Ausgangssituation
Zu den negativen Auswirkungen des Klimawandels in Bangladesch gehören zunehmend starke Regenfälle, ausgedehnte Dürreperioden, steigende Meeresspiegel und die Versalzung von Böden. Die Folgen für die Bevölkerung sind gravierend: Ernteausfälle, häufige und unregelmäßige Überschwemmungen, Trinkwasserknappheit, Landverlust und die Zerstörung von wichtiger Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäusern. Werden keine effektiven Maßnahmen ergriffen, könnte das die Entwicklungserfolge des Landes gefährden und insbesondere die Menschen in Küstenregionen, Frauen und besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen treffen. Nach Hochrechnungen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) könnten die Kosten für Klimaschäden bis zum Jahr 2050 bis zu 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bangladesch betragen, und bis 2100 sogar bereits über 9 Prozent - eine Summe in Höhe von mehreren Milliarden US Dollar.
Bangladesch hat die Einflüsse des Klimawandels früh erkannt und die Anpassung an den Klimawandel in seinen Klima- und Entwicklungsstrategien zur Priorität erklärt, etwa im National Adaptation Programm of Action 2005 (NAPA), im Bangladesh Climate Change Strategy and Action Plan 2009 (BCCSAP), den Nationalen Klimaschutzbeiträgen 2015 (NDCs) und dem in Kürze zu veröffentlichenden Nationalen Anpassungsplan (NAP). Dennoch stellt es eine große Herausforderung dar, die Politikziele in messbare Verbesserungen für die Bevölkerung zu übersetzen.
Ziel
Das Programm unterstützt ausgewählte Sektorministerien und beigeordnete Fachbehörden auf nationaler und kommunaler Ebene dabei, systematisch verbesserte Kapazitäten und Prozesse für die Berücksichtigung von Klimarisiken und Anpassungszielen in Planungs- und Entscheidungsprozessen zu nutzen.
Dafür soll erreicht werden, dass:
- Mitarbeiter der relevanten Behörden in der Lage sind, Klimainformationen und -dienstleistungen in Planungsprozessen zu verwenden
- Anbieter von Klimainformationen und -diensteistungen bedarfsorientierte und internationalen Standards entsprechende Leistungen verfügbar machen können
- Prozesse zur Berücksichtigung genderspezifischer Klimarisiken und nationaler Anpassungsziele entwickelt und angewendet werden
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt die Regierung Bangladeschs in drei Bereichen dabei, die bestehende Lücke zwischen den klimapolitischen Zielen und sektorspezifischen Entwicklungsmaßnahmen zu überbrücken.
Um eine stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken und Anpassungszielen in der Entwicklung von Projekten und Strategien zu erreichen, werden die Kapazitäten von Mitarbeitern ausgewählter Sektorministerien und lokaler Behörden gestärkt.
Den relevanten Akteuren sollen aktuelle bedarfsorientierte und gendersensible Klimainformationen und Klimadienstleistungen zugänglich gemacht werden.
Zudem berät das Vorhaben die ausgewählten Sektorministerien und beigeordneten Behörden zur Entwicklung und Einführung von Verfahren zur verbesserten Integration von Klimarisiken und nationalen Anpassungszielen in die Projekt- und Strategieentwicklung.
Beabsichtigte Wirkungen
- Gestärkte Kenntnisse und Fähigkeiten von Verwaltungsangestellten auf der nationalen und kommunalen Ebene für eine verbesserte Berücksichtigung von Klimarisiken und nationalen Anpassungszielen
- Verfügbarkeit relevanter, gendersensibler Klimainformationen und -dienstleistungen für einen systematischen Gebrauch, und Förderung des Austauschs zwischen den Sektorministerien und den Anbietern von Klimainformationen und Klimadienstleistungen
- Pilotierung von Prozessen für eine verbesserte Integration von Klimarisiken und nationalen Anpassungszielen in den ausgewählten Sektorministerien