Ausgangssituation
Berichte über den Klimawandel, extreme Wetterereignisse, massive Umweltverschmutzung und den dramatischen Artenverlust zeigen klar auf: Die weltweiten Bemühungen, die Zerstörung unserer Umwelt zu stoppen, reichen nicht aus. Die Ziele der Agenda 2030, des Pariser Abkommens und des strategischen Plans des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) werden nur erreicht, wenn konsequent Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Klima umgesetzt werden.
Der Schaden an der Umwelt und die dadurch entstehenden Kosten könnte das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bis 2100 weltweit um 23 Prozent senken. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Preise für Güter und Dienstleistungen aktuell nicht die wahren Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Umweltschädliche Anreize für Landwirtschaft, fossile Brennstoffe und Fischerei verstärken die Umweltzerstörung zusätzlich. Ehrgeizige und transformative Politikansätze sind nötig, um einen gesamtgesellschaftlichen Wandel zu fördern und Nachhaltigkeit und Naturschutz als zentrale Leitprinzipien in allen Politikbereichen zu verankern.
Es wird immer deutlicher, dass wir einen Paradigmenwechsel brauchen, indem wir intakte Ökosysteme als "Naturkapital" verstehen und somit als unersetzlichen Vermögenswert für den langfristigen Wohlstand unserer Gesellschaft.
Ziel
Durch fachliche Beratung und die Entwicklung und Umsetzung transformativer Politikansätze werden Umwelt- und Naturschutz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
Vorgehensweise
Das Projekt berät das zuständige Referat 411 „Umwelt, nachhaltige Ressourcennutzung, Biodiversität und Meeresschutz" beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es entwickelt und erprobt innovative und transformative Politikansätze, besonders in Bereichen mit potenziell hohen Umweltauswirkungen, damit diese das Thema Umweltschutz in ihren jeweiligen Strategien stärker berücksichtigen. Das Vorhaben analysiert internationale umweltpolitische Agenden und Prozesse und berät das BMZ zu ihrer Umsetzung.
Das Vorhaben unterstützt das BMZ in folgenden Schwerpunkten:
—Naturkapitalbilanzierung und –Bewertung heben die Bedeutung der Natur für Gesellschaft und Wirtschaft hervor. Das Vorhaben ermittelt den Nutzen, den der Mensch aus der Natur zieht und zeigt die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft und Umwelt auf. Das BMZ hat gemeinsam mit dem Projekt die Initiative "Grüner Wert" gestartet, die den sozioökonomischen Wert von Schutzgebieten in Afrika ermitteln, und in relevante Politikprozesse einbringen soll, vor allem in den Post-2020-Prozess der CBD für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
—Ökologische Finanzreform korrigiert Marktversagen, indem sie die tatsächlichen Umweltkosten von Produkten, Dienstleistungen und Aktivitäten einpreist und so den Übergang zu einer umweltverträglicheren Wirtschaft unterstützt. Das Vorhaben entwickelt Konzepte und Ansätze für das BMZ, um umweltschädliche Subventionen abzubauen und ökologische Kostenwahrheit in der entwicklungspolitischen Debatte und in Partnerländern zu fördern.
—Die Initiative mit der Kreuzfahrtindustrie zielt darauf ab, Meeres- und Küstenökosysteme zu schützen und die Wirtschaftskraft der Zielregionen zu stärken. In der Initiative führen Kreuzfahrtunternehmen, Zielregionen, Nichtregierungsorganisationen und das BMZ am Runden Tisch einen strategischen Dialog für umweltschonendes Destinationsmanagement und vereinbaren gemeinsame Aktivitäten. Dadurch stärkt das Vorhaben die internationale und regionale Zusammenarbeit.
—Im Themenfeld Nachhaltiges Chemikalienmanagement berät das Vorhaben das BMZ im Hinblick auf relevante multilaterale Vereinbarungen und Übereinkommen. Weiterhin bietet es Trainings in Partnerländern zur Umsetzung des Minamata-Übereinkommens über Quecksilber an.