2016.0120.2

Verbesserung der Ernährungssicherung ehemals landloser und landarmer Haushalte in Kampong Chhanang, Kampong Speu, Kampon

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry for Land Management, Urban Planning and Construction

Ausgangssituation

Das von der kambodschanischen Regierung durchgeführte Vorhaben „Landallokation für soziale und ökonomische Entwicklung" (LASED) unterstützt ein Konzessionssystem, das Wohn- und Landwirtschaftsflächen an Landlose oder Landarme vergibt. Zudem werden Dienstleistungen und Infrastruktur bereitgestellt, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Viele Familien konnten das ihnen zugeteilte Land nach der Vergabe jedoch nicht nutzen, da es sich vielfach um teilweise degradierte Wälder handelt, die nicht erschlossen und für eine landwirtschaftliche Nutzung noch nicht geeignet sind. Die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit der Landempfänger bleiben prekär und sie haben weiterhin nur äußerst begrenzt Zugang zu nachhaltigen sozialen und ökonomischen Dienstleistungen. Darüber hinaus riskieren die Empfängerhaushalte, ihre Landrechte wieder zu verlieren, wenn sie die Kriterien zur Übertragung des Titels an dem für Wohn- oder Landwirtschaftszwecke zugeteilten Land nicht erfüllen können.

Ziel

Die Lebensgrundlage und die Ernährungssicherheit der Menschen in den Provinzen Kratie, Kampong Thom, Kampong Speu und Kampong Chhnang, denen Land zugeteilt wurde, haben sich nachhaltig verbessert.

Vorgehensweise

Die landlose Bevölkerung wird beim Aufbau ihrer Lebensgrundlage auf dem neu erhaltenen Land sowie bei dessen Kultivierung und bei der landwirtschaftlichen Inwertsetzung unterstützt. Das Vorhaben stellt Wissen und Fähigkeiten bereit, die zu einer gesteigerten Ernährungssicherung der Haushalte durch breitere Angebote sowie neue, nachhaltige Produktionstechniken führen.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, den direkt Betroffenen sowie den lokalen Verwaltungen eine ganzheitliche Beratung hinsichtlich Planung, Umsetzung und Strukturbildung zur Sicherung der Lebensgrundlagen und der nachhaltigen Gemeindeentwicklung zu bieten. Die drei Handlungsfelder sind (1) Ernährungssicherung, (2) Grundlagen für eine langfristige, landwirtschaftliche Produktion sowie (3) lokale Entwicklungen durch neue Partnerschaften zwischen Verwaltungen, zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Beteiligten.

Das Vorhaben wird in Zusammenarbeit mit dem interministeriellen Nationalkomitee für Soziale Landkonzessionen im Landministerium durchgeführt. Die wichtigsten Durchführungsorganisationen sind die bereichsübergreifenden Provinz- und Distriktarbeitsgruppen unter dem Vorsitz der Provinzgouverneur*innen. Diese steuern die Mitarbeiter*innen der dezentralen Fachbehörden in den Provinzen und Distrikten.

Zudem bestehen Kooperationen mit verschiedenen Beteiligten der Privatwirtschaft, um die auf den zugeteilten Flächen produzierten Produkte zu verkaufen.

Wirkungen

- Geräte und Fahrzeuge (Traktoren, Tuk-Tuks) zur leichteren Bewirtschaftung der Flächen und dem Transport der Produkte wurden an die Beteiligten übergeben. Zur Handhabung der Fahrzeuge erhielten die Fahrer eine Schulung. Zudem wurde in den Gemeinden ein Managementsystem für die Geräte und Fahrzeuge aufgebaut.

- Durch das Vorhaben bildeten sich 76 Ernährungssicherungsgruppen: In diesen wurden teilhabende Landnutzungspläne für die langfristige Bewirtschaftung und Nutzung entwickelt. Weiterhin wurden Reaktionsmechanismen, welche die Ernährung und Lebensmittel sicherstellen, eingeführt. Dazu zählen unter anderem Cash-for-Work Programme und Reisbanken (Selbsthilfegruppen), die insgesamt 388,56 Tonnen Reis übergaben. Außerdem gab es Trainings zur Einrichtung eines gemeinsamen Fonds für Sparaktivitäten und Kreditmaβnahmen.

- Durch die Trainings der Landempfänger*innen nutzen 2.262 Haushalte (75,3 Prozent des Indikators) ihre gesamten neu erworbenen Parzellen ackerbaulich.

- Verschiedene Interessengruppen zum ökologischen Anbau etablierten sich. Sie dienen der Vorbereitung und Verbreitung des nachhaltigen Anbaus sowie der Zertifizierung der Produkte. Auf diese Weise profitieren die Beteiligten von höheren Marktpreisen und verbesserter Bodenqualität.

- 1.535 Haushalte verbesserten durch Diversifizierung ihrer Nahrungsmittelproduktion in Hausgärten ihre Ernährungssituation. Während des gesamten Jahres hatten alle Haushalte genügend Essen. (Stand: Dezember 2019)

- 732 Haushalte in der Kampong Chhnang Provinz und 344 Haushalte in der Kampong Speu Provinz erhielten 2019 ihre Landtitel.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
31181

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Biodiversitätskonvention
  • Desertifikationsbekämpfung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Katastrophenrisikomanagement

Zuständige Organisationseinheit
G260 Übergangshilfe

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
6.284.724 €

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