2016.2107.7

Unterstützung des Gesundheitssektors in Kenia

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Health

Kenias Verfassung aus dem Jahr 2010 sichert allen Kenianern und Kenianerinnen Zugang zu qualitativ hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitsdiensten zu. Bevor die Ausübung dieses Rechts gewährleistet werden kann, gibt es jedoch noch viel zu tun. Die Qualität von Ge-sundheitsdienstleistungen ist oft mangelhalt und trotz des starken wirtschaftlichen Wachstums der vergangenen Jahre hindern finanzielle Barrieren viele Kenianerinnen und Kenianer am Zugang zu ihnen. Nur 20% der 48 Mio. Einwohner ist krankenversichert und die meisten Versicherten sind im formellen Sektor beschäftigt.

Im Übereinstimmung mit dem Ziel, bis 2030 universellen Zugang zur sozialen Absicherung im Krankheitsfall zu gewährleisten, hat sich die kenianische Regierung dazu verpflichtet, den Zugang zu Gesundheitsdiensten auf Arme und im informellen Sektor Beschäftigte auszuwei-ten. Prioritär ist die Einrichtung einer funktionierenden, nachhaltig finanzierbaren sozialen Krankenversicherung und die Verbesserung der Qualität von Basisgesundheitsdienstleistun-gen, insbesondere für Frauen und Kinder.

Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Basisgesundheitsdienstleistungen für Arme, im infor-mellen Sektor Beschäftigte und für ihre Familien ist verbessert.

Das Projekt unterstützt Partnerinstitutionen auf nationaler Ebene und in vier Bezirken (Kisumu, Kwale, Siaya and Vihiga) dabei, den finanziellen Zugang zu Gesundheitsdiensten und die Qualität und Zuverlässigkeit der Gesundheitsdienste zu verbessern. Es ist Bestandteil eines Gesundheitssektorprogramms der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, welches auch Maßnahmen der finanziellen Zusammenarbeit umfasst, die von der KfW Entwicklungsbank umgesetzt werden.

Gesundheitsfinanzierung

Da über 80 Prozent der kenianischen Bevölkerung im informellen Sektor beschäftigt sind, ist die Ausweitung der sozialen Krankenversicherung auf sie und ihre Familien eine Schlüssel-strategie zur Erreichung der universellen Absicherung im Krankheitsfall (Universal Health Coverage, UHC). Das Projekt berät daher den Nationalen Gesundheitsversicherungsfonds (National Health Insurance Fund, NHIF) hinsichtlich der Ausweitung der Absicherung der im informellen Sektor Beschäftigten, z.B. im Rahmen von Gruppenversicherungsverträgen.

In den vier Zielbezirken unterstützt das Projekt die Gesundheitsbehörden und die regionalen NHIF-Dienststellen dabei, Gruppierungen im informellen Sektor wie z.B. Marktverkäuferinnen und -verkäufer oder landwirtschaftliche Kooperativen zu identifizieren, sie über Krankenversi-cherungen aufzuklären und dann über Gruppenverträge zu für den Krankheitsfall abzusi-chern. Gemeinsam mit dem NHIF arbeitet das Projekt daran, Versicherungsprozesse (u.a. Forderungsmanagement, Finanzflüsse und Berichtswesen) durch Fortbildung der Verwaltun-gen akkreditierter Krankenhäuser in den vier Bezirken zu optimieren.

Qualitätsmanagement

Das Projekt unterstützt Gesundheitseinrichtungen bei der Einhaltung national einheitlicher Qualitätsstandards (Kenya Quality Model of Health, KQMH) in Routineprozessen. Es betreut und begleitet die Verwaltungen von 47 Krankenhäusern in den vier Bezirken bei Qualitäts-verbesserungsmaßnahmen und regelmäßigen Selbsteinschätzungen mittels einer IT-basierten KQMH-Checkliste.

Um eine nachhaltige Verankerung von Qualitätsmanagement sicherzustellen, wird die Ein-richtung von Qualitätsmanagement-Gremien in den Gesundheitsbehörden und Krankenhäu-sern der vier Bezirke und im Kenyatta National Hospital in Nairobi gefördert. Darüber hinaus stärkt das Projekt die Kapazitäten des Personals der Krankenhäuser und der Gesundheits-behörden, die über das Gesundheitsinformationsmanagementsystems verfügbaren Daten zu analysieren und sie für Planungsprozesse und die Erstellung von Budgets zu nutzen.

Sektorgovernance

Seit 2013 liegt die Verantwortung für die Gesundheitsdienste bei den Bezirken, was ihnen ermöglicht, diese stärker auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Bevölkerung abzustimmen. Das Projekt stärkt die Kapazitäten der Bezirksverwaltungen von Kisumu, Kwale, Siaya and Vihiga in den Bereichen Management und Governance der Gesundheitsdienste. Es berät die Ge-sundheitsbehörden bei der Konzeption und Umsetzung ihrer Jahresplanungen entsprechend nationaler Richtlinien. Es unterstützt sie außerdem beim Einführen von Maßnahmen, die öf-fentliche Beteiligung sowie Transparenz und Rechenschaftslegung im Gesundheitssystem fördern, wie z.B. Verhaltenskodizes, Beschwerdeverfahren und Patienten- und Personalzu-friedenheitsumfragen. Das Projekt dokumentiert und verbreitet die Erfahrungen mit diesen Ansätzen, um die Gesundheitsbehörden und Gesundheitsdienstleister in den vom Projekt unterstützten und in anderen Bezirken anzuregen.

‚Ergebnisse‘

• Die Zahl der vom NHIF Hauptversicherten hat sich zwischen 2013 und 2017 mit einem Anstieg von 2.9 auf 7.2 Mio. mehr als verdoppelt. Der Anteil der im informellen Sektor Beschäftigten stieg im selben Zeitraum von 16 auf 37%. Der Anteil der über den NHIF versicherten Bevölke-rung in den vier Zielbezirken stieg allein im Verlauf von 2017 um 10%.

• Qualitätsmanagement-Gremien sind auf Bezirks- und Krankenhaus-Ebene etabliert und ge-stärkt. Die Krankenhäuser prüfen regelmäßig die Einhaltung der nationalen Qualitätsstandards mithilfe einer IT-basierten Checkliste.

• Management und Governance des Gesundheitswesens sind durch verbessertes Qualitätsma-nagement und optimierte Planungsprozesse sowie durch die Einführung von Verhaltenskodi-zes, Beschwerdeverfahren und Patienten- und Personalzufriedenheitsumfragen gestärkt.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
12110

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Mutter-Kind-Gesundheit

Zuständige Organisationseinheit
1500 Ostafrika und Horn von Afrika

Vorgänger-Projekt
2013.2147.0

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
3.041.154 €

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