2016.0123.6

Verbesserung der Ernährungssicherung und des Katastrophenrisikomanagments zur Stärkung der Resilienz in Afar, Äthiopien

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Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministry of Livestock and Fisheries (MoLF)

Ausgangssituation

Die Tieflandregion Afar ist eines der am wenigsten entwickelten Gebiete Äthiopiens. Rund die Hälfte der Region ist durch Grenzertragsböden gekennzeichnet, der Rest besteht zum Großteil aus trockenen Savannengebieten. Die Jahrestemperaturen liegen zwischen 25°und 50°C. Die jährliche Nieder-schlagsmenge überschreitet selten 300 mm und variiert stark, und zwar sowohl in der Menge als auch in der Verteilung. Mehr als die Hälfte der rund 1,5 Millionen Einwohner leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Afar weist einige der niedrigsten Entwicklungsindikatoren des Landes auf und verzeich-net neben einer hohen Säuglingssterblichkeitsrate und Wachstumsstörungen bei Kindern den höchsten Anteil untergewichtiger Kinder in Äthiopien (36 Prozent). Die Existenzgrundlage der Menschen in der Region ist entweder reine Viehwirtschaft oder eine Mischung aus Ackerbau und Viehwirtschaft. Durch den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel geraten die traditionellen Landwirtschaftssysteme jedoch zunehmend unter Druck. Die Zunahme von klimabedingten Extremwetterereignissen wie Dürre-perioden, Überschwemmungen und ähnlichen Naturkatastrophen hat immer häufiger negative Auswir-kungen auf Ernährungssicherheit, Hygiene und Gesundheit in der Region.

Ziel

Der Bevölkerung und ausgewählten Einrichtungen in Afar kommen verbesserte Kapazitäten zugute. So kann die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt produktiv bestreiten, während langfristig ihre Ernährungs-sicherheit gewährleistet und ihre Resilienz gegen klimabedingte Wetterextreme verbessert ist.

Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil des Programms Stärkung der Dürreresilienz in Trocken- und Halbtrockengebieten im äthiopischen Tiefland. Es ist in acht Distrikten, auch Woredas genannt, in Afar tätig und konzentriert sich auf drei verschiedene Handlungsfelder:

- Wasser und Hygiene: Das Projekt hat das Ziel, den Zugang der Bevölkerung zu Wasser sowie die Wasserqualität durch die Einführung gemeinsam genutzter Filtersysteme zu verbessern. Zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen schaffen Sensibilisierungskampagnen zur Bedeutung von sauberem Was-ser und Hygiene die Grundlage für den sicheren Umgang mit Nahrungsmitteln und deren sichere Zube-reitung sowie Lagerung.

- Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit: Durch den Aufbau und die Verwaltung gemeinschaftlicher Baumschulen und Baumschutzgebiete sowie durch die Förderung des Verkaufs lokaler Produkte (Obst von Bäumen, Futtergräser, Fleisch usw.) zielt das Projekt darauf ab, den Zugang zu Nahrungs-mitteln und Tierfutter zu verbessern. Das Projekt arbeitet auch daran, durch die Bereitstellung von In-formationen über die Themen Ernährung und Kleinkindversorgung sowie die Durchführung entspre-chender Fortbildungen den Umgang mit Nahrungsmitteln zu verbessern.

- Katastrophenvorsorge: Neben der Beratung des regionalen Disaster Preparedness and Prevention Committee (DPPC) hilft das Projekt dabei, durch funktechnikbasierte Warnsysteme und Handlungs-empfehlungen bessere Mechanismen zum Schutz vor Gefahren wie Dürreperioden, Überschwemmun-gen und Tierseuchen einzuführen.

Wirkungen

85.000 Menschen haben einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser, 43.600 Menschen (davon 25.600 Frauen) wurden mit verbesserten Sanitärmaßnahmen und WaSH-Schulungen erreicht. Die Ernährungs-vielfalt von 3.500 Menschen wurde gesteigert und zum Schutz von Infrastrukturbauten wie Straßen und Brücken wurden vier Wasserverteilungswehre errichtet. Vier Bohrlöcher wurden rehabilitiert und mit Solarpumpen ausgestattet, was 10.000 Menschen (davon 45 Prozent Frauen) zugutekommt. 14 Birkats (Zisternen) wurden rehabilitiert, dabei wurden für jeden Standort Wassernutzergruppen organisiert. Zudem erhielten 2017 weitere 45.000 Menschen durch eine Notversorgung Zugang zu Wasser. Es wur-den vier gemeinschaftliche Baumschulen eingerichtet, die Pflanzmaterial für etablierte Gemeindegrup-pen produzieren. Das DPPC wurde mit Risikobewertungen für Katastrophen unterstützt. 
Informationen

CRS-Schlüssel
52010

Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Desertifikationsbekämpfung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Demokratische und inklusive Regierungsführung
  • Anpassung an den Klimawandel

Zuständige Organisationseinheit
G260 Übergangshilfe

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
5.478.306 €

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