2015.4102.8

Stärkung von Reformansätzen in der öffentlichen Verwaltung

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Planning, Economic Development and International Cooperation

Ausgangssituation

Ägypten steht seit 2011 vor großen gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die Bürgerinnen und Bürger fordern eine leistungsfähigere öffentliche Verwaltung, einen stärkeren Schutz und eine bessere Förderung von Menschenrechten sowie die effiziente Koordinierung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

Bei der Reform der öffentlichen Verwaltung hat die Modernisierung des Personalwesens oberste Priorität. Obwohl die Gehälter der rund sechs Millionen Beamten ein Viertel der Staatsausgaben ausmachen, gilt es, den öffentlichen Dienst effizienter, transparenter und dienstleistungsorientierter zu gestalten. Mit der Egypt Vision 2030 und dem neuen Gesetz zum öffentlichen Dienst aus dem Jahr 2016 hat die Regierung ein umfassendes Programm für notwendige Reformen aufgelegt. Die zuständigen Institutionen benötigen jedoch Unterstützung beim Ausbau ihrer fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten, um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.

Zwar garantiert die ägyptische Verfassung von 2014 den Bürgerinnen und Bürgern umfassende Menschenrechte, in der Gesetzgebung und der Verwaltungspraxis werden sie bisher allerdings nur unzureichend beachtet. Als staatliche Schlüsselinstitution für den Schutz und die Förderung von Menschenrechten vermittelt der Nationale Menschenrechtsrat (NCHR) zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Zivilgesellschaft und der Regierung. Der NCHR trägt laut Gesetz eine Überwachungsfunktion und soll über die Menschenrechtslage im Land berichten. Zu seinen Aufgaben zählt, die Regierung beim Entwurf neuer Gesetze und Vorschriften zu beraten, Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern zu prüfen und ein stärkeres Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen. Damit der NCHR diesem Auftrag nachkommen kann, müssen seine institutionellen Kapazitäten weiter gestärkt und die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden ausgebaut werden.

Das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit (MIIC) ist auf nationaler Ebene für die Koordinierung der Entwicklungszusammenarbeit zuständig und spielt in Bezug auf deren Wirksamkeit und Übereinstimmung mit nationalen Strategien eine entscheidende Rolle. Für die erfolgreiche Wahrnehmung dieser Funktionen bedarf es besserer institutioneller Fähigkeiten und einer gezielten Mitarbeiterentwicklung.

Ziel

Ausgewählte staatliche Institutionen nehmen ihre Funktionen effektiver und bedarfsorientierter wahr.

Vorgehensweise

Durch das Projekt „Stärkung von Reformansätzen in der öffentlichen Verwaltung" werden das Ministerium für Planung, Monitoring und Verwaltungsreform (MoPMAR) sowie die Zentrale Agentur für Verwaltung und Organisation (CAOA) dabei unterstützt, in der öffentlichen Verwaltung ein leistungsfähiges Personalmanagement einzuführen. Die Partnerinstitutionen haben intern und in vier weiteren öffentlichen Einrichtungen neue Strukturen und Prozesse getestet. Die Projektzusammenarbeit hilft ihnen beim Austausch von Erfahrungen, auf deren Grundlage das Personalmanagement der gesamten öffentlichen Verwaltung reformiert werden soll. Zudem unterstützt die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Beteiligten dabei, das neue Gesetz für den öffentlichen Dienst umzusetzen und berät bei Fragen zu Digitalisierung und E-Government.

Der Nationale Menschenrechtsrat (NCHR) wird darin unterstützt, durch verbesserte Außenkommunikation und Informationskampagnen ein stärkeres Bewusstsein für Menschenrechte in der Bevölkerung sowie in öffentlichen Einrichtungen zu schaffen. Die GIZ fördert den Menschenrechtsrat im regionalen und internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Sie hilft dem NCHR außerdem, Leistungsfähigkeit und Transparenz sowie den Zugang zu seiner Beschwerdestelle für Menschenrechtsverletzungen zu verbessern. Ausgewählte Abteilungen werden weiterentwickelt, das Personal wird fachlich und organisatorisch fortgebildet.

Die GIZ unterstützt das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit (MIIC) durch den Ausbau seiner organisatorischen und personellen Kapazitäten dabei, die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit effektiv zu koordinieren und die wirksame Verwendung der Mittel zu gewährleisten.

Wirkungen

Im Rahmen des Projekts wurde die Zentrale Agentur für Verwaltung und Organisation (CAOA) dabei unterstützt, das Leistungsmanagementsystem der öffentlichen Verwaltung umzugestalten. Mithilfe der GIZ konnten über 2.000 Staatsbedienstete in verschiedenen Disziplinen der Personalwirtschaft geschult werden, zum Beispiel in der strategischen Personalplanung. Auch Schlüsselkompetenzen wie Organisationsentwicklung wurden vermittelt.

Durch verbesserte Aufklärungskampagnen in neun ägyptischen Gouvernoraten gelang es dem NCHR, über 240 öffentlich Beschäftigte und mehr als 770 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Kinder und Jugendliche, für die Achtung der Menschenrechte zu sensibilisieren. Über 120 Mitarbeitende des NCHR aus Kairo und neun Gouvernoraten belegten Workshops zu unterschiedlichen Menschenrechtsthemen, wie etwa der Menschenrechtsbildung für Kinder. 
Informationen

CRS-Schlüssel
15110

Kombifinanzierung
  • Europäische Union (EU) (2,50 Mio. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
3600 Nordafrika

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
11.767.469 €

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