsplätze an den Partnerinstitutionen soll verdoppelt werden. Um das Ausbildungsangebot besser an die Bedarfe des Arbeitsmarkts anzupassen und die nachhaltige Entwicklung des Angebots zu sichern, berät das Vorhaben zudem die zuständigen Fachministerien, die als Träger der Zentren fungieren, und fördert deren Kompetenzen zur marktorientierten Anpassung des Kursangebots. Außerdem berät das Vorhaben Entscheidungsträger bei der Entwicklung von Maßnahmen, die Menschen in strukturschwachen, von der Sicherheitssituation beeinträchtigten ländlichen Gebieten und insbesondere Frauen den Zugang zu beruflicher Bildung ermöglichen.
Das Vorhaben unterstützt Auszubildende und Ausgebildete beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Auf Jobbörsen bekommen sie Gelegenheit, Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.