Ausgangssituation:
Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt: 70 Prozent der Bevölkerung lebt von umgerechnet weniger als zwei Euro am Tag. Die Folgen des Klimawandels, wie Ernteausfälle durch Dürren, verschärfen die Armut. Es braucht daher ein soziales Sicherungssystem, das Bürger*innen in extremer Armut oder bei Naturkatastrophen schnell und bedarfsgerecht hilft.
Ziel:
Das soziale Sicherungssystem in Malawi ist effizienter, leistungsfähiger und reaktionsfähiger gestaltet, sodass die Bevölkerung soziale Sicherungsleistungen bedarfsgerecht erhält, auch bei Katastrophen.
Vorgehensweise:
Das Projekt festigt die soziale Sicherung politisch und stärkt staatliche Akteure, diese besser zu steuern und zu koordinieren. Es arbeitet dafür mit der Abteilung für Armutsbekämpfung und soziale Sicherung (Poverty Reduction and Social Protection Unit, PRSP) im malawischen Ministerium für Finanzen, wirtschaftliche Planung und Dezentralisierung sowie mit Fachministerien und Verwaltungen in den Partnerdistrikten zusammen.
Das Projekt hat drei Schwerpunkte:
Es berät die Ministerien und lokalen Verwaltungen dabei, Sozialprogramme zu organisieren, zu koordinieren und umzusetzen. Zudem schult es zu „Cash Plus"-Ansätzen, bei denen Geldtransfers mit komplementären Maßnahmen – etwa zu finanzieller Bildung oder Ernährung – kombiniert werden und baut eine leistungsfähige Sozialverwaltung auf.
Es entwickelt das staatliche Sozialregister weiter, um die Datenqualität und -aktualität zu verbessern. So können Leistungsempfänger*innen schneller und zielgerichteter identifiziert werden.
Es sensibilisiert Politik und Öffentlichkeit durch Informationskampagnen und Schulungen und baut die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen aus, was soziale Sicherung als Politikfeld festigt und dessen Finanzierung erhöht. Vom Projekt profitieren vor allem extrem arme Haushalte in Malawi, darunter auch ältere Menschen, alleinstehende Frauen mit Kindern und Menschen mit Behinderungen.