2019.2141.0

Verbesserung der Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in der pakistanischen Textilindustrie

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Commerce and Industry

Ausgangssituation

Die Textil- und Modeindustrie mit ihren großen Clustern im Punjab ist Pakistans wichtigster Zweig der verarbeitenden Industrie. Sie trägt etwa 8,5 % zum Bruttoinlandsprodukt und 54 % zu den Exporteinnahmen bei. Geschätzte 15 Millionen Menschen finden in diesem Industriezweig Beschäftigung (ca. 25% der Erwerbstätigen). Die Produktivität der Industrie ist im Vergleich zu anderen Ländern in der Region niedrig.

Es gibt wenig Initiative für grünes Wachstum. Bei der Produktion werden große Mengen an Wasser, Chemikalien und Energie verbraucht. Für die größtenteils informell Beschäftigten sind die Arbeitsbedingungen von geringer Arbeitssicherheit, niedrigen Löhnen, fehlender betrieblicher Mitbestimmung und Mangel an Dialog geprägt. Das wirtschaftliche Potential von Frauen wird kaum genutzt. Die Kontrolle über die Einhaltung der ohnehin schwachen Arbeits- Umweltgesetzgebung findet kaum statt. Der Privatsektor selbst nimmt seine Verantwortung hinsichtlich der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen Wettbewerbspotentiale kaum wahr. Zugleich steigt die Nachfrage internationaler Einkäufer nach nachhaltig produzierten Textilien. Der Textil- und Modeindustrie Pakistans steht ein großer Modernisierungsprozess bevor, für den nachhaltige Produktion ein Erfolgsfaktor ist.

Ziel

Das vorliegende Modul arbeitet darauf hin, die Produktion der Textil- und Modeindustrie nachhaltig auszurichten, damit Produktivität und letztendlich Wettbewerbsfähigkeit und ökonomische Resilienz gesteigert werden können. Das Ziel ist, öffentliche und private Akteure bei der Erschließung von Ansätzen für das Zusammenspiel der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit in der Produktion in der Textil- und Modeindustrie zu unterstützen.

Vorgehensweise und Wirkungen

Der methodische Ansatz basiert auf der Nutzung von Synergien zwischen der sozialen, der ökonomischen und der ökologischen Nachhaltigkeitsdimension. Jedes Handlungsfeld umfasst daher Maßnahmen zu allem drei Nachhaltigkeitsdimensionen.

Handlungsfeld 1 hat zum Ziel, die Kooperation von staatlichen und privaten Akteuren zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Produktion in der Textil- und Modeindustrie zu verbessern. Dazu wird das vom Vorgängervorhaben aufgebaute Textile Industry Sustainability Forum genutzt. Zur Netzwerkbildung innerhalb von Akteursgruppen werden in den Communities of Practice erfolgreiche Ansätze für nachhaltige Produktion (inkl. digitaler Technologien) verbreitet. Flankiert werden diese Maßnahmen mit der Beratung des Handelsministeriums zum APS Plus-Prozess.

Handlungsfeld 2 hat zum Ziel, die Kapazitäten der staatlichen Akteure zu stärken, die für die Einhaltung der Arbeits- und Umweltgesetzgebung in der Industrie verantwortlich sind. Mit dem Arbeitsministerium der Provinz Punjab werden Veränderungsprozesse fortgesetzt, die im Vorgängervorhaben begonnen wurden. Mit Organisationsentwicklung und der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems wird die Leistungserbringung der Arbeitsverwaltung verbessert. Zur Stärkung des Monitorings und zur Optimierung von Verwaltungshandeln und Dienstleistungsprozessen werden digitale Managementinformationssysteme weiterentwickelt. Nachgelagerte Einheiten des Arbeitsministeriums werden dabei beraten, das Arbeitsinspektionswesen zu verbessern und Präventionsdienstleistungen auszubauen. Das Umweltministerium der Provinz Punjab und nachgeordnete Behörden werden bei der Analyse von Umweltrisiken in Produktionsprozessen und der Entwicklung von entsprechenden Handbüchern und Beratungsdienstleistungen zur Mitigation dieser Risiken beraten. Weiter wird das Umweltministerium unterstützt, neue Instrumente zum Monitoring von Ressourceneffizienz (z. B. Indikatoren oder Benchmarks für Firmen) zu entwickeln und zu pilotieren.

Handlungsfeld 3 hat zum Ziel, das Angebot an Dienstleistungen zur Stärkung nachhaltiger Produktion zu erhöhen. Unterschiedliche Anbieter*innen von Dienstleistungen werden durch Fach- und Organisationsberatung dazu befähigt, neue Angebote zur Förderung von Innovation, nachhaltiger Produktion, Diversifizierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Textil- und Modeindustrie zu entwickeln und umzusetzen. Dies umfasst auch die Entwicklung von Instrumenten für verbesserte Ressourceneffizienz und von Trainings zu Chemikalienmanagement. Darüber hinaus wird auch die erprobte Veränderungsmanagementmethode Dialogue for Sustainability weiterentwickelt und in die Breite getragen. Innovationswettbewerbe setzen Anreize für Unternehmen. 
Informationen

CRS-Schlüssel
25040

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2B00 Asien II

Vorgänger-Projekt
2016.2029.3

Nachfolger-Projekt
2023.2094.3

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
13.850.000 €

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