Ausgangssituation:
Madagaskar nimmt auf dem Welthungerindex (WHI) 2024 den drittletzten Platz ein. Fast 40 Prozent der Bevölkerung sind akut oder chronisch unterernährt. Besonders ernst ist die Lage im Südosten des Landes.
Dies wirkt sich vor allem auf Frauen und Kinder aus. Fehlen Kindern im Mutterleib oder in den ersten zwei Jahren – im sogenannten 1.000-Tage-Fenster – wichtige Mikronährstoffe, wirkt sich dies ein Leben lang auf ihre Gesundheit und Entwicklung aus. Das körperliche Wachstum ist eingeschränkt und die geistigen Fähigkeiten können sich nur beeinträchtigt entfalten.
Ziel:
Die Ernährungssituation und Widerstandsfähigkeit kleinbäuerlicher Haushalte, vor allem von Frauen und Kindern, sind in ausgewählten Dörfern im Südosten Madagaskars verbessert.
Vorgehensweise:
Das Vorhaben verknüpft Maßnahmen aus Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, soziale Sicherung, Ernährung und Hygiene. Hierfür setzt es an den folgenden Punkten an:
- Es vernetzt Frauen in abgelegenen Dörfern in Gruppen, in denen sie neue Ernährungs- und Hygienegewohnheiten erlernen.
- Es stellt Schulungsfelder bereit, auf denen die Dorfgemeinschaften verschiedene Nahrungsmittel nach agrarökologischen Standards anbauen können.
- Es mobilisiert das wirtschaftliche Potenzial vor Ort mittels Spargruppen. In diesen lernen vor allem Frauen, wie sie ihr Einkommen investieren und sich so besser auf künftige Ernährungskrisen vorbereiten können.
Dafür arbeitet das Vorhaben mit zivilgesellschaftlichen Partnern zusammen, die in den Dorfgemeinschaften etabliert sind. Hierzu gehören die Deutsche Welthungerhilfe, Catholic Relief Services (CRS) sowie der madagassische Verband GSDM.
Um langfristig die Voraussetzungen für mehr Ernährungssicherheit zu schaffen, berät das Vorhaben zudem die madagassische Regierung dazu, wie sie eine gute Ernährungspolitik umsetzen kann.